Suchen

Autonomes Fahren So denken Menschen über autonome Fahrzeuge

Redakteur: Katharina Juschkat

Die Technik für autonomes Fahren macht erstaunliche Fortschritte – aber ist der Mensch auch bereit für das autonome Auto? Der Reifenhersteller Goodyear und die London School of Economics befragten über 10.000 Menschen, ob sie das Steuer aus der Hand geben würden.

Firmen zum Thema

Sind wir bereit, das Steuer aus der Hand zu geben? Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Fahrer eher bereit sind, sich auf autonome Fahrzeuge einzulassen, wenn sie einen Nutzen für die Verkehrssicherheit und die eigene Mobilität sehen.
Sind wir bereit, das Steuer aus der Hand zu geben? Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Fahrer eher bereit sind, sich auf autonome Fahrzeuge einzulassen, wenn sie einen Nutzen für die Verkehrssicherheit und die eigene Mobilität sehen.
(Bild: obs/Goodyear Dunlop)

Sind wir bereit, das Steuer aus der Hand zu geben? Der Frage ging die Studie Think Good Mobility nach. Autonom fahrende Autos sollen unsere Zukunft sein, werden von vielen Verkehrsteilnehmern aber eher zurückhaltend bewertet. In der Studie, die der Reifenhersteller Goodyear zusammen mit der London School of Economics (LSE) durchführte, ging es aber nicht nur darum, wie der Mensch selbstfahrenden Autos gegenübersteht, sondern auch, ab wann er das Steuer aus der Hand geben würde.

Der eigene Nutzen als wichtigster Faktor

Autonome Fahrzeuge werden kommen, sind sich der Reifenhersteller und die LSE sicher. Wie schnell und in welchem Umfang dies geschehen wird, ist derzeit noch ungewiss. Die Studie hat auf Grundlage der aktuellen Entwicklungen untersucht, wie offen der Mensch für autonome Fahrzeuge und damit verbundene Technologien ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Akzeptanz für autonomes Fahren gerade hierzulande eher verhalten ist. Möglicherweise könnte das den besonderen kulturellen und emotionalen Stellenwert des Autos widerspiegeln. Allerdings legt die Studie ebenfalls die Vermutung nahe, dass der Zuspruch für die neue Technologie steigt, sobald der „Fahrer“ einen zusätzlichen Nutzen hat. Der Fantasie der Befragten waren wenig Grenzen gesetzt: „Dann kann man sein Auto am Samstagmorgen zum Bäcker schicken. Zettel reinlegen, anrufen, Zettel liegt drin, Geld auch“, lautete eine Antwort der befragten Personen.

Auch die steigende Sicherheit wird als rationaler Nutzen wahrgenommen. „Wenn ich von einer Fete nach Hause komme, ist mir jedes autonome Auto lieber, als dass ich selber fahren müsste“, erklärte eine Befragte. Bei Faktoren, die die bisherige Verwendung des Autos stark verändern, sind viele Interviewten skeptisch. 79 % der Befragten sind der Meinung, dass ein Fahrer jederzeit die Kontrolle über sein Auto haben sollte. 72 % stimmen damit überein, dass ein Fahrer in der Lage sein muss, bei Bedarf mit anderen Autofahrern kommunizieren zu können, während 57 % bestätigen, dass autonome Fahrzeuge mangels nötigem gesunden Menschenverstand nicht in der Lage sind, mit menschlichen Fahrern zu interagieren.

Lenkrad, Sicherheitstechnik und smarte Reifen sind gewünscht

Geht es um zusätzliche Komponenten, welche die Befragten auf jeden Fall in autonomen Fahrzeugen vorfinden möchten, so sind die Top drei das Lenkrad, welches 75 % der Befragten wichtig ist, fortschrittliche Sicherheitstechnik zum Schutz von Fußgängern, die sich 66 % wünschen, und smarte Reifen, welche 58 % nicht missen möchten. Da den Reifen als einzige physische Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße auch künftig eine wichtige Rolle zukommt, beschäftigt Goodyear sich seit vielen Jahren mit smarten Reifen. „Wir sehen eine Zukunft, in der sich unsere Produkte stärker mit dem Fahrzeug, anderen Straßenteilnehmern oder der Infrastruktur vernetzen und so situativ auf die jeweiligen Straßenverhältnisse reagieren“, erklärt Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Goodyear für Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Dass es bei Autofahrern aktuell noch Vorbehalte gegen autonome Fahrzeuge gibt, geht aus der Studie zweifelsohne hervor. Dabei veranschaulicht sie, dass der Faktor Mensch bei zukünftigen Mobilitätskonzepten neben der Technik eine wichtige Rolle spielen wird und unterstreicht gleichsam die Relevanz der Straße als sozialer Raum. Sie legt außerdem nahe, dass die Fahrer, sobald sie einen klaren Nutzen für Verkehrssicherheit und die eigene individuelle Mobilität erkennen, eher bereit sind, sich auf die neue Technologie einzulassen.

Über die Studie

Die Studie ist Teil der Goodyear-Initiative Think Good Mobility. Sie beinhaltet die Befragung von Fokusgruppen aus vier verschiedenen europäischen Ländern mit insgesamt 48 Teilnehmern und einer Online-Studie, an der sich insgesamt 12.000 Befragte aus 11 Ländern beteiligt haben. Sie bezieht sich auf eine Studie aus dem Jahr 2015, als mit der LSE das soziale Verhalten von Autofahrern auf der Straße untersucht wurde. Die Studie soll zur Debatte um die Zukunft des Fahrens und der Verkehrssicherheit beitragen. (kj)

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:44521818)