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Autonomes Fahren

Volvo stellt autonomen Bus in Göteborg vor

| Redakteur: Katharina Juschkat

Erstmals stellt die Volvo Bus Corporation einen autonom fahrenden, vollelektrischen Bus vor. Das Fahrzeug soll den öffentlichen Nahverkehr bequemer, sicherer und zukunftsträchtiger gestalten.

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Außenansicht des vollelektrischen und autonom fahrenden Omnibus-Prototyps der Volvo Bus Corporation.
Außenansicht des vollelektrischen und autonom fahrenden Omnibus-Prototyps der Volvo Bus Corporation.
(Bild: Volvo)

Die Volvo Bus Corporation hat in Göteborg einen autonom fahrenden Omnibus vorgestellt. Zuvor hatte Volvo bereits den vollelektrischen Stadtbus in Serienproduktion hergestellt, auf dem der autonome Bus basiert.

Volvo hat den autonomen, 12 Meter langen Omnibus für eine sanfte Fahrweise konstruiert, sodass der Fahrbetrieb energiesparend, umweltfreundlich und wirtschaftlich erfolgen kann. Er soll den Fahrgästen eine sichere und komfortable Fahrt bieten und ist deshalb so programmiert, dass er sowohl beim Anfahren als auch beim Anhalten sanft und weich beschleunigt bzw. abbremst. Um einen bequemen Ein- und Ausstieg für die Passagiere zu gewährleisten, hält der Bus an den Bushaltestellen immer genau an der gleichen Stelle. Bei diesen Stopps soll stets der identische Abstand zwischen dem Bus und der Einstiegsplattform der Haltestelle oder des Busbahnsteigs eingehalten werden.

Sensoren sollen für Sicherheit sorgen

Der autonom fahrende 12-m-Bus der Volvo Bus Corporation ist so programmiert, dass er beim Anfahren und beim Anhalten sanft und weich beschleunigt bzw. abbremst.
Der autonom fahrende 12-m-Bus der Volvo Bus Corporation ist so programmiert, dass er beim Anfahren und beim Anhalten sanft und weich beschleunigt bzw. abbremst.
(Bild: Volvo)

Der Bus ist mit Sensoren ausgestattet, die das Umfeld des Fahrzeugs permanent überwachen. Die von den Sensoren übertragenen Informationen dienen zur Navigation des Fahrzeugs. In Zukunft sollen sie einen wesentlichen Beitrag zur Verhinderung von Störfällen und Unfällen leisten. Dazu werden Objekte exakt identifiziert, die sich dem Bus nähern. Die Geschwindigkeit des Busses verringert sich entsprechend, in kritischen Situationen bremst der Bus bis zum Stillstand ab.

Håkan Agnevall, Präsident der Volvo Bus Corporation, erklärt einen weiteren Aspekt: „Die autonome Technologie gestattet zudem ein effizienteres Fahrzeug-Handling, wenn der Bus nicht im Linienbetrieb eingesetzt ist. Bei autonomen Bussen können sich die Depot- und Werkstattmitarbeiter auf Serviceleistungen wie Kundendienst und Wartung konzentrieren statt Batterien aufzuladen, den Bus zum Waschplatz zu fahren oder ihn einparken zu müssen.“ Solche Aufgaben sollen die Busse eines Tages von selbst erledigen.

Bus-Platooning als Alternative zum Schienenverkehr

Der autonome Bus wird ergänzend auch zu Forschungszwecken für ein effizientes Bus-Platooning eingesetzt. Dabei steht die Koppelung mehrerer Busse im Mittelpunkt, die im Stadtverkehr in eng getakteten Kolonnen fahren. „Wir wollen mehrere Busse kabellos und digital zu hochflexiblen Buszügen verbinden“, erklärt Håkan Agnevall. „Vollelektrische Bussysteme bieten den Städten eine attraktive Alternative zu schienengebundenen Lösungen bei der zukünftigen Auslegung ihres öffentlichen Nahverkehrs.“

Während der nächsten beiden Jahre wird der Prototyp des autonomen Busses in zwei Automotive-Forschungsprojekten eingesetzt und getestet. Parallel startete die Volvo Bus Corporation vor einigen Monaten in Singapur ein Gemeinschaftsprojekt mit der Nanyang Technological University (NTU), um autonom fahrende vollelektrische Busse in Singapur zu entwickeln und zu testen. Bereits im Einsatz hat Volvo autonome Fahrzeuge in Bergbau- und Müllentsorgungsbetrieben.

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