Wirtschaft So resilient waren Industriebetriebe im Corona-Lockdown

Von Sandro Kipar

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Der Lockdown im Frühjahr 2020 war ein Schock für die Wirtschaft. Manche Betriebe meisterten die Krise jedoch besser als andere.

237 Betriebe aus allen Branchen gaben dem Fraunhofer ISI im Winter 2020 Auskunft zu ihrer Situation während und nach dem Corona-Lockdown.
237 Betriebe aus allen Branchen gaben dem Fraunhofer ISI im Winter 2020 Auskunft zu ihrer Situation während und nach dem Corona-Lockdown.
(Bild: APchanel - stock.adobe.com)

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass sich vor allem KMU während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 als resilient erwiesen haben. Laut einer Mitteilung liegt das an den überschaubaren Strukturen von KMU sowie an der dadurch ermöglichten höheren Flexibilität und Agilität. Auch Industrie-4.0-Technologien haben einen Einfluss darauf, wie robust oder regenerationsfähig ein Unternehmen ist. Untersucht wurde von den Forschern das verarbeitende Gewerbe in Deutschland.

Einfachheit gewinnt in der Krise

Laut den Forschern erwiesen sich rund 61 Prozent der Unternehmen als vulnerabel. Das bedeutet, dass diese Betriebe weder ausreichend robust noch regenerationsfähig waren und Ende 2020 immer noch die Nachwirkungen des Lockdowns spürten. Etwa 20 Prozent erwiesen sich als robust, knapp 19 Prozent als regenerationsfähig. Am besten verkrafteten Betriebe der Prozessindustrien sowie Hersteller von konsumnahen Produkten wie beispielsweise Nahrungsmitteln den Lockdown im Frühjahr. Elektroindustrie, der Maschinen- und Fahrzeugbau sowie die Metallindustrie waren dagegen sehr stark vom Lockdown betroffen.

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Unternehmen die keine oder nur wenige digitale Technologien nutzten, erwiesen sich ebenfalls als deutlich robuster als Betriebe mit einer hohen Dichte an Industrie-4.0-Technologien. Diese waren dafür deutlich regenerationsfähiger. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass hoch technologisierte Betriebe anfälliger für Störereignisse sind, sich aber auf langer Sicht schneller erholen können. Im konkreten Beispiel verschärften sich während des Lockdowns auch die Lieferkettenprobleme, was vor allem Unternehmen schadete, die mit komplexen Technologien und Produkten arbeiten.

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