Offshore-Windpark Weltgrößter Offshore-Windpark eingeweiht

Redakteur: Jan Vollmuth

Der weltgrößte Offshore-Windpark London Array wird heute in Großbritannien offiziell eingeweiht. Siemens lieferte dafür alle 175 Windturbinen und die Netzanbindung. Gemeinsam mit Dong Energy wird Siemens zudem den Service für das Windkraftwerk übernehmen.

Firmen zum Thema

Neben der Größe ist auch die Lage von London Array außergewöhnlich. Das Windkraftwerk liegt rund 20 Kilometer vor der Themse-Mündung in einer viel befahrenen Schifffahrtsroute. Zudem befinden sich einige Turbinen in bis zu 25 Meter tiefem Wasser, andere liegen bei Ebbe trocken. Dies wirkt sich auf die Planung der Installation und den Einsatz der Schiffe aus. Das Bild zeigt die Installation der letzten Windturbine im Dezember 2012.
Neben der Größe ist auch die Lage von London Array außergewöhnlich. Das Windkraftwerk liegt rund 20 Kilometer vor der Themse-Mündung in einer viel befahrenen Schifffahrtsroute. Zudem befinden sich einige Turbinen in bis zu 25 Meter tiefem Wasser, andere liegen bei Ebbe trocken. Dies wirkt sich auf die Planung der Installation und den Einsatz der Schiffe aus. Das Bild zeigt die Installation der letzten Windturbine im Dezember 2012.
(Bild: Siemens)

Mit einer Gesamtleistung von 630 MW kann der Windpark rund 500.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen. Jährlich werden durch den Windpark rund 900.000 Tonnen CO2 eingespart. Dies entspricht den Emissionen von 300.000 Pkw.

"London Array ist der weltweit größte Offshore-Windpark und markiert einen Meilenstein in der Entwicklung der Windenergie auf dem Meer. Das Projekt unterstreicht die führende Position von Siemens in diesem attraktiven Wachstumsmarkt", sagte Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, anlässlich der feierlichen Einweihungssveranstaltung in Margate, Großbritannien.

Windpark liegt 20 Kilometer vor der Küste

Das Offshore-Windkraftwerk London Array liegt in der Themse-Mündung, rund 20 Kilometer von der Küste von Kent und Essex entfernt. Eigner des Projektes sind Dong Energy, E.ON und Masdar. Siemens lieferte und installierte 175 Windturbinen mit einem Rotordurchmesser von 120 m und einer Leistung von jeweils 3,6 MW. Das Unternehmen war auch für die Anbindung des Windparks an das Stromnetz verantwortlich und errichtete dafür zwei Offshore-Umspannstationen in der Nordsee sowie ein Umspannwerk auf dem Festland.

Der von den Windturbinen erzeugte Strom wird zunächst in einer der Umspannstationen auf See gebündelt und dann mit Hochspannungsseekabeln an die Küste transportiert.

"Projekte dieser Größenordnung leisten einen wichtigen Beitrag zur weiteren Industrialisierung der Offshore-Windkraft", sagte Peter Löscher. So konnte Siemens bei der Realisierung von London Array die Prozesse für Fertigung, Transport und Logistik sowie die Installation der Windturbinen auf See weiter standardisieren.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Offshore-Windenergie spielt bereits heute eine wichtige Rolle in den Energiesystemen Nordeuropas. Großbritannien und Deutschland sind dabei die größten Märkte und haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Beide Länder planen einen schnellen und umfassenden Ausbau. In Deutschland wird die Energiewende nur mit einem weiteren Zubau an Offshore-Windkraftwerken gelingen. Die deutsche Regierung plant bis zum Jahr 2020 den Ausbau der installierten Offshore-Leistung auf 10 GW. Großbritannien will im gleichen Zeitraum bis zu 18 GW auf See installieren. Damit könnte etwa ein Fünftel des britischen Strombedarfs gedeckt werden.

Siemens hat weltweit bislang rund 1.100 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 3,4 GW auf See installiert, davon etwa zwei Drittel in Großbritannien. Derzeit hat Siemens Aufträge für Offshore-Projekte mit einer Leistung von rund 4,6 GW gebucht. Inklusive London Array hat das Unternehmen in Großbritannien zudem bereits fünf Netzanbindungen für Windparks auf See realisiert. (jv)

(ID:40529130)