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Sicherheitsrisiko Schokolade

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Offen wie ein Scheunentor

Die Experten des Security-Unternehmens Kaspersky Lab identifizierten zudem im Rahmen einer aktuellen Untersuchung 188.019 über das Internet erreichbare Industriesteuerungen, 13,9 Prozent davon in Deutschland. 91,6 Prozent der aufgespürten Geräte nutzten unsichere Internetprotokolle und stellten mögliche Angriffspunkte dar. Dies belegten zwei Studenten aus Paderborn: Sie stießen im Internet auf die ICS-Adresse eines Wasserwerks in Bayern, dessen Pumpen sie hätten manipulieren können – stattdessen informierten sie das BSI. Darüber hinaus hatten die beiden Web-Detektive auf ähnliche Weise verwundbare Adressen unter anderem von Biogasanlagen, Heizkraftwerken und Hochhäusern ausfindig gemacht.

Wer sind die potenziellen Angreifer? Laut Bitkom-Studie in den meisten Fällen aktuelle oder ehemals Beschäftigte der betroffenen Unternehmen (65 Prozent), gefolgt von Kunden, Lieferanten oder Dienstleistern – oft mit Insiderkenntnissen – (rund 30 Prozent) sowie von Wettbewerbern (16 Prozent).

Sicherheitskultur etablieren

Angesichts dieser Zahlen empfiehlt Holz: „Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern nicht misstrauen, sondern eine Sicherheitskultur etablieren, die das Bewusstsein für den Schutz des Betriebs schärft.“ Ebenso wichtig sei es, die technische IT-Sicherheit zu steigern, etwa durch spezielle Systeme für die Erkennung und Abwehr von Angriffen, und die organisatorische Sicherheit zu erhöhen: Dazu gehören unter anderem Regelungen, wer im internen Netzwerk auf welche Daten zugreifen darf und wer Zutritt zu sensiblen Bereichen eines Unternehmens bekommt.

Derart sensibilisiert sollte kein Mitarbeiter mehr sein Passwort leichtsinnig herausrücken – auch nicht für eine Tafel Schokolade.

* Jan Vollmuth ist Redakteur bei konstruktionspraxis

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 Jan Vollmuth

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