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Energieeffiziente Anlagentechnik Viel Potenzial in energieeffizienter Anlagentechnik

| Autor / Redakteur: Dr. Maria D. Alonso Craus / Karl-Ullrich Höltkemeier

Nationale und internationale Richtlinien stellen immer höhere Anforderungen an die Energieeffizienz von Anlagen und ihren Komponenten. Dennoch machen viele Betreiber ihre Kaufentscheidung für Anlagentechnologien in erster Linie von den Anschaffungskosten abhängig. Doch durch den Einsatz von energieeffizienter Anlagentechnik können sich höhere Anfangsinvestitionen schneller amortisieren. Produktzertifikate schaffen Transparenz und zeigen, wann Effizienzgewinne tatsächlich gegeben sind.

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Elektrische Antriebstechnik: Energieeffizienz zahlt sich aus.
Elektrische Antriebstechnik: Energieeffizienz zahlt sich aus.
(Bild: Siemens)

Nicht nur bei Neuanschaffungen lohnt der Blick auf die Energieeffizienz eines Anlagensystems. Auch bei Retrofitmaßnahmen sollte diesem Aspekt mehr Aufmerksamkeit zukommen. So ermöglicht der verschleißbedingte Austausch von Komponenten den Einbau von besonders energieeffizienten Alternativen. Auf diese Weise wird die Instandhaltung zu einem weiteren wertschöpfenden Teilprozess der Produktion.

Eine aktuelle Studie der Managementberatung T. A. Cook zeigt: Nachgefragt werden vor allem energieeffiziente Komponenten mit geringen Betriebskosten, langer Lebensdauer und hoher Verfügbarkeit. Für knapp 90 Prozent der befragten Industrieunternehmen sind immer noch die wirtschaftlichen Gründe entscheidend, um Energieeffizienzmaßnahmen zu ergreifen.

Allerdings schafft die Frage, ob eine neue Komponente auch unter den Bedingungen im eigenen Betrieb tatsächlich energieeffizient arbeitet, Unsicherheit bei den Kunden. Analysen und Bewertungen durch unabhängige Prüforganisationen bieten Orientierung bei der Investition in neue Anlagentechnik.

Das TÜV SÜD-Zertifikat „Energieeffiziente Anlagentechnik“ beispielsweise zeichnet Produktionsanlagen aus, die aus mindestens drei Komponenten bestehen. Dem Prüfverfahren liegt dabei ein detaillierter Anforderungskatalog zu Grunde. Neben den technischen Komponenten wird auch der spätere Betrieb des Systems nach Effizienzkriterien bewertet. Maßstab für den Energiebedarf ist der Vergleich mit der momentan besten verfügbaren Technik (BVT).

Nur wenn der Wirkungsgrad der geprüften Anlagentechnik deutlich höher liegt und diese auch tatsächlich energieeffizient betrieben werden kann, wird das Zertifikat „Energieeffiziente Anlagentechnik“ erteilt.

Elektrische Antriebstechnik: Energieeffizienz zahlt sich aus

Allein auf die elektrische Antriebstechnik entfallen mehr als zwei Drittel des Strombedarfs in der Industrie. Deshalb rechnen sich vor allem in diesem Bereich Investitionen in energieeffiziente Technik. Allerdings unterscheiden sich die zahlreichen Antriebssysteme auf dem Markt erheblich in Punkten der Energieeffizienz wie auch bei der Qualität, den Anwendungsmöglichkeiten und bei den weiteren Systemeigenschaften.

Deshalb hat sich ein deutscher Hersteller dazu entschieden, sein mechatronisches Antriebssystem von TÜV SÜD Industrie Service bewerten zu lassen. Das Unternehmen ist ein Spezialanbieter für Antriebsautomatisierung und produziert Komponenten für Montagelinien und Fertigungsstraßen.

Der Zertifizierung des Systems ging ein umfangreiches Energieaudit mit detaillierten Prüfungen beim Hersteller voraus. Betrachtet wurden nicht nur die Energieeffizienz einzelner Komponenten und deren Zusammenspiel, sondern auch spezifische Betriebszustände und -fahrweisen unter Verwendung verschiedener Last- und Drehzahlwerte des Antriebssystems. Zudem untersuchten die TÜV SÜD-Experten die firmeninternen Entwicklungs- und Konstruktionsprozesse. Denn für die erfolgreiche Zertifizierung muss sichergestellt sein, dass die Mitarbeiter die Produkte hinsichtlich größtmöglicher Energieeffizienz entwickeln und herstellen. (Was ist das Besondere an dem Antrieb?)

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