Windturbinen SDL-Fähigkeit im Ernstfall nachgewiesen

Redakteur: Jan Vollmuth

Die so genannte Systemdienstleistungsverordnung regelt seit April 2011 in Deutschland von technischer Seite die Integration neuer Windturbinen in das Stromnetz. Nun konnte Nordex die SDL-Fähigkeit seiner Anlagen in einem konkreten Fall belegen.

Anbieter zum Thema

(Bild: Nordex)

Seit April 2011 müssen neue Windturbinen in Deutschland höheren Anforderungen an ihre Integration in das Stromnetz genügen. Das regelt die so genannte Systemdienstleistungsverordnung, kurz SDL WindV. Mit zum Teil erheblichem Aufwand haben die Turbinen-Hersteller ihre Technologie nachgerüstet, um den neuen Anforderungen zu entsprechen. Dabei geht es im Wesentlichen um die Fähigkeit der Turbinen, bei kurzen Spannungseinbrüchen während eines Netzfehlers im Betrieb zu bleiben und weiterhin Strom zu produzieren.

Der Nachweis wurde dann in der Regel durch technische Gutachten unabhängiger Prüfungsgesellschaften erbracht, die auch auf Simulationen basierten. In den letzten Monaten mussten sich einige Anlagen aber auch schon im Ernstfall beweisen.

„Im Frühjahr kam es in Norddeutschland nach einem schweren Netzfehler durch den windbedingten kurzzeitigen Kontakt zweier Leiterseile im Höchstspannungsnetz (380 kV) zu einem schlagartigen Spannungseinbruch, den unter anderen auch mehrere nach SDL-WindV zertifizierte Windparks zu verkraften hatten. Der Netzfehler wurde konzeptgemäß geklärt, so dass es keine Einschränkung der Versorgung gab. Allerdings trennten sich eine große Anzahl von Erzeugungsanlagen vom Netz. Daraufhin bat der Netzbetreiber 50Hertz Transmission alle Hersteller nachzuweisen, ob sich ihre Turbinen regelkonform verhalten haben“, so Marc Sielemann, technischer Vorstand der Nordex SE.

Das Ergebnis: Nordex konnte belegen, dass seine Turbinen dazu beigetragen haben, eine großflächige Ausbreitung des Spannungseinbruchs im Netzgebiet zu vermeiden und das elektrische Energieversorgungsnetz kurzfristig wieder zu stabilisieren. „Das Verhalten der Nordex-Turbinen bei diesem Netzfehler war vorbildlich“, so Stephan Schulz vom Netzbetreiber 50Hertz.

Hintergrund für die neuen Anforderungen an Windparks ist der weiter gestiegene Anteil erneuerbarer Energien im deutschen Stromnetz. Im letzten Jahr lag er schon bei rund 20 Prozent. Den Löwenanteil nimmt dabei Strom aus Windenergie ein. Insbesondere in Norddeutschland tragen Windparks heute mit über 45 Prozent schon wesentlich zur Stromversorgung bei. Das entspricht den umweltpolitischen Zielen im Land, gleichzeitig stellt es die Stromnetzbetreiber aber vor neue Herausforderungen. Diese sollen durch die SDL-Verordnung bewältig werden. Nordex-Anlagen können zukünftig auch mit innovativen netzstützenden Funktionen - wie der automatischen Spannungsregulierung - einen erweiterten Beitrag leisten. (jv)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:34269650)