German Overshoot Day Wie digitale Lösungen mehr Nachhaltigkeit schaffen können

Von Sandro Kipar

Heute ist der German Overshoot Day, der deutsche Erdüberlastungstag. Würden alle Menschen so leben wie die Einwohner Deutschlands, dann wären die Ressourcen der Erde für dieses Jahr bereits verbraucht.

Anbieter zum Thema

Virtuelle Welten eröffnen viele Möglichkeiten, um Nachhaltigkeit mit Innovationsgeist und wirtschaftlichem Erfolg zu vereinen.
Virtuelle Welten eröffnen viele Möglichkeiten, um Nachhaltigkeit mit Innovationsgeist und wirtschaftlichem Erfolg zu vereinen.
(Bild: Dassault Systèmes)

Ab jetzt macht Deutschland bei der Erde Schulden: bereits am heutigen 4. Mai wären alle natürlichen Ressourcen, welche die Erde in einem Jahr wieder regenerieren kann, aufgebraucht. Vorausgesetzt, alle Menschen auf der Erde würden wie die Deutschen leben. Bei der Nachhaltigkeit hat sich Deutschland demnach sogar etwas verschlechtert, denn 2021 fiel der sogenannte German Overshoot Day auf den 5. Mai, also ein Tag später als in diesem Jahr. Damit nähert sich die Bundesrepublik wieder dem Niveau vor der Pandemie: 2019 fiel der German Overshoot Day auf den 3. Mai.

Laut einer Mitteilung von Dassault Systèmes könne ein effektiver Klima- und Ressourcenschutz nur gelingen, wenn Unternehmen konsequent die Digitalisierung vorantreiben. Die Idee des Unternehmens ist dabei nicht neu: Technologien wie der digitale Zwilling können dabei helfen, Ressourcen zu sparen: Prototypen können digital entwickelt und getestet werden. Mithilfe von solchen Plattformen können sogar Produkte oder ganze Fertigungsprozesse im virtuellen Raum auf verschiedene Faktoren wie Materialzusammensetzung, Belastungsgrenzen sowie Abläufe getestet und anhand der Ergebnisse optimiert werden.

Hintergrund zum Erdüberlastungstag

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erdüberlastung erreicht ist (Earth Overshoot Day). Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenüber gestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Fischgründen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise verbrauchen.

Weitere Informationen in englischer Sprache.

Der ökologische Fußabdruck der Wertschöpfungskette

Viele Unternehmen haben das Potenzial von digitalen Lösungen für eine nachhaltigere Wirtschaft bereits erkannt. Die Schaeffler Gruppe etwa veröffentlicht Nachhaltigkeitsberichte und setzt sich ehrgeizige Ziele, um Ressourcen zu sparen. So sollen laut Schaeffler bis 2030 alle Produktionsstätten der Unternehmensgruppe klimaneutral arbeiten und Materialien nur noch aus klimafreundlicheren Prozessen bezogen werden.

Wissen ist Wettbewerbsvorteil!

Bleiben Sie auf dem Laufenden: Mit unserem Newsletter informiert Sie die Redaktion der konstruktionspraxis immer dienstags und freitags zu Themen, News und Trends aus der Branche.

Jetzt abonnieren!

Doch bevor Unternehmen überhaupt etwas für mehr Nachhaltigkeit tun können, müssen sie zunächst ihre eigenen Schwachstellen kennen. Wo in der Wertschöpfungskette ist der ökologische Fußabdruck besonders schlecht? Was muss genau angepasst werden, um dies zu verbessern? Ökobilanzierungslösungen liefern Ansätze, wie Unternehmen Nachhaltigkeit fest im Entwicklungsprozess verankern können.

Dassault Systèmes etwa hat eine eigene Lösung entwickelt, um Unternehmen dabei zu unterstützen, den ökologischen Fußabdruck ihrer Produkte zu ermitteln. Bei der „Sustainable Innovation Intelligence“ handelt es sich um eine cloud-basierte Lösung, die Ökobilanzdaten mit der Simulation der realen Welt im virtuellen Zwilling kombiniert. Anwender sollen so eine Kreislaufwirtschaft gestalten können, die für nachhaltigere Produkte und Prozesse sorgt.

Earth Overshoot Day rutsch im Kalender nach vorne

Wann der Earth Overshoot Day in diesem Jahr genau ist, wurde noch nicht festgelegt. Doch auch hier fällt ein Trend deutlich auf: er kommt immer früher. Lag das Datum in den 1970er Jahren noch im Dezember, wurde 2021 die negative Ökobilanz bereits Ende Juli erreicht.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:48283754)