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Rohrschelle

Ruhe an Bord

| Redakteur: Bernhard Richter

Zum Schutz von Meerestieren werden in der Schifffahrt geräuschminimierende Komponenten verbaut. Ein neuartiges Konzept für Rohrschellen hilft die Stille auf See zu wahren.

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Der Vorteil für den Anwender ist, dass NRC-Schellen vollständig mit dem gewohnten Standard-Befestigungszubehör aus Stahl oder Edelstahl kompatibel sind und bei Bedarf einfach ausgetauscht oder nachgerüstet werden können.
Der Vorteil für den Anwender ist, dass NRC-Schellen vollständig mit dem gewohnten Standard-Befestigungszubehör aus Stahl oder Edelstahl kompatibel sind und bei Bedarf einfach ausgetauscht oder nachgerüstet werden können.
(Bild: Stauff)

Das Funktionsprinzip basiert auf einem an die Standard-Baureihe entsprechend DIN 3015, Teil 1 angelehnten Schellenkörper aus Polyamid mit einem speziell geformten, zweiteiligen Elastomereinsatz, der Vibrationen in der Leitung mechanisch dämpft und dadurch entstehende Geräusche auf ein Minimum reduzieren soll. Dieser Einsatz zeichnet sich insbesondere durch seine geringen Kontaktflächen zur Rohrleitung sowie zum Schellenkörper aus und wirkt somit deutlich effektiver als bisher bekannte Lösungen. Die inversible und somit von der DIN 3015 abweichende Nut-Feder-Kontur von Einsatz und Körper ermöglicht die Nutzung des Systems für ein möglichst großes Spektrum an Rohrdurchmessern pro Schellengröße, was zur Flexibilität und Vielseitigkeit beiträgt.

„Dieses patentierte System erlaubt die Kombination der für diesen Anwendungsfall so wichtigen Dämpfungseigenschaften der Schelle mit den erforderlichen Rohrhaltekräften. Durch das zweckmäßige Design erweitern wir die Möglichkeiten der DIN 3015, ohne in den für die Montage relevanten Abmessungen davon abzuweichen“, sagt Ulrich König, Chief Research and Development Officer (CRDO) der Stauff Gruppe. Der Vorteil für den Anwender ist, dass NRC-Schellen vollständig mit dem gewohnten Standard-Befestigungszubehör aus Stahl oder Edelstahl kompatibel sind und bei Bedarf einfach ausgetauscht oder nachgerüstet werden können. Insbesondere in der zivilen Schifffahrt, also auf Kreuzfahrtschiffen ebenso wie auf Jachten und Sportbooten, ist eine effektive Geräuschdämpfung in den vergangenen Jahren als Kriterium bei der Planung von Maschinen, Geräten und Anlagen und der Auswahl entsprechender Komponenten in den Vordergrund gerückt, trägt sie doch erheblich zum Komfort bei und erleichtert die Kommunikation an Bord. Darüber hinaus ist bekannt, dass Geräuschemissionen schwerwiegende Auswirkungen auf eine Vielzahl von Meerestieren haben können. Zunehmend folgen Schiffseigentümer und Werften in aller Welt diesem Trend und setzen reduzierte Grenzwerte für Lärm und Vibrationen an.

Lärmgrenzen auf See

Auch die International Maritime Organization (IMO) beschäftigt sich mit der Festlegung von Lärmgrenzwerten, z.B. für Maschinen- und Kontrollräume sowie Mannschaftsunterkünfte, und der Reduzierung von Unterwasserlärm zum Schutz der Umwelt. Ebenso relevant sind steigende Anforderungen der Industrie an die Reduzierung von Schallemissionen für mobile und stationäre Anwendungen im Hafen- und Verladebereich sowie in anderen Anwendungsbereichen, auch vor dem Hintergrund der industrieübergreifenden Vorgaben der „Outdoor-Richtlinie“ 2000/14/EG und der „Maschinenrichtlinie“ 2006/42/EG.

Speziell für den Einsatz auf hoher See bietet Stauff neben den regulären NRC-Schellen bei Bedarf auch eine weitere Variante, die durchweg aus flammhemmenden Werkstoffen entsprechend internationaler Standards und Richtlinien gefertigt und den anspruchsvollen Anforderungen hinsichtlich eines vorbeugenden Brandschutzes gerecht wird. Alle von Stauff eingesetzten Werkstoffe zeichnen sich darüber hinaus durch ihre ausgezeichnete Beständigkeit, z.B. gegen Seewasser, Mineralöle und andere Öle und den breiten Temperatur-Einsatzbereich aus. (br)

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