Bionik

Schrumpelige Haut inspiriert für konstruktive Geometrie

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Schrumpelige Haut, die beim Baden entsteht, ist nicht nur ein Naturphänomen, sondern auch aus der Perspektive der Geometrie interessant, als Inspiration für konstruktive Geometrie.
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Schrumpelige Haut, die beim Baden entsteht, ist nicht nur ein Naturphänomen, sondern auch aus der Perspektive der Geometrie interessant, als Inspiration für konstruktive Geometrie. (Bild: Hand / BY 2.0)

Schrumpelige Haut, die beim Baden entsteht, ist nicht nur ein Naturphänomen, sondern auch aus der Perspektive der Geometrie interessant, als Inspiration für konstruktive Geometrie. Jedenfalls für Dr. Myfanwy Evans. Die 33-jährige Mathematikerin und Physikerin hat für ihre innovative Forschung den Nachwuchspreis des Berliner Wissenschaftspreis vom regierenden Bürgermeister Michael Müller überreicht bekommen.

Myfanwy Evans ist bereits in jungen Jahren eine international sichtbare Nachwuchswissenschaftlerin mit umfangreichen Kooperationen in vielen Ländern. Sie forscht an der Schnittstelle von Geometrie und Physik, insbesondere an geometrischen Formen in der Natur. Dabei nutzt sie die Natur einerseits als Inspiration für konstruktive Geometrie, und andererseits die Mathematik als Inspiration für die Charakterisierung und die künstliche Replikation der Natur.

An mathematischen Herausforderungen forschen

Der Präsident der TU Berlin, Prof. Dr. Christian Thomsen, gratulierte der Forscherin und sagte: „Die Verleihung des Nachwuchspreises des Regierenden Bürgermeisters an Myfanwy Evans zeigt nicht nur die außergewöhnliche Expertise, die die Mathematikerin bereits in jungen Jahren zur selbstständigen Forschung als Nachwuchsgruppenleiterin im Emmy-Noether-Programm der TU Berlin befähigt. Der Preis für Myfanwy Evans zeichnet ebenso die besonders hohe Qualität aus, mit der in Berlin an mathematischen Herausforderungen geforscht wird. Mit dem Matheon, das in diesen Tagen sein 15-jähriges Jubiläum begeht, konnten sich die Berliner Universitäten in diesem Feld international herausragend positionieren. Sie bieten mit der gemeinsamen Graduiertenschule, der Berlin Mathematical School eine hervorragende Nachwuchsschmiede an.“

Der Berliner Wissenschaftspreises wird für innovative Forschungsansätze in einem Berliner Zukunftsfeld mit besonderem Nutzen für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. In der Jury sitzen die für Wissenschaft und Forschung zuständigen Mitglieder des Senats, der Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie weitere herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Mit der Alexander von Humboldt-Stiftung nach Deutschland

Myfanwy Evans, die in Canberra, Australien geboren wurde, hatte zunächst an der Australian National University in Canberra, Australien Mathematik studiert, an der sie 2011 auch ihre Doktorarbeit verteidigte, die zwischen Angewandter Mathematik und Physik angesiedelt war, sich mit dreidimensionalen Verknüpfungen, Knoten und Netzen befasste und mit der Jagadishwar Mohanty Medaille für den besten PhD in Physik ausgezeichnet wurde.

Ein Alexander von Humboldt-­Stipendium brachte die junge Wissenschaftlerin 2012 nach Deutschland, wo sie kurze Zeit später mit einem exzellenten Forschungsprojekt zur Geometrie und Topologie von weicher Materie eine prestigeträchtige Emmy Noether-Nachwuchsgruppe von der Deutschen Forschungsgemeinschaft einwarb und damit an die TU Berlin ans Institut für Mathematik kam. Ihre Forschung nimmt einen wichtigen Raum ein zwischen dem klassischen Feld der Geometrie und den modernen Bereichen von Design und neuen Materialien. Ihre Anfangszeit in Berlin war geprägt von der Organisation der international sichtbaren Konferenz „Shape Up“, einem einwöchigen Fest der Geometrie in Berlin mit Keynote-Gästen aus Harvard, Oxford, Princeton, Cambridge und anderen renommierten Institutionen. Sie gehört der Junior Faculty der Berlin Mathematical School an und nimmt darüber hinaus seit dem Juli 2016 die Position des „Principal Investigator“ im Sonderforschungsbereich Transregio 109 (Diskretisierung, in Geometrie und Dynamik) ein. Außerdem ist sie in den Berliner Clusterantrag in der Exzellenzstrategie „Matters of Activity: Image Space Material – Eine neue Kultur des Materialen“ maßgeblich eingebunden.

Großer Wissenschaftspreis geht an Günter M. Ziegler

Den großen Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters erhält in diesem Jahr Prof. Günter M. Ziegler, PhD, vom Institut für Mathematik der FU Berlin, Arbeitsgruppe Diskrete Mathematik. Von 1995 bis 2011 war Günter M. Ziegler Mathematik-Professor an der TU Berlin und in dieser Funktion 2002 auch Mitbegründer des DFG-Forschungszentrums Matheon, dessen Mitglied er seitdem ist. Das Matheon feiert in diesen Tagen sein 15-jähriges Bestehen. Günter M. Ziegler wurde zudem 2008 mit dem Communicatorpreis der DFG ausgezeichnet.

Die Jury des Wissenschaftspreises setzt sich aus den für Wissenschaft und Forschung zuständigen Mitgliedern des Senats, dem Präsidenten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie bis zu neun weiteren herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen. (jup)

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