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Wind Energy Hamburg 2016

Weltleitmesse in Hamburg erwartet über 1200 Aussteller

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die Wind Energy Hamburg 2016 erwartet vom 27. September bis 30. September über 1200 Aussteller. Laut Veranstalter ist sie damit die größte internationale Business-Plattform für Onshore- und Offshore-Windenergie. Großexponate wie das weltgrößte Windgetriebe sollen Besucher locken.

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Auf der Wind Energy in Hamburg dreht sich alles um die Windkraft – ob Komponenten, Dienstleister oder Zulieferer, die Aussteller versprechen alle Teile der Wertschöpfungskette darzustellen.
Auf der Wind Energy in Hamburg dreht sich alles um die Windkraft – ob Komponenten, Dienstleister oder Zulieferer, die Aussteller versprechen alle Teile der Wertschöpfungskette darzustellen.
(Bild: gemeinfrei, pixabay.com / CC0)

Weltpremieren und eindrucksvolle Exponate sollen die Highlights der Wind Energy Hamburg 2016 sein, die vom 27. September bis 30. September auf dem Gelände der Hamburg Messe öffnet. Die Leitmesse für Windenergie ist zum zweiten Mal Treffpunkt für Entscheider der Energiewirtschaft. Die Leitmesse, die sowohl die Onshore- als auch die Offshore-Windindustrie abbildet, geht 2016 mit einer weiteren Halle an den Start. Die Veranstalter erwarten 1200 Aussteller, die in 9 Messehallen auf rund 65.000 m2 ihre Entwicklungen vorstellen. Erstmals findet in diesem Jahr parallel zur Wind Energy auch die Fachkonferenz „Wind Europe Summit“ statt.

Größtes Windgetriebe der Welt

Eines der Großexponate ist das größte je gebaute Windgetriebe der Welt und ist erstmals auf der Weltleitmesse zu sehen.
Eines der Großexponate ist das größte je gebaute Windgetriebe der Welt und ist erstmals auf der Weltleitmesse zu sehen.
(Bild: HMC/Stephan Wallocha)

Das Getriebe, das von Winergy in Zusammenarbeit mit Adwen für dessen AD 8-180 Offshore Windturbine entwickelt wurde, wird am Stand von Winergy erstmals den Besuchern vorgestellt. Für die Messe wurde das Exemplar extra so gestaltet, dass die Besucher einen Blick in das Getriebeinnere samt Gleitlagerung werfen können. Das Exponat, das am Montag in die Halle B5 gefahren und vom Tieflader gehoben wurde, wiegt 46,7 t und ist 3,66 m hoch, 3,35 m breit und 3,50 m lang. Im Original mit allen Bauteilen ist das Getriebe sogar 86 t schwer und mit einem Eingangsdrehmoment von nahezu 10.000 kNm das größte Windgetriebe. Weitere Exponate verschiedener Aussteller folgen in den nächsten Tagen bis zum Messestart.

„Die Wind Energy Hamburg bietet der Windbranche eine internationale Plattform, konkrete Geschäfte anzubahnen und abzuschließen“, erklärt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH. Die Fachmesse spiegle die große Entwicklungskraft und Dynamik der Branche wider, sowohl in den aktuellen als auch in zukünftigen Schlüsselmärkten. „Sie ist das Schaufenster für hunderte Unternehmen, die an Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit beteiligt sind – Klimawandel, CO²-Reduzierung und der wirtschaftlich machbare Umbau der Energiemärkte“, ist sich Vonderheide sicher.

Ergänzendes zum Thema
Interview mit Jessica Neumann, Industriekletterin in der Windbranche

Zur Person: Jessica Neumann (31) aus Hamburg ist seit 8 Jahren als Industriekletterin und Rotorblatt-Servicetechnikerin tätig. Sie ist als Freelancerin häufig für die Windigo GmbH, Dienstleistungs-Spezialist für Windenergieanlagen, im Einsatz. Windigo ist einer von zahlreichen Serviceanbietern, die bei der Weltleitmesse Wind Energy Hamburg ausstellen.

„Sie hängen oft stundenlang hoch oben am Seil und bearbeiten Rotorblätter – wie sind Sie zu diesem Job gekommen?”

„Mit 16 Jahren wollte ich was Handwerkliches machen, bekam aber als junge Frau keine Lehrstelle. Da absolvierte ich eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau im Fotofachbereich. Nach einigen Jahren wollte ich gerne etwas anderes tun, und da fragte mich ein Freund, der Industriekletterer ist, ob ich nicht dazu Lust hätte.”

„War klettern damals Ihr Hobby?”

