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ABB Stärkste Bandförderanlage in Chile mit moderner Antriebstechnik ausgerüstet

| Redakteur: Stefanie Michel

ABB liefert für die weltweit leistungsstärkste Bandförderanlage in der Chuquicamata-Mine in den chilenischen Anden die Elektro- und Automatisierungsausrüstung. Für den ABB-Standort Cottbus ist dies der bislang größte je erhaltene Auftrag mit einer Größenordnung im mittleren zweistelligen Millionen-Bereich.

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Für die zum Teil unterirdische Bandanlage der Mine Chuquicamata lieferte ABB das Antriebssystem sowie Transformatoren, Schaltanlagen, Instrumentierung und ein Prozessleitsystem.
Für die zum Teil unterirdische Bandanlage der Mine Chuquicamata lieferte ABB das Antriebssystem sowie Transformatoren, Schaltanlagen, Instrumentierung und ein Prozessleitsystem.
(Bild: ABB)

Die Förderanlage der Mine Chuquicamata verläuft zum unterirdisch und ihre Antriebsleistung summiert sich auf rund 55 MW. Die Bandanlage mit einer Kapazität von etwa 11.000 t/h ersetzt den heute noch praktizierten Truck-Transport des Erzes von der Mine zu der 13 km entfernten Aufbereitungsanlage. Durch den Verzicht auf den LKW-Transport werden CO2-Emissionen in der Größenordnung von über 150.000 t vermieden.

Getriebelose Antriebssysteme für die Bandanlage

Möglich wird eine solche Antriebsleistung durch die Verwendung von hier elf getriebelosen Antriebssystemen, also der Kombination von Frequenzumrichtern vom Typ ACS 6000 und Synchron-Elektromotoren, die jeweils eine Leistung von 5 MW besitzen und mit einer Drehzahl von 53 min-1 laufen. Der ABB-Auftrag umfasst die komplette elektrische und automatisierungstechnische Ausrüstung der Bandanlage. Dazu gehören neben den Antriebssystemen, Transformatoren, Schaltanlagen, Instrumentierung auch ein 800xA-Prozessleitsystem. In den Frequenzumrichtern ist ein in Cottbus entwickeltes spezielles „Mining Conveyor Control Program“ installiert, welches eine optimale Energieversorgung und die Steuerung der gesamten Bandanlage ermöglicht.

ABB in Cottbus ist zudem für das komplette Engineering, das Projektmanagement, die Dokumentation und der Inbetriebnahme inklusive des FAT (Factory Acceptance Test) verantwortlich. Das Projekt erstreckt sich bis ins Jahr 2019. Zulieferungen erfolgen von ABB Schweiz, Finnland und Deutschland. „Mit diesem Projekt stellen wir nicht nur erneut unsere technologische Kompetenz unter Beweis, sondern helfen auch bei der Reduktion von CO2-Emissionen durch den Ersatz der LKW-Transporte. Außerdem steigern wir für unseren Kunden die Verfügbarkeit und die Wirtschaftlichkeit seiner Mine“, sagt Peter Mühlbach, Leiter des Geschäftsbereiches Prozessindustrie in Cottbus. Technologiepartner ist wie schon bei früheren Großaufträgen in Chile TAKRAF, Endkunde und Betreiber der Mine die staatliche chilenische Codelco.

Zuverlässiger Betrieb des Antriebssystems

Die Kupfermine Chuquicamata existiert als Tagebau schon seit gut 100 Jahren, in denen etwa 2,3 Mrd. t Erz aus der Erde gewonnen wurden. Ein weiterer Abbau des noch vorhandenen ergiebigen Erzkörpers, der noch einmal mehr als 2 Mrd. t Erz enthalten soll, ist aber nur noch unterirdisch möglich. Dabei wird der vorhandene Tagebau von einem Bergwerk unterfahren. Der Betrieb der Mine soll so bis ins Jahr 2059 weitergeführt werden.

Auch die jetzt geplante Förderanlage liegt zum Teil unter der Erde und wird im Endausbau einen Höhenunterschied von rund 600 m überwinden – deshalb die große notwendige Antriebsleistung. Die Verwendung des speziellen ABB-Antriebssystems aus Umrichter und Motor macht den Einsatz von Reduktionsgetrieben überflüssig. Durch den Wegfall dieser teuren Verschleißteile steigt einerseits die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Bandanlage, andererseits entfällt eine aufwendige und kostspielige Ersatzteil-Logistik vor Ort in der 2870 m über dem Meeresspiegel befindlichen und abgelegenen Atacama-Wüste.

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