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Hannover Messe 2016

Scantechnologie ermöglicht vollautomatisiertes 3D-Modell

| Redakteur: Katharina Juschkat

3D-Modelle von Objekten können Onlineshops bereichern. 3D-Scans sind jedoch aufwendig und kostenintensiv. Das Fraunhofer IGD zeigt auf der diesjährigen Hannover Messe eine Lösung für die massenhafte Digitalisierung von 3D-Objekten.

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Das Fraunhofer IGD zeigt eine Lösung für die massenhafte Digitalisierung von 3D-Objekten. Die Objekte werden von einem Förderband zur ersten Scanstation gefahren, wo an einem beweglichen Kamerabogen und unterhalb des Tabletts installierte Industriekameras das Objekt erfassen.
Das Fraunhofer IGD zeigt eine Lösung für die massenhafte Digitalisierung von 3D-Objekten. Die Objekte werden von einem Förderband zur ersten Scanstation gefahren, wo an einem beweglichen Kamerabogen und unterhalb des Tabletts installierte Industriekameras das Objekt erfassen.
( Bild: Fraunhofer IGD )

Inhaber von Onlineshops sind auf Bildmaterial angewiesen. Fotos im Internet zeigen den Kunden, wie das bestellte Produkt aussieht. Das kann aber oft eine sehr oberflächliche Einschätzung sein. Könnte man stattdessen einen Gegenstand aus dem virtuellen Regal nehmen und von allen Seiten als 3D-Modell betrachten, hätte das für den Kunden Vorteile. Damit Anbieter einen 3D-Onlineshop realisieren können, müssen sie die Objekte zunächst einscannen. „Mit der vollautomatisieren Scanstraße Cult-Lab-3D ist dies wirtschaftlich und schnell möglich“, sagt Pedro Santos vom Fraunhofer IGD.

Kleine Objekte vollautomatisch digitalisieren

Santos und sein Team haben die Scanstraße ursprünglich für die Digitalisierung von Kulturartefakten entwickelt. Bei den zahlreichen Artefakten, die in Museen bewahrt werden, ist die übliche Erfassung mit von Hand positionierten 3D-Scannern nicht zu bewältigen und nahezu unbezahlbar. In den vergangenen drei Jahren entstand mit Cult-Lab-3D eine Möglichkeit, kleine bis mittlere Objekte vollautomatisch zu digitalisieren.

Die Kulturartefakte oder Produkte werden hierzu auf ein Plexiglastablett gestellt und von einem Förderband zur ersten Scanstation gefahren. Dort erfassen an einem beweglichen Kamerabogen und unterhalb des Tabletts installierte Industriekameras das Artefakt mit einer Vielzahl von hochauflösenden 2D-Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln.

Roboterarm erfasst letzte Lücken im 3D-Modell

Aus diesen Aufnahmen kann bereits ein erstes 3D-Modell errechnet werden. Das Verfahren nennt man Fotogrammetrie. Auf Basis dieses ersten Modells arbeitet an einer zweiten Station der Scanstraße ein intelligenter Roboterarm. Er ist mit einer Kamera ausgestattet und in der Lage, all die Stellen effizient und schnell zu fotografieren, die vom Scanbogen nicht erfasst werden konnten. Damit schließt der Roboter mögliche Lücken im 3D-Modell.

„Geometrie und Textur zu erfassen dauert so etwa 10 Minuten“, erklärt Santos. „Nach rund 30 weiteren Minuten liegt das fertige 3D-Modell vor.“ (kj)

Hannover Messe 2016: Halle 2 Stand C28

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