3D-Druck

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft

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Rapides Wachstum beim Druck von Hüft- und Knieimplantaten

Ein rapides Wachstum verzeichnet der 3D-Druck auch bei Hüft- und Knieimplantaten: Studien haben gezeigt, dass die Heilung beim Einsatz patientenspezifischer Prothesen schneller erfolgt, die Patienten danach beweglicher sind und die Erfolgsquote bei komplexen Eingriffen höher liegt. Das Marktforschungsunternehmen Gartner prognostiziert deshalb, dass sich 3D-gedruckte künstliche Gelenke in den nächsten zwei bis fünf Jahren in der Hüft- und Knie-Endoprothetik etablieren werden, die derzeit einen Umsatz von 15 Millionen Dollar jährlich macht.

Doch nicht nur bei Implantaten kann der 3D-Druck mit Passgenauigkeit punkten, wie die additiv gefertigte Wadenprothese einer russischen Extremsportlerin beweist: Can-Touch, ein russischer Online-Dienstanbieter für industriellen 3D-Druck, scannte beide Unterschenkel der jungen Frau ein. Hierfür setzte das Unternehmen den handgeführten 3D-Scanner Artec Eva ein. Für das Scannen von organischen Formen und menschlichen Körpern entwickelt, erzeugt Artec Eva in Echtzeit ein hoch aufgelöstes 3D-Modell des Objektes. Im Anschluss an die Erstellung des 3D-Modells des Wadenmuskels wurde eine kosmetische Prothese mit einem 3D-Drucker erzeugt. Dafür setzte Can Touch den beständigen und leichten weißen Kunststoff PA 2200 ein. Aus dem pulverförmigen Grundstoff wurde im Selektiven-Lasersinterverfahren ein 3-dimensionales Objekt erstellt.

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So weit die Medizin. Zurück zur Industrie, wo es nicht nur um die Fertigung von Medizinprodukten, sondern auch um die Herstellung der Werkzeuge für diese Medizinprodukte geht. Welche Prozesse in der additiven Metallverarbeitung heute schon industrialisiert und damit zugänglich sind, zeigte die diesjährige Metav in Düsseldorf. Aussteller beziehungsweise Firmen, die hier für die Medizintechnik relevant sind: Concept Laser, SLM Solutions oder Trumpf Laser- und Systemtechnik. Des Weiteren gibt es mittlerweile zahlreiche Hersteller von Hybridmaschinen, die sowohl das Auftragen von Material als auch die spanende Bearbeitung ermöglichen. Dazu gehören das Bielefelder Unternehmen DMG Mori mit seinem vollwertigen 5-Achs-Bearbeitungszentrum Lasertec 3D sowie die japanische Matsuura Machinery mit deutschem Firmensitz in Wiesbaden.

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