Antriebsverstärker Servoverstärker und Antriebe um sicherheitsrelevante Funktionen erweitert

Schneider Electric hat erweiterte Servoverstärker und integrierte Antriebe der Baureihe Lexium 62 für die sicherheitsgerichtete Automation auf Basis von Pacdrive 3 vorgestellt. Eines der Kernelemente von Pacdrive 3 ist die integrierte Safety-Lösung. Sie soll die sichere Kommunikation mit der I/O- und der Antriebskommunikation auf dem Sercos Automation Bus vereinen.

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Die sicheren integrierten Antriebe kommunizieren wie ihre Standard-Pendants über Sercos.
Die sicheren integrierten Antriebe kommunizieren wie ihre Standard-Pendants über Sercos.
(Bild: Schneider Electric)

Die neuen Servoverstärker und integrierten Antriebe der Produktreihen Lexium 62 und Lexium 62 ILM von Schneider Electric umfassen integrierte Funktionalitäten für SS1, STO, SS2, SOS, SDS, SDI, SLS und SMS. So sollen Anwender der Motion-Control-Technologie bei Pacdrive 3 jetzt differenzierte Konzepte der sicherheitsgerichteten Automation bis Kat. 4/PL e nach EN ISO 13849-1 und SIL 3 nach IEC 61508 umsetzen können. Sie verfügen gegenüber den Standardantrieben über einen erweiterten Umfang an sicherheitsrelevanten Funktionen: STO (Safe Torque Off), SS1 (Safe Stop 1), SS2 (Safe Stop 2), SOS (Safe Operating Stop), SLS (Safe Limited Speed), SDI positive/negative (Safe Direction, beide Drehrichtungen) sowie SMS (Safe Maximum Speed).

Der gleiche Funktionsumfang ist durch ein Optionsmodul auch für die integrierten Servoantriebe der Reihe Lexium 62 ILM verfügbar. Durch Verlagerung der Regelelektronik eines Servoverstärkers ins Feld sollen so Konzepte der schaltschranklosen Automation möglich sein. Das Optionsmodul wird an die Standardelektronik der Antriebe angeflanscht und passt zu allen Versionen der aktuellen Lexium 62 ILM-Reihe. Alle Funktionen sind zertifiziert für die unmittelbare Realisierung von Lösungen für Maschinensicherheit bis Kat. 4/PL e nach EN ISO 13849-1 und SIL 3 nach IEC 61508.

Servoverstärker für die sicherheitsgerichtete Automatisierung

Die sicheren integrierten Antriebe kommunizieren wie ihre Standard-Pendants über Sercos. Die sicherheitsgerichtete Kommunikation findet parallel zur Standardkommunikation auf dem Sercos Automation Bus statt. Für beide Baureihen – Lexium 62 und Lexium 62 ILM – gilt : Sichere und nicht sichere Einheiten lassen sich beliebig mischen. Servoverstärker der Reihe Lexium 62 können bei der Reihenmontage zusammen mit dem gemeinsamen Netzteil an beliebiger Position eingefügt werden. Ebenso können Lexium 62 ILM integrierte Antriebe mit Optionsmodul in den mit ILM möglichen Linien-, Baum- und Daisy-Chain-Topologien beliebige Positionen zwischen Standard-Einheiten einnehmen. Gemischte Verbünde aus Antrieben in Schaltschrankversion und integrierten Antrieben sollen weiterhin bei Einbeziehung sicherer Varianten möglich sein.

Die neuen Servoverstärker beziehungsweise das Optionsmodul bieten laut Schneider Electric in mehrerer Hinsicht Vorteile. Der Verdrahtungsaufwand soll sinken, darüber hinaus sollen sich Stillstandszeiten von Maschinen durch Wartungsmaßnahmen oder Materialwechsel reduzieren lassen. Äußerst vorteilhaft für die Vorhaltung von Ersatzteilen: Alle Sicherheitsfunktionen sind mit den mit sin/cos-Gebern ausgerüsteten Standardmotoren der Reihen Lexium SH3, Lexium SHS und Lexium MH3 realisierbar – ohne speziell zertifizierte Encoder oder ähnliche Modifikationen. Das gleiche gilt für die integrierten Servoantriebe der Baureihe Lexium 62 ILM. Auch hier macht lediglich das mit zwei Schrauben an die Motorelektronik anbringbare Safety-Optionsmodul den Unterschied zu den Standard-Antrieben.

Auf der Engineering-Seite unterstützen PLC-open Safety-konforme Funktionsblöcke die Einbindung der sicheren Antriebe. Diese werden in das sicherheitsgerichtete, IEC-61131-konforme Programm der für Pacdrive/Sercos-Kommunikation verfügbaren Modicon-Sicherheitssteuerungen integriert. Sosafe ist weiterhin das Tool zur Erstellung des Programms und zur Parametrierung der Konfiguration. (sh)

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