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Security Wie Drohnen sicher in der Stadt eingesetzt werden können

| Redakteur: Katharina Juschkat

Drohnen können eilige Pakete liefern oder das Notfallmanagement einer Stadt unterstützen – bergen aber auch ein großes Sicherheitsrisiko. Eine Studie hat die physischen wie softwareseitigen Risiken untersucht und gibt Tipps, wie Drohnen in Städten sicher eingesetzt werden können.

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Der Einsatz von Drohnen in Städten ist umstritten – eine Studie will Städten für den Drohneneinsatz Handlungsrichtlinien geben.
Der Einsatz von Drohnen in Städten ist umstritten – eine Studie will Städten für den Drohneneinsatz Handlungsrichtlinien geben.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Große Logistikunternehmen wie Amazon planen, Pakete per Drohne auszuliefern. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Kunde erhält seine Bestellung innerhalb von Minuten. Laut einer Bitcom-Studie aus dem Herbst 2016 würde sich sogar jeder vierte Deutsche per Drohne beliefern lassen. Und nicht nur für Unternehmen, auch für Städte sind Drohnen durchaus attraktiv, beispielsweise bei den Themen Notfallmanagement oder Infrastukturschutz. Der Einsatz von Drohnen, gerade auch über bewohnten Gebieten, ist jedoch nicht ungefährlich und wird deshalb immer wieder diskutiert.

Deshalb hat die Studie „Establishing a Safe and Secure Municipal Drone Program“ untersucht, was gerade bei städtischen Drohnenprogrammen zu beachten ist. Autoren der Studie sind Brian Russell, Chefingenieur bei Leidos, Mohamad Amin Hasbini, Senior Security Researcher bei Kaspersky Lab und Martin Tom-Petersen von Smart City Catalyst; entstanden ist die Studie für die Cloud Security Alliance und die Initiative Securing Smart City.

„Potentielle Unglücksfälle sind vorprogrammiert“

„Egal wie man persönlich zum Thema Drohnen steht, es wird immer deutlicher, dass Drohnen eine wichtige, aber auch kritische Rolle in der Smart City spielen werden“, sagt Brian Russell, Co-Autor des Berichts und Vorsitzender der CSA IoT Working Group. „Städte arbeiten aktiv an der Einbindung groß angelegter Drohnenprogramme, um verschiedene Aufgabenbereiche zu unterstützen – von der Medizin über den Transport und die Landwirtschaft bis hin zum Notfallmanagement und Infrastrukturschutz.“ Solche Drohnensysteme müssten sicher, stabil, belastbar und nachhaltig sein.

„Drohnen gibt es mittlerweile in der Luft, zu Wasser und zu Lande. Aber sind wir darauf vorbereitet?“, fragt Mohamad Amin Hasbini, Vorstandsmitglied von Securing Smart Cities und Senior Security Researcher bei Kaspersky Lab. Der massenhafte Einsatz von Drohnen in den Städten bedeutet, dass Tausende programmierbare und mit dem Internet verbundene mobile Geräte nicht nur auf den Straßen, sondern auch darüber und darunter agieren. „Aus Perspektive der Cybersicherheit sind potenzielle Unglücksfälle vorprogrammiert, sollte eines von mehreren Drohnensystemen oder die Software, die sie steuert, kompromittiert oder manipuliert werden. Wir bemühen uns, diese Themen frühzeitig in die Öffentlichkeit zu bringen, weshalb wir diese Richtlinien vorbereitet haben“, erklärt Hasbini.

Was bei einem Drohnenprogramm zu beachten ist

Für Städte, die ein Drohnenprogramm einführen und nutzen möchten, empfehlen die Autoren der Studie die folgenden Herausforderungen anzugehen:

  • Methodische Sicherheitsverfahren bereits im Entwicklungs- und Herstellungsprozess implementieren
  • Punkte identifizieren, die innerhalb eines stadtweiten Drohnensystems als Angriffsvektoren verwendet werden können, einschließlich Cloud-basierter Software-Dienste
  • Standardisierte Richtlinien einführen, um Angriffe zu erkennen, Beweise zu sichern oder Flugverbotszonen einzurichten
  • Algorithmen verwenden, um automatisierte Vorgänge und die Zusammenarbeit zwischen den Drohnen zu unterstützen

Der komplette Bericht „Establishing a Safe and Secure Municipal Drone Program“ ist hier verfügbar. (kj)

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