Ladeinfrastruktur Wie Laternenparker künftig Strom tanken könnten

Redakteur: Nick Luhmann

Mit einem Prototyp der Hochschule Koblenz können an der Straßenlaterne Ladegeschwindigkeiten erreicht werden, die sonst nur Schnellladesäulen bieten. Die Technologie steht offenbar kurz vor der Erprobung.

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Prototyp eines Ladepunktes für Laternenparker.
Prototyp eines Ladepunktes für Laternenparker.
(Bild: Hochschule Koblenz/Stolz)

In der Koblenzer Löhrstraße und am Park&Ride-Parkplatz in Remagen könnten noch in diesem Jahr Straßenlaternen dazu dienen, E-Fahrzeuge zu laden. Wie die Hochschule Koblenz am Dienstag vermeldet hat, wurde jetzt ein entsprechendes Patent für die neue, schnelle Lademöglichkeit angemeldet. Demnach soll eine Ladeleistung für einen kompletten Straßenzug von dauerhaft 102 kW und für einen kürzeren Zeitraum sogar bis zu 145 kW möglich sein.

Bereits 2019 hatte ein Team aus Forschern und Vertretern der Energieversorgung Mittelrhein einen ersten Prototypen vorgestellt. Durch die neue Technik verkürzte sich die Ladezeit deutlich: „Mit jeder Minute Ladezeit lädt man etwa drei Kilometer Reichweite auf, so dass das Vollladen je nach Auto in knapp zwei Stunden erledigt sein kann“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Johannes Stolz aus dem Fachbereich Ingenieurwesen der Hochschule Koblenz.

Komplett ohne Tiefbauarbeiten

Die Forscher gingen dabei vom Ansatz aus, bereits vorhandene Komponenten weiter zu nutzen. „Wir wollten für die Ertüchtigung der Laternen zu Ladesäulen keinen einzigen Pflasterstein heben müssen und damit Tiefbauarbeiten völlig vermeiden“, so Stolz. Damit könnten nicht nur die Ladeleistung gesteigert, sondern auch die Kosten gegenüber einem konventionellen Ausbau um etwa 30 Prozent reduziert werden.

Die beeindruckende Ladeleistung der neuartigen Technik ist möglich, weil die Forscher die vorhandenen Spezifikationen der Erdkabel und der Anschlussdosen vollständig ausgenutzt haben. So könnten im Stadtgebiet stehende Laternen auch zum Laden von E-Autos genutzt werden – nach einer Aufrüstung mit zusätzlichen Anbau- oder Nebenbauschränken, an denen dann die Ladepunkte montiert werden.

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