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Industrie 4.0 Theorie und Praxis von Industrie 4.0 wachsen zusammen

| Autor: Jan Vollmuth

Langsam wird’s konkret: Auf der diesjährigen Hannover Messe präsentieren zahlreiche Unternehmen Lösungen aus der Praxis rund um Industrie 4.0.

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Kollaborative Roboter wie der Yumi von ABB sind dafür ausgelegt, mit Menschen Seite an Seite in einem ganz normalen Produktionsumfeld zu arbeiten.
Kollaborative Roboter wie der Yumi von ABB sind dafür ausgelegt, mit Menschen Seite an Seite in einem ganz normalen Produktionsumfeld zu arbeiten.
(Bild: ABB)

Hätten Sie’s gewusst? Bereits im Jahr 2011 wurde der Begriff „Industrie 4.0“ auf der damaligen Hannover Messe der Öffentlichkeit vorgestellt. Seit seiner Premiere hat sich Industrie 4.0 zum bestimmenden Trendthema der Industrie entwickelt – und steht damit auch in diesem Jahr vom 25. bis 29. April wieder im Vordergrund der weltgrößten Industriemesse.

Über 100 konkrete Anwendungsbeispiele

Mit einem Unterschied: „Industrie 4.0 ist keine Zukunftsvision mehr – viele Lösungen liegen schon vor“, sagt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG: „Fabriken werden vernetzt. Maschinen tauschen Informationen mit Produkten aus. Und der komplette Prozess wird digital gesteuert.“ Folgerichtig steht die Hannover Messe 2016 unter dem Leitthema: Integrated Industry – Discover Solutions. „Wir erwarten mehr als 100 konkrete Anwendungsbeispiele für Industrie 4.0“, sagt Dr. Köckler.

Lösungen präsentiert zum Beispiel Festo (Halle 15, Stand D07). Die Bandbreite des Automatisierungsspezialisten reicht von Produkten, die über die neue Kommunikationsschnittstelle OPC-UA verfügen, über komplette Handhabungslösungen bis hin zu Bildungslösungen im Sinne von Qualifikation 4.0. Beckhoff wiederum, das sich im Technologienetzwerk „it’s OWL“ engagiert, zeigt unter anderem mit einem Showcase in Halle 7 zusammen mit SAP und weiteren Technologiepartnern anhand einer Live-Anwendung die Verzahnung von Fertigungsprozessen mit betriebswirtschaftlichen Abläufen. Und Siemens präsentiert in Halle 9, Stand D35, vier Themenbereiche, in denen Unternehmen der Fertigungs- und der Prozessindustrie anhand konkreter Lösungsangebote und echter Praxisbeispiele erfahren, wie sie von der Verschmelzung der realen und der virtuellen Welt profitieren können. Überschrieben sind diese vier Bereiche mit „Nachhaltige Energie für digitale Unternehmen“, „Neue Chancen für die Fiber Industry durch Digitalisierung“, „Auf dem Weg zur individualisierten Massenproduktion“ sowie „Automobilhersteller: Mit Digitalisierung auf der Überholspur“.

Mensch und Roboter Hand in Hand

Im Kielwasser von Industrie 4.0 boomt die Robotik, was sich ebenfalls auf der diesjährigen Hannover Messe widerspiegelt: Unternehmen wie Kuka, Kawasaki, Universal Robots, Yaskawa, Stäubli, Mitsubishi und viele weitere sind vor Ort. „Roboter sind als besonders flexible Automationskomponenten ein wichtiger Bestandteil von Industrie 4.0“, sagt Arno Reich, bei der Hannover Messe zuständig für den Bereich Industrie- automation. Gezeigt werden übergreifende Systeme und Lösungen vom Industrieroboter über Systemintegration, Montage- und Handhabungstechnik sowie industrielle Bildverarbeitung bis hin zu mobilen Robotern.

Der Leichtbauroboter LBR Iiwa von Kuka in Aktion

Innerhalb der Robotik geht der Trend zur Mensch-Roboter-Kollaboration, die etwa Kuka mit seinem neuen Leichtbauroboter LBR Iiwa oder ABB mit dem Yumi vorantreiben. Dabei spielt Sicherheit eine entscheidende Rolle. Anhand einer realen Applikation demonstriert zum Beispiel Pilz, Spezialist für sichere Automatisierung, welche Kollaborationsmöglichkeiten für Mensch und Roboter bereits heute ohne trennende Schutzeinrichtungen bestehen.

Der Roboter, der Papierflieger bastelt

Warten bis die Wartung erforderlich ist

Die Sonderschau „Predictive Maintenance 4.0“ in Halle 17, Stand A38 greift einen weiteren zentralen Aspekt der Industrie 4.0 auf: In der vorausschauenden Wartung wird mit Hilfe von Sensoren und intelligenter Datenanalyse der ideale Wartungszeitpunkt einer Maschine bestimmt.

Einen ganzheitlichen Blick auf Industrie 4.0 will schließlich das Forum Industrie 4.0 in Halle 8, Stand D19 werfen, das unter der Schirmherrschaft des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) steht: Themen wie Mensch und Arbeit, Geschäfts- und Strategiemodelle, der Umgang mit der Datenflut, Cybersecurity, Standards und Interoperabilität, und viele andere Themen rund um Industrie 4.0 stehen im Fokus zahlreicher Vorträge und Diskussionsrunden. (jv)

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Über den Autor

 Jan Vollmuth

Jan Vollmuth

Redakteur, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht