Suchen

3D-Druck Revolution in Schichten: 3D-Druck kann zum Jobmotor werden

Redakteur: Juliana Pfeiffer

3D-Druck bzw. Additive Fertigung bieten großes Potenzial, ergänzend zu den konventionellen Herstellungsverfahren, bestehende Produktportfolios zu erweitern und damit neue wirtschaftlich-technologische Möglichkeiten zu eröffnen. Um der zunehmenden Nachfrage nach additiv gefertigten Produkten gerecht zu werden, unterstützt der VDI dabei mit dem neuen Zertifikatslehrgang „Fachingenieur Additive Fertigung VDI“.

Firmen zum Thema

Im Zertifikatslehrgang „Fachingenieur Additive Fertigung VDI“ lernen Teilnehmer den gesamten Prozess der additiven Fertigung kennen: Von den Grundlagen der Materialien über die Entscheidung der Fertigungsart, die Konstruktion, bis hin zur Implementierung der additiven Fertigung im Unternehmen.
Im Zertifikatslehrgang „Fachingenieur Additive Fertigung VDI“ lernen Teilnehmer den gesamten Prozess der additiven Fertigung kennen: Von den Grundlagen der Materialien über die Entscheidung der Fertigungsart, die Konstruktion, bis hin zur Implementierung der additiven Fertigung im Unternehmen.
(Bild: Gefertec)

3D-Druck bzw. Additive Fertigung ermöglicht es, hochkomplexe und individuell geformte Bauteile auch in kleinen Stückzahlen zu produzieren. Sie bietet großes Potenzial, ergänzend zu den konventionellen Herstellungsverfahren, bestehende Produktportfolios zu erweitern und damit neue wirtschaftlich-technologische Möglichkeiten zu eröffnen. Diese werden sich stark auf die Tätigkeiten und die Arbeitswelt der Menschen in Entwicklung, Produktion und Vertrieb auswirken. Das wurde auf der 5. Fachkonferenz „Additive Manufacturing“ in Duisburg deutlich. Um der zunehmenden Nachfrage nach additiv gefertigten Produkten gerecht zu werden, müssen produzierende Unternehmen neue Digitalkompetenzen aber häufig erst aufbauen. Der VDI unterstützt dabei mit dem neuen Zertifikatslehrgang „Fachingenieur Additive Fertigung VDI“.

Bedarf an Fachkräften im Bereich Additive Fertigungsverfahren steigt zunehmend

Das Marktforschungsunternehmen IDC prognostiziert einen Umsatzanstieg bei der additiven Fertigung von 7,3 Mrd. US-Dollar im Jahr 2016 auf 35,4 Mrd. US-Dollar bis 2020. Im Prototypenbau ist additive Fertigung bereits fest etabliert. Unternehmen können sich beliebige Bauteile mit verschiedenen Eigenschaften „ausdrucken“, die sie vorher per Simulation verifiziert und virtuell getestet haben. Sie können somit individuellen Kundenwünschen nachgehen. „Noch haben wir es in der Hand, die Veränderungen durch additive Fertigungsverfahren zu gestalten“, sagt Dieter Westerkamp, Bereichsleiter Technik und Wissenschaft im VDI. „Und wenn wir das richtig machen, wird der 3D-Druck zum Jobmotor für Deutschland.“ In den kommenden Jahren sieht Westerkamp den Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich stark steigen.

