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Lager Schaeffler auf der Innotrans 2016 – System-Know-how für Antriebskomponenten

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Wie werden Hochgeschwindigkeitszüge so schnell? Wie kann der öffentliche Nahverkehr mit so kurzen Taktzeiten funktionieren? Wie kann der Bahnverkehr zuverlässiger und sicherer werden? Diese und weitere Fragen will Schaeffler auf der Innotrans 2016 beantworten.

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Um bis zu 30 % höhere Achslast und mindestens die doppelte Lebensdauer soll das „High Capacity Tarol Class K“ vereinen, ein Radsatzlager für den schweren Güterverkehr.
Um bis zu 30 % höhere Achslast und mindestens die doppelte Lebensdauer soll das „High Capacity Tarol Class K“ vereinen, ein Radsatzlager für den schweren Güterverkehr.
(Bild: Schaeffler)

Speziell für den Hochgeschwindigkeitsverkehr entwickelte Getriebelager, robustere Lagereinheiten für die Radsätze von Güterzügen, oder bahnspezifische Condition Monitoring Systeme mit Cloud-Anbindung – Schaeffler will auf der Innotrans 2016 neue technologische Lösungen präsentieren, die die Wirtschaftlichkeit und Sicherheit im Bahnverkehr erhöhen sollen.

Predictive Maintenance

Für die digitalisierte Überwachung von Drehgestellen in Personenzügen präsentiert Schaeffler Condition Monitoring Systeme (CMS). Datenauswertungen sollen höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten, größere Laufleistungen sowie längere Wartungsintervalle der zukünftigen Zug-Generationen ermöglichen und gleichzeitig die Betriebssicherheit verbessern. Mit speziell für Bahnanwendungen entwickelten Sensoreinheiten können Körperschall, Temperatur und Drehzahlen an den Radsatzlagern gemessen werden. An einem Triebdrehgestell können zusätzlich Fahrmotor und Getriebe per Schwingungsmessung überwacht werden.

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Die Daten des CMS lassen sich entweder in der Schaeffler-Cloud oder in einer lokalen Instanz analysieren und als Klartext anzeigen. Schwingungsspezifische Kenntnisse und manuelle Auswertungen durch den Kunden sind im Vergleich zu einem herkömmlichen CMS nicht erforderlich. Der Betreiber bzw. Instandhalter ist an die Cloud angebunden und kann weltweit via Internet-Verbindung den Zustand vom einzelnen Radsatzlager bis hin zu kompletten Radsätzen und Drehgestellen überwachen.

Kompetenz für das Gesamtsystem

Das Exponat eines kompletten Radsatzes zeigt klassische, mechanische Bahntechnik, die in vielen Details weiterentwickelt wurde und damit das Gesamtsystem effizienter und sicherer machen soll. FAG-Kegel- und -Zylinderrollenlager für Getriebe wurden für den Hochgeschwindigkeitsverkehr konstruktiv optimiert. Beide sollen nun deutlich höheren Drehzahlen, Schwingungs- und Stoßbelastungen standhalten. Der einteilige Messingmassivkäfig macht das Zylinderrollenlager radial wie tangential hoch belastbar. Selbst bei starken dynamischen Beanspruchungen ist das Getriebelager deutlich länger einsetzbar. Im Fahrmotor isolieren beschichtete FAG-Rillenkugel- und -Zylinderrollenlager gegen Stromdurchgang. Schaeffler stellt auf der Innotrans eine neue Insutect-A-Beschichtung vor, die bei einer Schichtdicke von 700 µm eine Durchschlagsfestigkeit von bis zu 5000 V DC bietet. Auch die bewährten Radsatzlagereinheiten Tarol, bestehend aus Kegelrollenlager und Umbauteilen, wurden speziell für interurbane Hochgeschwindigkeitszüge erneut weiterentwickelt.

Robuster und langlebiger

Um bis zu 30 % höhere Achslast und mindestens die doppelte Lebensdauer vereint das „High Capacity Tarol Class K“, ein Radsatzlager für den schweren Güterverkehr. Diese Leistungssteigerung wird durch verschiedene Maßnahmen, zum Beispiel den von Schaeffler entwickelten Einsatzstahl Mancrodur, erzielt. Der Kunde muss seine Umgebungskonstruktion nicht anpassen und soll die montagefreundliche Einheit einfach nachrüsten können.

Ein weiteres Exponat soll beweisen, wie robust und langlebig FAG-Kegelrollenlagereinheiten Tarol tatsächlich sind: Seit 1987 und mit einer Laufleistung von 2,7 Millionen Kilometern tun sie ihren Dienst in den Fahrzeugen der Metro von Istanbul. (sh)

Innotrans 2016: Halle 21, Stand 402

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