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Elektromotor Sorgen Roboter für die nächste industrielle Revolution?

| Redakteur: Ute Drescher

In den Fabrikhallen und in unseren Haushalten gibt es immer mehr Roboter. Und sie lösen immer komplexere Aufgaben. Trotzdem bleibt eine Maschine wie der Terminator ein Phantasieprodukt. Klar ist: Roboter und Menschen werden sich in den nächsten Jahren viel näher kommen.

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(Bild: www.daniel-gillet.com)

Sie sind überall. Mähen den Rasen, melken die Kühe, montieren Autos. Sie unterrichten Kinder und animieren Bewohner von Pflegeheimen zu Fitnessübungen. Roboter sind auf dem Vormarsch. Und es werden immer mehr.

Industriebetriebe weltweit haben im letzten Jahr mehr als 200.000 Roboter gekauft – so viele wie noch nie zuvor. In zwei Jahren werden es doppelt so viele sein, hauptsächlich wegen der hohen Nachfrage aus China. Hinzu kommen Serviceroboter, die ebenfalls immer gefragter werden. Ihr Marktpotenzial liegt laut Schätzungen bis 2020 bei 20 Mrd. US-Dollar. Zwar gibt es bereits seit Jahrzehnten Roboter, aber erst jetzt scheint die Technologie reif für den ganz großen Durchbruch. Und vielleicht stellen diese Maschinen tatsächlich die vierte industrielle Revolution dar – nach dem Auto, dem Computer und dem Smartphone.

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Pepper reagiert auf Emotionen

Magali Cubier jedenfalls ist von dieser Revolution überzeugt. Sie ist globale Marketingchefin beim französischen Roboterbauer Aldebaran und eine vielbeschäftigte Frau. Denn die ganze Welt spricht über Pepper, Aldebarans Vorzeigeroboter. 120 Zentimeter gross, schlanke Statur, auf drei Rollen unterwegs und mit menschlichen Merkmalen wie Kopf, Torso und Armen ausgestattet. Pepper kann Emotionen lesen und reagiert auf diese. Lässt sein Gegenüber den Kopf hängen, versucht ihn Pepper aufzumuntern: erzählt einen Witz, tanzt, oder spielt ein Lied.

Pepper ist mit mehreren Sensoren und Kameras ausgestattet und einer ausgeklügelten Software, die ihn lernfähig macht. Mit der Zeit lernt er, Stimmen und Gesichter verschiedenen Personen zuzuordnen, weiß über die Vorlieben seiner Nutzer Bescheid. Fragt man ihn nach dem Wetter, antwortet er mit den aktuellen Prognosen. Über das Internet hat er Zugriff auf Upgrades. Pepper, so das Ziel, soll dadurch immer mehr Fähigkeiten erhalten. Dies scheint gut anzukommen. Im Juni 2015 verkaufte Softbank, Aldebarans Mutterkonzern, die ersten 1000 Pepper-Robos innerhalb einer Minute. Bald sollen deutlich größere Stückzahlen erhältlich sein.

Die Einsatzmöglichkeiten sind groß: Familien kaufen ihn zur Unterhaltung. Demenzkranke Leute erhalten mit ihm einen Butler, der sie weckt, sie an die Medikamenteneinnahme erinnert oder mit ihnen Gedächtnisspiele macht. Bereits heute empfängt Pepper Kunden in japanischen Telecom-Geschäften. Dort, wie in ganz Asien, herrscht eine regelrechte Robotermanie. Ob sich Pepper auch im eher roboterkritischen Europa durchsetzt, muss sich zeigen. Magali Cubier sagt dazu: „Einige Leute reagieren zurückhaltend, wenn sie auf unsere Roboter treffen. Deshalb haben wir Pepper so programmiert, dass er auf Personen zugeht und sie anspricht. Wenn sie dann merken, wie einfach der Umgang mit dem Roboter ist, werden sie lockerer und haben Spass“.

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