3D-Druck

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft

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Besonders bei den Gelenkprothesen gewinnt AM an Bedeutung

Während die Studie von Roland Berger über das Marktpotenzial des 3D-Drucks allgemein Auskunft gibt, liefert eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney die Zahlen für den Medizinischen Bereich. Konkret prognostiziert sie bis 2020 eine Zuwachsrate von 20 bis 25 Prozent. Besonders bei den Gelenkprothesen, das heißt Hüft-, Schulter-, Knie- und Kiefergelenk, gewinnt die Herstellung individualisierter Transplantate an Bedeutung.

Für Medizintechnikunternehmen, die die (Prototypen-)Fertigung ihrer Produkte heute vielfach outsourcen, stellt sich damit die Frage: Welche Dienstleister stehen für additive Fertigungsverfahren zur Verfügung?

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Einige repräsentative Beispiele seien hier genannt: Die Popp Group etwa konstruiert häufig Prototypen für medizintechnische Geräte. Während das Endprodukt im Spritzgussverfahren gefertigt werden wird, erfolgt das Prototyping mit Hilfe eines 3D-Druckers von German Rep-Rap. „Erst wenn sicher ist, dass keine Anpassungen mehr nötig sind, wird ein teures Spritzgusswerkzeug erstellt“, erläutert der Projektverantwortliche Rene Schneider die Vorteile.

Die Firma Proto Labs, Anbieter von Digital Manufacturing Services für schnelles Prototyping sowie Vor- und Kleinserien, stellt neben der Stereolithographie die industriellen 3D-Druckverfahren Direktes Metall-Lasersintern und selektives Lasersintern zur Verfügung. Mithilfe von 3D-Druck, CNC-Bearbeitung und Spritzguss können Projekte von der Prototypenherstellung bis hin zum Bridge-Tooling und zur Kleinserienproduktion vollständig umgesetzt werden.

Pöppelmann aus Lohne entwickelt und produziert technische Funktionsteile und Verpackungen für die Medizintechnik. „Am Anfang hat der Kunde eine Idee und die möchte er natürlich schnell in Serie herausbringen“, sagt Michael Rönnau, Bereichsleiter Prototypenbau bei Pöppelmann. „Ich mache aus dieser Idee mit Hilfe der CAD-Daten und dem 3D-Druck einen realistischen Prototyp.“

Ob also Metall, Kunststoff oder Keramik, ob Prototyp oder Kleinserie, ob Kieferchirurgie oder Orthopädie, ob Werkzeug für die Fertigung, Implantat oder medizinisches Modell – der 3D-Druck ist eine echte technische Revolution. Weder Formen- und Prototypenbauer noch Medizintechnikunternehmen, Ärzte oder Patienten kommen langfristig an der Technologie vorbei. Sie beschleunigt die Entwicklung und Fertigung und generiert dabei noch bessere Werkzeuge und Medizinprodukte. ks

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