VDW Werkzeugmaschinenindustrie blickt positiv ins Jahr 2017

Redakteur: Katharina Juschkat

Auf der Jahrespressekonferenz des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken schaut der Vorsitzende Heinz-Jürgen Prokop positiv in die Zukunft: Aufgrund des guten Jahres 2016 erwartet der VDW einen Produktionszuwachs von 3 %.

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„Das Jahr 2017 ist geprägt von vielen Herausforderungen, die Chancen bieten, neue Wettbewerbsvorteile zu generieren und unser Angebot auszubauen“, sagt VDW-Vorsitzender Prokop.
„Das Jahr 2017 ist geprägt von vielen Herausforderungen, die Chancen bieten, neue Wettbewerbsvorteile zu generieren und unser Angebot auszubauen“, sagt VDW-Vorsitzender Prokop.
(Bild: VDW)

Anlässlich der Jahrespressekonferenz am 2. Februar 2017 gab der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken bekannt, dass die Werkzeugmaschinenindustrie gut ins Jahr 2017 gestartet ist. „Wir erwarten für das laufende Jahr einen Produktionszuwachs von 3 %“, sagt Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW.

Grundlage für die Einschätzung sind die internationale Industrieproduktion und die globale Werkzeugmaschinennachfrage, die sich laut Oxford Economics, Prognosepartner des VDW, gut entwickeln sollen. Gestützt wird die Prognose auch durch das Auftragspolster aus dem vergangenen Jahr. Bis November stiegen die Aufträge der deutschen Hersteller getrieben durch das Ausland um 7 %. Die Inlandsbestellungen verharrten auf dem Vorjahresniveau. Insgesamt profitiert die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie laut VDW vor allem vom großvolumigen und automobilgetriebenen Projektgeschäft weltweit.

Größter Absatzmarkt China geht leicht zurück

Die VDW-Prognose setzt auf dem guten Jahr 2016 auf. Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie hat Maschinen im Wert von 15,2 Milliarden Euro produziert, was einer Steigerung von etwa 1 % entspricht. „Damit erreichte unsere Branche einen Produktionsrekord“, sagt Prokop.

Mit einer Exportquote von 66 % sanken die Ausfuhren um 3 % auf rund 9,1 Milliarden Euro, vor allem wegen sinkender Nachfrage aus China. Dennoch bleibt laut VDW China wichtigster Absatzmarkt deutscher Werkzeugmaschinen. Nahezu ein Fünftel ging auch 2016 in das Reich der Mitte.

2016 waren im Jahresdurchschnitt 69.000 Frauen und Männer in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie beschäftigt. Die Kapazitätsauslastung in Deutschland lag im Jahresdurchschnitt mit 88 % auf Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand lag mit 6,9 Monaten leicht über dem Wert 2015.

Deutschland ist Exportweltmeister

Deutsche Werkzeugmaschinenhersteller sind 2016 im internationalen Wettbewerb vor Japan Exportweltmeister geworden. Ohne Teile und Zubehör haben die Hersteller laut VDW ein Exportergebnis von 7,6 Milliarden Euro erzielt. Der Vorjahresmeister Japan musste Verluste von mehr als einem Fünftel auf 6,3 Milliarden Euro verkraften. Als Grund für den japanischen Einbruch nennt der Verband die Schwäche des asiatischen Absatzmarktes. In der Produktion ist China der Spitzenreiter mit 16,5 Milliarden Euro, gefolgt von Japan mit 11,4 Milliarden Euro und Deutschland mit 11,25 Milliarden Euro.

„Wir brauchen flexible IT-Infrastrukturen“

„Das Jahr 2017 ist geprägt von vielen Herausforderungen, die Chancen bieten, neue Wettbewerbsvorteile zu generieren und unser Angebot auszubauen“, erklärt Prokop. Das gelte vor allem im Bereich der digital vernetzten Produktion und den Lösungen für Industrie 4.0. Wesentliche Potenziale lägen in der durchgängigen Automatisierung des gesamten Auftragsdurchlaufs und der Behebung von Prozessstörungen.

„Damit dies möglich wird, brauchen wir flexible, selbst für kleinere produzierende Unternehmen bezahlbare IT-Infrastruktur von der Maschine bis zur Cloud“, sagt Prokop. Auf diesem Weg seien noch Hürden zu überwinden. Das sind u.a. bisher ungelöste Themen wie die Standardisierung der Schnittstellen, Datensicherheit, Datenhoheit, Haftungsfragen, Qualifizierung der Mitarbeiter oder Arbeitsrecht.

Neue Ideen und Entwicklungen für die Produktion von morgen werden auch auf der EMO Hannover 2017 gezeigt. Nach vierjähriger Pause findet die Messe für Metallbearbeitung unter dem Motto „Connecting systems for intelligent production“ vom 18. bis 23. September statt.

Welche Auswirkungen hat die Elektromobilität?

Ein weiteres Zukunftsthema der Branche ist die Elektromobilität. Wie die Werkzeugmaschinenindustrie davon betroffen sein wird, ist laut dem Verband noch offen, da nicht einmal die drängendsten Fragen nach der Höhe des Anteils reiner Elektrofahrzeuge oder der Veränderung des Zerspanvolumens geklärt sind. Der VDW geht jedoch davon aus, dass es für eine längere Übergangszeit einen höheren Anteil an Hybridfahrzeugen geben wird. Ihr Komplexitätsgrad durch die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotoren dürfte nach Aussage deutscher Produktionsforscher weiterhin hohe Spanvolumina erfordern. „Der VDW unterstützt dabei seine Mitglieder und analysiert derzeit, welche Entwicklungen in welchen Zeiträumen zu erwarten sind, um so die Grundlage für eine strategische Geschäftsplanung zu liefern“, erklärt Prokop.

Zusammenfassend stellt VDW-Vorsitzender Heinz-Jürgen Prokop fest, dass die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie gut für die Zukunft gerüstet sei. Sie arbeite daran, sich für den Wettbewerb zu rüsten. Der globale Werkzeugmaschinenbedarf steige und die deutschen Hersteller seien ganz vorne mit dabei, sagt Prokop. Sie können diesen Bedarf decken und profitieren davon unmittelbar. „Ich bin mir sicher, dass wir auch künftig ganz vorne mitspielen werden“, lautet das abschließende Fazit des VDW-Vorsitzenden. (kj)

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