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Lineartechnik Was Kugelgewindetriebe mit Ameisen zu tun haben

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Was Ameisen mit Kugelgewindetrieben von Eichenberger gemeinsam haben und wie der Kunde davon profitiert, erklären die Gewindeprofis hier.

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Carry-Kugelgewindetriebe sind, wie Ameisen in der Natur, wahre Kraftprotze: Sie können die 1000-fache Belastung des Eigengewichts bewältigen
Carry-Kugelgewindetriebe sind, wie Ameisen in der Natur, wahre Kraftprotze: Sie können die 1000-fache Belastung des Eigengewichts bewältigen
(Bild: Eichenberger)

Die Natur macht vor, wie Innovation, Anpassung und Neuentwicklung entsteht. Lebewesen beispielsweise passen sich seit jeher jedem verfügbaren und noch so unattraktiven Lebensraum an. Probleme werden dabei mit Konzepten gelöst, um den Umgebungsbedingungen zu entsprechen. Geht es um technische Herausforderungen, kann sich die Industrie viel von der Natur abschauen. Denn auch in der Industrie gilt es neue Konzepte zu entwickeln oder bestehende anzupassen, um benötigte Anforderungen bestmöglich zu meistern.

Kaltverformte Kugelgewindetriebe

Eichenberger vergleicht seine kaltverformten Kugelgewindetriebe mit Ameisen und erkennt einige Gemeinsamkeiten. Das arbeitseifrige Krabbeltier ist kräftig und strapazierfähig. Es ist in der Lage das 50-fache seines Körpergewichts zu tragen. Das entspricht auf einen starken Mann gerechnet in etwa 5 t Gewicht, die er schleppen müsste. Auch die kaltgerollten Kugelgewindetriebe Carry sind wahre Kraftprotze – übertreffen sogar das Traggewicht der Ameise: Bei einem Spindeldurchmesser von 40 mm kann ein Kugelgewindetrieb die 1000-fache Belastung des Eigengewichts bewältigen. Wie Eichenberger diese Belastungsfähigkeit erreicht, ist in zwei Worten erklärt: Kaltverformung in-house.

Beim neuen Umlenksystem sind Spindeln im Durchmesser von 6 mm bis 40 mm in Steigungen von 2 bis 40 mm erhältlich.
Beim neuen Umlenksystem sind Spindeln im Durchmesser von 6 mm bis 40 mm in Steigungen von 2 bis 40 mm erhältlich.
(Bild: Eichenberger)

Beim Gewinderollen werden die Längsfasern des Materials, anders als beim Schleifen, Fräsen oder Drehen, nicht zerschnitten, sondern umgelenkt. Es entsteht eine komprimierte, glatt rollierte, belastbare Oberfläche, welche für eine lange Lebensdauer der Spindel zwingend ist.

Die Rauheitswerte um Rz 1.0 auf den Gewindeflanken und im Grundradius sowie eine verminderte Kerbempfindlichkeit bringen ebenfalls Vorteile. Der Rollreibungskoeffizient beträgt bei Stahlkugeln 0,003 bis 0,001 gegenüber der Gleitreibung Stahl auf Stahl (geschmiert) 0,1 bis 0,05. Die optimalen Gleiteigenschaften des kaltgerollten Kugelgewindetriebs sorgen für minimalen Abrieb und bieten wenig Angriffsfläche für Verschmutzung. Die Kugeln können so geräuscharm abrollen.

Flexibel und anpassungsfähig

Die ideale Unternehmensstruktur in-house bedeutet, dass Entwicklung, Fertigung, Qualitätssicherung und eine agile Prototypen-Erstellung, inklusive Gewinderollwerkzeuge und Endenbearbeitung gleichzeitig angeboten werden können. Dies setzt Flexibilität und Anpassungsfähigkeit frei. Das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter ist gekoppelt mit einem modernen Maschinenpark. Dank dieser Faktoren kann Eichenberger am Standort Schweiz sehr viel bewegen. (sh)

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