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Verbundwerkstoff SGL Group eröffnet Entwicklungs- und Fertigungszentrum für Fiber-Placement-Verfahren

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Die SGL Group und das Fraunhofer IGCV haben das Entwicklungs- und Fertigungszentrum für zukunftsweisende Fiber-Placement-Verfahren in Meitingen gegründet. Als weitere Partner konnten die Anlagenhersteller Compositence GmbH und BA Composites GmbH gewonnen werden.

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Materialeffizientes Legen und Schneiden von Carbonfasern im Fiber Placement Center
Materialeffizientes Legen und Schneiden von Carbonfasern im Fiber Placement Center
(Bild: SGL Group)

Faserverstärkte Kunststoffe werden als Teil des Materialmix der Zukunft immer wichtiger, vor allem in den Bereichen Automobil und Luftfahrt. Dabei ist auch die stetige Weiterentwicklung der Faserverarbeitung entscheidend. Ein besonders zukunftsweisendes Verfahren ist das automatisierte, belastungsgerechte und materialeffiziente Legen und Schneiden der Fasern, das sogenannte Fiber Placement. Um diese Fertigungsverfahren branchenübergreifend verstärkt in Großserienanwendungen zu bringen und die entsprechenden Konzepte hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz weiter zu optimieren, haben die SGL Group und das Fraunhofer IGCV nun ein gemeinsames Fiber Placement Center gegründet.

Verschiedene Fertigungskonzepte entwickeln

Das neue Entwicklungs- und Produktionszentrum bietet seinen Kunden auf einer Fläche von über 500 Quadratmetern auf unterschiedlichen High-Tech-Anlagen die Möglichkeit, verschiedene Fertigungskonzepte zu entwickeln und in einer Prototypenfertigung zu demonstrieren. Darüber hinaus kann bei Potenzialnachweis auch eine Produktion von faserverstärkten Bauteilen für die Großserie durch die SGL Group umgesetzt werden. Verarbeitet werden trockene wie auch vorimprägnierte Fasern mit duroplastischen oder auch thermoplastischen Matrixsystemen. Eng verzahnt ist die Arbeit zudem mit dem SGL-eigenen Lightweight and Application Center in Meitingen, mit den wissenschaftlichen Teams des Fraunhofer IGCV in Augsburg und dem Lehrstuhl für Carbon Composites der Technischen Universität München.

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Bereits heute laufen im Fiber Placement Center die Vorbereitungen für bilaterale Projekte mit Flugzeugherstellern für Sekundär- und Primärstrukturbauteile in verschiedenen Flugzeugtypen sowie Entwicklungsprojekte mit verschiedenen Automobilherstellern weltweit. Offiziell in Betrieb genommen wird das Fiber Placement Center am 6. März 2018 mit der Vorstellung des Zentrums auf der Branchenmesse JEC World in Paris.

Alternative für eine Serienfertigung von Bauteilen aus faserverstärktem Kunststoff

„Fiber Placement ermöglicht ein hohes Maß an Automatisierung in der Fertigung bei gleichzeitig hoher Flexibilität und besonders effektivem Materialeinsatz. Mit dem neuen Zentrum bieten wir diese aus der Luftfahrt kommende Technologie nun auf einem industriereifen Niveau auch anderen Branchen an. Für viele unserer Kunden ist dies eine interessante Alternative oder gute Ergänzung zu bereits bestehenden Verfahren auf dem Weg zur Serienfertigung von Bauteilen aus faserverstärktem Kunststoff“, erklärt Andreas Wüllner, Leiter des Geschäftsbereichs Composites – Fibers & Materials bei der SGL Group.

„Am Fiber Placement Center zeigt sich sehr gut der Anspruch der Fraunhofer-Gesellschaft, mit anwendungsorientierter Forschung den Transfer zwischen Wissenschaft und Industrie konkret zu unterstützen und die Industrialisierung von faserverstärkten Kunststoffen zu fördern. Fiber Placement ist dabei ein Verfahren, das durch die zunehmende Nachfrage nach einem stärkeren Automatisierungsgrad der Fertigung für zukünftige Anwendungsfälle besonders geeignet ist und sehr von einer industrienahen Forschung profitiert“, ergänzt Prof. Dr. Klaus Drechsler, Leiter des Lehrstuhls für Carbon Composites der TU München. (jup)

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