Technik kurz erklärt Die Entwicklung der Honigschleuder

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In unserer Serie „Technik kurz erklärt“ stellen wir regelmäßig Meisterwerke der Konstruktion und besondere Entwicklungen vor. Heute: die Honigschleuder.

Die Honigschleuder gehört zur wichtigsten technischen Ausstattung eines Imkers, um den Honig zu ernten.
Die Honigschleuder gehört zur wichtigsten technischen Ausstattung eines Imkers, um den Honig zu ernten.
(Bild: SmallScale Farming - stock.adobe.com)

Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai zum World Bee Day (Weltbienentag) erklärt. Wir nehmen den Weltbienentag nicht nur zum Anlass, auf die akute Gefährdung der Honig- und Wildbienen sowie deren wichtige Arbeit in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen, wir wollen auch einmal auf das technische Equipment eines Imkers schauen und erklären heute daher, wie eigentlich eine Honigschleuder funktioniert.

Was ist eigentlich eine Honigschleuder?

Eine Honigschleuder gehört zur technischen Ausstattung eines Imkers und unterstützt bei der Honigernte. Um den Honig zu ernten, nimmt der Imker die mit Honig gefüllten Waben aus dem Bienenstock und bringt sie in seinen Schleuderraum. Der Honig ist so zähflüssig, dass er sich nur schwer aus den Waben herausholen lässt. Hier kommt die Honigschleuder ins Spiel. Da die Waben auf der Vorder- und Rückseite zum Schutz des Honigs von den Bienen zusätzlich noch mit Wachs verschlossen werden, benötigt der Imker zudem sogenannte Entdeckelungsgeschirr. Dazu gehört ein Entdeckelungsmesser und Entdeckelungsgabeln, um die Waben zu öffnen.

Der Weltbienentag

Der 20. Mai ist Weltbienentag. Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die Menschheit. Dabei geht die weltweite Bienenpopulation bedenklich zurück. Daher hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 20. Mai als World Bee Day ausgerufen, um auf diese wichtigen Insekten, deren Arbeit und den dringenden Schutz aufmerksam zu machen. Alle Infos zum Weltbienentag gibt es hier.

Seit wann gibt es Honigschleudern?

Die Erfindung der Honigschleuder geht auf den Italiener Francesco De Hruschka im Jahr 1865 zurück. Zuvor behalf man sich bei der Honigernte mit Wärme. Durch die Erhitzung der Waben verflüssigte sich der Honig und lief besser aus den Waben oder aber die gesamte Wabe wurde eingeschmolzen und Wachs und Honig nachträglich wieder voneinander getrennt. Durch die Hitze werden allerdings wertvolle Enzyme im Honig zerstört, daher kommen solche Verfahren heute kaum mehr zum Einsatz

Erst mit der Erfindung der Wabenrahmen im 19. Jahrhundert wie man sie heute noch in Bienenstöcken vorfindet, wurde der Grundstein für die Entwicklung der Honigschleuder gelegt.

Wie funktioniert eine Honigschleuder?

Die Honigschleuder besteht aus einem zylinderförmigen Edelstahlkörper, einem Deckel, an dem Antrieb und Drehachse befestigt sind, sowie einem Auslasshahn. Im Inneren befinden sich noch die Wabenrahmenkörbe.
Die Honigschleuder besteht aus einem zylinderförmigen Edelstahlkörper, einem Deckel, an dem Antrieb und Drehachse befestigt sind, sowie einem Auslasshahn. Im Inneren befinden sich noch die Wabenrahmenkörbe.
(Bild: © jenesesimre - stock.adobe.com)

Eine Honigschleuder besteht aus einem zylindrischen Edelstahlkörper, in dem sich ein Schleuderkorb befindet, in dem die einzelnen Wabenrahmen platziert werden können. Unten am Edelstahlzylinder befindet sich ein Quetschhahn, aus dem nach dem Schleudervorgang der Honig abgelassen werden kann.

Nachdem alle Waben in die Körbe der Honigschleuder eingesetzt wurden, wird im ersten Gang zunächst vorsichtig angeschleudert. Danach folgen Schleudervorgänge mit richtig Tempo. Je nach Art der Schleuder müssen die Waben zwischendurch im Schleuderkorb gewendet werden, sodass sich der Honig sowohl von der Vorder- als auch von der Rückseite aus der Wabe herausschleudern lässt.

Die Schleuder funktioniert mithilfe der Fliehkraft. Eine Zentrifuge bringt die Waben in Bewegung und die wirkenden Kräfte treiben den Honig heraus. Der Antrieb erfolgt über eine Drehachse entweder manuell mit einer am Deckel der Honigschleuder befestigten Handkurbel oder mit kleinen aufgesetzten Elektromotoren automatisiert.

Der Honig landet im Edelstahlzylinder der Honigschleuder und kann über den Quetschhahn abgefüllt werden. Hier ist er zunächst noch mit Wachsresten verunreinigt. Daher folgt im Nachgang noch das Sieben – heraus kommt geklärter Honig, der in Gläser abgefüllt werden kann.

Die ausgeschleuderten Waben werden direkt wieder in den Bienenkorb eingesetzt und von den Bienen vollends leer und sauber geschleckt und anschließend wieder gefüllt.

Diese Arten von Honigschleudern gibt es

Hier ein Blick in eine Honigschleuder mit radial angeordneten Wabenrahmen.
Hier ein Blick in eine Honigschleuder mit radial angeordneten Wabenrahmen.
(Bild: shoot4pleasure10 - stock.adobe.com)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Wabenrahmen in einer Honigschleuder zu platzieren. Je nach Platzierung unterscheiden sich drei Arten von Honigschleudern:

  • 1. Tangentialschleuder
  • 2. Radialschleuder
  • 3. Selbstwendeschleuder

Bei der Tangentialschleuder zeigen die Öffnungen der Wabenseite zur Kesselwand – sie sind also tangential angeordnet. Der Honig löst sich leicht aus den Waben, diese müssen allerdings zwischendurch gewendet werden, um den Honig aus Vorder- und Rückseite der Wabenrahmen gewinnen zu können.

In der Radialschleuder stehen die Rahmen vertikal zur Drehachse, sie sind also sternförmig von der Mitte heraus angeordnet. So kann der Honig beim Schleudergang auf beiden Seiten herausfließen. Allerdings ist bei dieser Anordnung das Risiko höher, dass – vor allem bei großen Wabenrahmen – die Waben brechen.

Die Selbstwendehonigschleuder ist eine Kombination aus den beiden ersten Schleuderarten. Zunächst stehen die Rahmen wie in einer Radialschleuder vertikal. Während des Schleudervorgangs drehen sich die Rahmen selbstständig in eine tangentiale Anordnung.

Was beim Kauf einer Honigschleuder beachtet werden sollte

  • Die Honigschleuder sollte aus hochwertigem Edelstahl gefertigt sein.
  • Alle Teile sollten rostfrei und für Lebensmittelanwendungen geeignet sein.
  • Die Größe des Schleuderkorbs sollte zur Größe der eigenen Wabenrahmen passen.
  • Ein manueller Handbetrieb ist preisgünstig, ab einer gewissen Schleudergröße sollte der Elektroantrieb bevorzugt werden, da das Handschleudern sehr anstrengend werden kann.
  • Man sollte auf namhafte Hersteller setzen.

Quellen:

Imkerei Michael Ullmann

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