Ergänzendes zum Thema
Seminar: 3D-Druck in der direkten digitalen Fertigung

3D-Druck steht heute als Synonym für die additive oder generative Fertigung, die ihren Anfang vor über 30 Jahren mit der Erfindung der Stereolithographie nahm. Seitdem wurden weitere Technologien entwickelt, wie Lasersintern und Laserschmelzen, Fused Layer Manufacturing oder Polyjet Manufacturing. Längst werden diese Technologien nicht mehr nur zum Rapid Prototyping innerhalb der Produktentwicklung genutzt und die Zielsetzung der Weiterentwicklung lautet direkte digitale Fertigung, was eine gänzlich neue Vorgehensweise, ein neues Denken in Konstruktion, Realisierung und Qualitätssicherung bedingt. Was seit einigen Jahren hinzukommt und für eine Art Medienhype sorgt, ist das personelle 3D-Drucken (auch für Heimanwendungen), das eine Demokratisierung und Individualisierung der Produktion befördert. Die konstruktionspraxis Akademie beleuchtet mit dem Seminar "3D-Druck in der direkten digitalen Fertigung" sowohl die professionell industrielle Seite der additiven Fertigung bis zum direkten Herstellen von Endprodukten als auch die Auswirkung der personellen Facette des 3D-Druckens. Auch die erwarteten weitreichenden Veränderungen in dem Produktentstehungsprozessen und daraus resultierend auch in den Lieferketten, incl. den damit veränderten Rollen von Produzenten und Verbrauchern beleuchtet werden thematisiert.

Interdisziplinäres Zusammenwirken von Design und Fertigung notwendig

„Bis zur vollständigen industriellen Durchdringung der additiven Fertigung sind aber noch Hausaufgaben zu machen, an denen derzeit aber an vielen Stellen gearbeitet wird“, so Klaus Müller-Lohmeier, Global R&D Services and Excellence bei Festo. „Im Entstehungsprozess von Produktneuheiten ist ein frühestmögliches interdisziplinäres Zusammenwirken von Design und Fertigung notwendig, um einerseits die neuen gestalterischen Optionen wirklich auszuschöpfen und gleichzeitig die fertigungsbedingten Restriktionen, die es auch beim 3D-Druck gibt, hinreichend zu berücksichtigen.“ Hindernisse hierbei sind laut Müller-Lohmeier derzeit noch nicht flächendeckend verbreitete Kenntnisse zum 3D-Druck sowie Barrieren existierender organisatorischer Ablaufprozesse in Unternehmen.

Digitalkompetenz als Grundvoraussetzung zur Sicherung der individuellen Beschäftigungsfähigkeit

Die additiven Verfahren sind im Vergleich zu konventionellen Prozessen noch sehr jung. „Der Aufbau einer breiten Wissensbasis – auch durch die Einbindung der Thematiken in die Lehre – muss daher die Grundlage für Kompetenzen und Know-how am Hochtechnologiestandort Deutschland bilden“, so Prof. Dr. Gerd Witt vom Lehrstuhl für Fertigungstechnik an der Universität Duisburg-Essen. „Digitalkompetenz ist im digitalen Zeitalter die Grundvoraussetzung zur Sicherung der individuellen Beschäftigungsfähigkeit.“ Bildungsinhalte und -methoden müssen daher regelmäßig den sich verändernden Qualifikationsanforderungen technologischer Fortschritte angepasst werden.

Fachingenieur Additive Fertigung VDI

Westerkamp: „Die Steigerung der Digitalkompetenz bedarf auf der einen Seite eines länderübergreifenden Commitments für eine digitale Bildungs- und Qualifizierungsoffensive. Auf der anderen Seite sind Unternehmen gefordert, ‚lebenslanges Lernen‘ und betriebliche Weiterbildung zu einer realen Priorität werden zu lassen.“ Der VDI setzt bei der Weiterbildung mit vielen Veranstaltungen und Seminaren an. So ist beispielsweise gerade der neue Zertifikatslehrgang „Fachingenieur Additive Fertigung VDI“ gestartet. Teilnehmer lernen dabei den gesamten Prozess der additiven Fertigung kennen: Von den Grundlagen der Materialien über die Entscheidung der Fertigungsart, die Konstruktion, bis hin zur Implementierung der additiven Fertigung im Unternehmen. Einen Überblick über Handlungsfelder bietet die Publikation „Additiven Fertigungsverfahren“. (jup)

(ID:44916084)