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Maschinensicherheit So bleiben Sie sicher am Ball

Autor: Ute Drescher

Sind Sie auf dem Laufenden beim Thema Maschinensicherheit? Wir haben bei Herstellern von Safety-Produkten nachgefragt, was Konstrukteure aktuell beschäftigt.

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(Bild: VBM-Archiv)

Für die funktionale Sicherheit von Maschinen und Anlagen gehört die EN ISO 13849 zu den zentralen Normen. Sie gilt für sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen und umfasst allgemeine Gestaltungsleitsätze in Teil 1 sowie die Validierung in Teil 2. Nun ist sie zum ersten Mal seit zehn Jahren revidiert worden mit dem Ziel sowohl die Lesbarkeit als auch die Anwendbarkeit zu erhöhen. Im Zuge der Aktualisierung wurden auch Begriffe, Abkürzungen und Formelzeichen geändert sowie Normenverweise aktualisiert, wie Tobias Blickle, Leiter Produktmanagement Safety bei ABB, erklärt. Eine wesentliche Änderung wirkt sich auf Subsysteme der Kategorie 4 aus: Hier ist der MTTF d-Wert pro Kanal nicht mehr auf 100 Jahre begrenzt, sondern wurde auf 2500 Jahre erhöht. „Für den Maschinenbauer bedeutet das“, erklärt Blickle, „dass er in Zukunft mehrere Performance-Level-e-Subsysteme kombinieren kann, ohne dabei auf Performance Level d abzurutschen“.

Retrofit bleibt aktuell

Einen Trend, der sich auch auf das Sicherheitskonzept von Maschinen und Anlagen auswirkt, beobachtet Martin Frey, Vertriebsleiter Deutschland bei Pilz, schon seit einiger Zeit: Aus seiner Sicht ist das Thema Retrofit ein Dauerbrenner für Maschinenbauer. „Soll eine Maschine oder Anlage umgerüstet werden“, so Frey, „müssen auch die Sicherheitsmaßnahmen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.“ Daher muss also auch die Sicherheitstecnik so nachgerüstet werden, dass sie den aktuellen Anforderungen der Maschinenrichtlinie entspricht.

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Neue Herausforderung: Losgröße 1

Die Anforderung vieler Anwender, möglichst Losgröße 1 produzieren zu können, stellt auch die Sicherheitstechnik vor neue Herausforderungen, erfordert sie doch häufiger Umrüstprozesse als früher. „Das größte Thema, das unsere Kunden beschäftigt, sind kleine Losgrößen“, so Josef Zimmermann, Technical Industry Manager Automotive Industry bei Sick. Allein die Umrüstzeiten und die damit in der Regel verbunden Stillstandzeiten bedeuten Zeitverluste, die möglichst gering gehalten werden sollen. „Eine innovative Safety-Lösung an einer solchen Maschine macht die sichere Mensch-Maschine-Kooperation möglich“, erklärt Zimmermann.

Der 4. Anwendertreff Maschinensicherheit (s. Kasten) greift diese Themen auf. Dort erfahren Sie unter anderem, was die Änderungen der EN ISO 13849, der Retrofit von Maschinen und Anlagen oder die Forderung nach Losgröße 1 für Ihr Safety-Konzept bedeutet. (ud)

(ID:44043615)

Über den Autor

 Ute Drescher

Ute Drescher

Chefredakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht