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Hannover Messe 2017 Virtuelle Produktmodelle zum Klingen bringen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT präsentiert auf der Hannover Messe ein Forschungsprojekt, bei dem Klänge von Bauteilen, Maschinen und Geräten schon während der virtuellen Produktentwicklung hörbar gemacht werden. So können akustische Eigenschaften gezielt überprüft, bewertet und optimiert werden. Der bislang dafür notwendige, kostenintensive Modellbau realer Prototypen kann damit zukünftig wegfallen.

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Fraunhofer-Forscher zeigen auf der Hannover Messe die Verbindung von 3D-Visualisierung und -Auralisierung.
Fraunhofer-Forscher zeigen auf der Hannover Messe die Verbindung von 3D-Visualisierung und -Auralisierung.
(Bild: Fraunhofer IDMT)

Bei der Auswahl eines Produktes spielt unter anderem der Klang eine wichtige Rolle - zu laute, scheppernde oder unangenehme Klänge will schließlich keiner. Die akustischen Eigenschaften von Produkten nehmen einen immer höheren Stellenwert bei der subjektiven Qualitätsbewertung ein. Bestimmte Klänge werden als angenehm und zuverlässig empfunden, andere wiederum als störend.

"In der virtuellen Produktentwicklung können heute schon sämtliche Eigenschaften des zukünftigen Produkts simuliert und beurteilt werden, nur nicht die Klangeigenschaften", erklärt Dr. Sandra Brix, Leiterin des Forschungsprojekts. "Ziel unserer Forschungsarbeiten ist es, virtuelle Produktmodelle zu auralisieren – also hörbar zu machen".

Visualisierungen mit authentischen Klängen koppeln

Basierend auf der wissenschaftlichen Expertise im Bereich räumlichen Klangwiedergabe arbeitet das Fraunhofer IDMT daran, die dreidimensionalen Visualisierungen der Prototypen mit den entsprechenden authentischen Klängen zu koppeln. Dafür werden mit Hilfe akustischer Modelle die Maschinengeräusche berechnet und mit der 3D-Audiotechnologie Spatialsound Wave des Fraunhofer IDMT hörbar gemacht.

Eine besondere Herausforderung ist dabei die Simulation des akustisch richtigen Abbilds der virtuellen Prototypen, um diese nicht nur perspektivisch richtig zu betrachten, sondern auch immer richtig zu hören. Denn: "Der Klang der virtuellen Maschine muss sich wie in der Realität anhören. Nur so kann man das Geräuschverhalten aus allen Richtungen gut beurteilen", erklärt die Projektleiterin.

Über das Projekt

In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprojekt "Akustisch erweiterte Virtualisierung von Produkten und Produktionsprozessen", kurz AVP3, arbeiten neben dem Fraunhofer IDMT zwei Universitäten und fünf Wirtschaftsunternehmen an der Umsetzung der akustisch erweiterten virtuellen Realität.

Besuchen Sie uns am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft in Halle 2, Stand C22 und erleben Sie in einem ersten Demonstrator die Verbindung von 3D-Visualisierung und -Auralisierung. (mz)

Hannover Messe 2017: Halle 2, Stand C22

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