„Nein, das ist ganz kurios: Ich war davor noch nie im Seil. Ich habe dann aber rasch die notwendige Lizenz erworben. Das Klettern ist allerdings nur der Zustieg zu dem Job.”

„Wie qualifizierten Sie sich zur Servicetechnikerin für die Windindustrie?”

„Ich habe dann verschiedene fachliche Ausbildungen gemacht, so auch für das Erstellen von Gutachten, fürs Laminieren und für Elektroarbeiten. Ohne diese Lizenz dürfen Sie eine Windkraftanlage gar nicht betreten. Unter anderem prüfe ich die Rotorblätter auf Erosion, ob es beispielsweise Risse in der Oberfläche gibt, und repariere notfalls das Laminat.”

„Da müssen Sie sich vermutlich mit vielen Modellen auskennen?”

„Ja, ich habe schon an Anlagen von Senvion, Nordex, GE, Enercon, Vestas und anderen gearbeitet. Da ist in acht Jahren schon einiges zusammengekommen.”

„Es gibt nur ganz wenige Frauen in dieser Männerdomäne. Was gefällt Ihnen an diesem anspruchsvollen Job?”

(lacht) „Also man muss nicht verrückt sein für den Job, aber es hilft. Mich fasziniert einfach diese Riesenmaschine, und dass ich sie reparieren kann. Dazu kommt der sportliche Aspekt, dass ich anpacken muss und dass ich mein handwerkliches Können anwenden kann. Das A und O ist dabei immer die Sicherheit. Und natürlich gibt es auch mal Tage, wo der Job nervt, etwa wenn man bei 40 Grad mit Vollmaske schleifen muss. Trotzdem: Ein Bürojob würde mich viel mehr anstrengen.”

„Wie fühlt sich das an, wenn man zwischen 60 und 140 Meter Höhe baumelt und Wind und Wetter ausgesetzt ist?”

„Das allerbeste ist, wenn ich oben am Rotorblatt hänge und in einer Arbeitspause die Welt um mich herum auf mich wirken lasse. Man lässt alles am Boden, was den Alltag belastet. Man sieht den gekrümmten Horizont und fühlt sich wie ein Vogel – das ist das größte Geschenk.”

Globaler Markt mit internationaler Präsenz

Alle großen, globalen Hersteller sollten, laut Aussage des Betreibers, in Hamburg präsent sein, um dem internationalen Fachpublikum in Hamburg ihre Angebotspalette für den Windmarkt vorzustellen. Darüber hinaus präsentieren sich die Windbranchen verschiedener Länder mit eigenen Pavillons. Der Besucher soll auf der Messe alle Komponenten der Wertschöpfungskette vorfinden. Auf der Ausstellerliste finden sich Anlagenhersteller ebenso wie Zulieferer, Service-Anbieter, Projektentwickler und Energieversorgungsunternehmen sowie Firmen aus allen weiteren Bereichen der Windindustrie wieder.

In den Messehallen treffen die Fachbesucher 2016 auf Aussteller-Schwerpunkte zu allen Themenbereichen wie Antriebstechniken, elektronische Komponenten, Logistik, Sicherheit, Finanzierung und Versicherung. Aus dem Bereich Smart Energy, der die Verteilung, Speicherung sowie Erzeugungs- und Lastensteuerung abbildet, finden sich viele Aussteller in einer Messehalle.

Angebote für Onshore und Offshore

Ebenso wie die Windenergienutzung an Land stellt auch die Stromgewinnung auf dem Meer die Branche vor Herausforderungen. Aussteller mit Angeboten wie Offshore-Windturbinen, Planung, Installation und Betrieb von Offshore-Parks sowie der notwendigen Logistik sind jetzt in drei Hallen zusammengefasst. Player wie Adwen und MHI Vestas Offshore Wind präsentieren sich ebenso in Hamburg wie Spezialisten vom Belgischen Offshore Cluster.

Erstmals findet parallel zur Wind Energy Hamburg die Konferenz der Wind Europe, der „Wind Europe Summit“, im Congress Center Hamburg statt, in Nachbarschaft des Messegeländes. Politische, technische und wissenschaftliche Diskussion auf internationaler Ebene soll auf die Wirtschaftsvertreter der Windbranche mit ihren Produkten und Businessmöglichkeiten treffen.

Husum Wind im September 2017

Die Husum Wind wird vom 12. September bis 15. September 2017 in Schleswig-Holstein ausgerichtet. Die Messe legt ihren Schwerpunkt auf den deutschsprachigen Markt. Sie steht als Treffpunkt für einen Austausch der Branche. (kj)

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