Wälzlager Wie Gehäuselager zu sauberen Reisezügen beitragen

KMS plant und baut Waschanlagen im Großformat; etwa für Reisezüge. Die korrosive Umgebung stellt hohe Ansprüche an verbaute Komponenten, z.B. die Lager von Findling.

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Die Waschanlagen sind besonders robust konstruiert, dabei berücksichtigt KMS auch, dass die Maschinen im Freien stehen und somit den Witterungen ausgesetzt sind.
Die Waschanlagen sind besonders robust konstruiert, dabei berücksichtigt KMS auch, dass die Maschinen im Freien stehen und somit den Witterungen ausgesetzt sind.
(Bild: Findling)

Schwierigen Wetterverhältnisse wie Regen oder Schnee lassen Fahrzeuge in kurzer Zeit aussehen, als hätten sie eine Rallye durch die Wüste absolviert. Mit einem kurzen Besuch in der Waschanlage ist das Problem schnell gelöst. Doch was, wenn das Fahrzeug etwas größer ausfällt? „Auch Busse, LKWs und Züge wollen gereinigt werden“, betont Franz Müller, Geschäftsführer der KMS Klaus, Müller, Schenk GmbH. Sein Unternehmen beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Planung, Herstellung und dem Vertrieb von Waschanlagen in „größeren Dimensionen“, beispielsweise Nutzfahrzeug-, Straßenbahn- und U-Bahnwaschanlagen bis hin zur anspruchsvollen Waschanlage für den Tunnelzug Eurostar.

Nachgefragt im In- und Ausland

„Unsere Anlagen liefern wir unter anderem in die Niederlande, die Schweiz, Belgien und Dänemark“, sagt Müller. Vor allem beim Reinigen von Schienenfahrzeugen hat sich KMS einen Namen gemacht. Da mit den Zügen während der Reinigung kein Geld zu verdienen ist, muss der Vorgang möglichst schnell und effizient vonstatten gehen. Die Anforderungen der Betreiber sind entsprechend anspruchsvoll: In erster Linie muss die Reinigung schnell und gründlich erfolgen. Andererseits soll die Anlage einfach zu bedienen und möglichst wartungsarm sein, wenig Ressourcen verbrauchen und eine lange Lebensdauer haben.

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Für große Dimensionen angepasst

Die Waschanlagen von KMS sind nach diesen Anforderungen konzipiert. Ein Beispiel ist die Reisezug-Waschanlage der Baureihe KMS 46. Die vollautomatisch gesteuerte Portalmaschine reinigt Seitenwände, Dachränder und Schürzen von Reisezügen im Durchlaufverfahren. Alle Bürsten sind schwenkbar, die Neigung lässt sich flexibel einstellen, was die Reinigung verschiedener Zugtypen ermöglicht. Mit einer vollautomatischen Steuerung erfasst die Anlage Besonderheiten wie Doppelstockwagen, Drehgestelle und Zuglücken und passt das Waschprogramm selbständig an. Die Anlage steht im Freien und ist somit Witterungen ausgesetzt. Um Korrosion zu vermeiden, ist die äußere Hülle daher entweder sandgestrahlt und 5-fach lackiert oder komplett in Edelstahl ausgeführt. Im Inneren der Waschstraße herrschen noch extremere Bedingungen: Wasser, Reinigungsmittel und Schmutz sind eine große Herausforderung für alle Maschinenkomponenten; auch für die Wälzlager, die hier im Laufrad-, Bürsten- und Hubantrieb sowie der Umlenkrolle verbaut sind.

Die dabei eingesetzten Rillenkugel-, Flansch- und Gehäuselager bezieht KMS von der Findling Wälzlager GmbH aus Karlsruhe. „Wir nutzen in allen unseren Anlagen Wälzlager von Findling“, sagt Müller. „Die Produkte überzeugen mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Zudem finden wir in deren Portfolio immer die richtige Lösung für die extremen Einsatzbedingungen in unseren Waschanlagen.“

Rundum-Schutz für Gehäuselager

Ein Beispiel für besonders beständige Lösungen von Findling sind die Flanschlager der Baureihe UCFL. Die Lagereinheit besteht aus einem Zweilochflanschlagergehäuse des Typs FL-209 und einem passenden Lagereinsatz, den KMS in einer M1-Ausführung bezieht. Letzteres bedeutet, dass der gesamte Lagereinsatz brüniert ist – bei diesem Vorgang werden die Werkstücke in eine saure bzw. alkalische Lösung getaucht, wodurch sich eine korrosionsbeständige Schutzschicht bildet. Die Gussgehäuse wiederum haben neben einer korrosionshemmenden Grundierung auch eine Bodenlackierung auf der Flanschseite. Damit ergibt sich ein „Rundum-Schutz“. „Schmutz und Feuchtigkeit sind in einer Waschanlage allgegenwärtig und begünstigen die Korrosion von Wälzlagern, wodurch wiederum die Leistung und Lebensdauer beeinträchtigt wird“, erläutert Volkan Yilmaz, Anwendungstechniker bei Findling Wälzlager. „Glücklicherweise gibt es eine ganze Reihe von Maßnahmen, mit denen sich die Lager korrosionsbeständiger machen lassen. Dazu zählen zum Beispiel eine optimierte Dichtungstechnik oder eben die Brünierung.“ KMS profitiert von verlängerten Wartungszyklen und – falls nötig – von einem einfachen Austausch der Lager, denn die Brünierung verhindert auch die Korrosion zwischen Innenring und Welle. So lassen sich die Lager zerstörungsfrei von der Welle abziehen und ersetzen.

„Generell sind Gehäuselager nicht nur besonders robust, sondern auch eine wirtschaftliche Wahl. Auf den Lagersitzen werden keine Passungen benötigt. Die Welle kann also aus Blankmaterial bestehen, sodass die Fertigungskosten gering sind“, weiß Yilmaz. Die Gehäuselager der UC-Version sind nur mit zwei Madenschrauben an der Welle befestigt. Somit ist bei Bedarf ein unkomplizierter Austausch der Lager möglich.

Serviceleistungen inklusive

Bei der Auswahl des Lagers, das allen technischen Anforderungen einer individuellen Applikation mit optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis gerecht wird, stehen die Wälzlagerexperten von Findling den Anwendern mit Rat und Tat zur Seite. Ein Ansprechpartner berät dort über alle Wälzlager-Leistungsklassen hinweg. Hinzu kommen individuell abgestimmte Software- und Produktlösungen. Kunden sparen so bei der Auswahl der Wälzlager Zeit, Geld und angesichts der kaum überschaubaren Produktauswahl auf dem Weltmarkt für Lagertechnik auch Nerven. (sh)

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