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Bildverarbeitung Rekord-Umsatz für „Sehende Maschinen“ aus Deutschland

Redakteur: Katharina Juschkat

Der VDMA vermeldet, dass die deutsche Bildverarbeitung weltweit um 9 Prozent auf einen Rekordumsatz von 2 Mrd. Euro gewachsen ist. Für die Herausforderungen der Industrie 4.0 und Smart Factory sieht der Verband die Bildverarbeitung als Schlüsseltechnologie.

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„Maschinen und Robotern praktisch ein Augenlicht zu geben revolutioniert die Automation “, sagt Dr. Horst Heinol-Heikkinen, Geschäftsführer Asentics und Vorstandsmitglied VDMA Industrielle Bildverarbeitung.
„Maschinen und Robotern praktisch ein Augenlicht zu geben revolutioniert die Automation “, sagt Dr. Horst Heinol-Heikkinen, Geschäftsführer Asentics und Vorstandsmitglied VDMA Industrielle Bildverarbeitung.
(Bild: VDMA)

Die deutsche Bildverarbeitungsindustrie hat 2015 einen Rekordumsatz von 2 Mrd. Euro erzielt – ein Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Innerhalb von zehn Jahren hat sich damit der Umsatz der Branche verdoppelt. Der Grund für den Boom: Mit Bildverarbeitungssystemen lernen Maschinen und Roboter zu „sehen“. Diese Schlüsseltechnologie kommt nicht nur im weltweiten Automationswettlauf der klassischen Industriezweige verstärkt zum Einsatz, sondern erobert auch neue Branchen. 2016 dürfte sich der Wachstumskurs laut VDMA-Prognose mit einem Umsatzplus von 8 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro fortsetzen.

Die Automation revolutionieren

Die deutsche Bildverarbeitungsindustrie ist auf stetigem Wachstumskurs.
Die deutsche Bildverarbeitungsindustrie ist auf stetigem Wachstumskurs.
(Bild: VDMA)

„Maschinen und Robotern praktisch ein Augenlicht zu geben revolutioniert die Automation “, sagt Dr. Horst Heinol-Heikkinen, Geschäftsführer Asentics und Vorstandsmitglied VDMA Industrielle Bildverarbeitung. „Die Nachfrage wird von Technologie, die in Deutschland entwickelt wird, getrieben. Damit lässt sich die Qualitätssicherung in der Fertigung oder Diagnosemöglichkeiten in der Medizin verbessern. Diese Entwicklung schlägt sich für die deutsche Bildverarbeitungsindustrie in guten Umsatz- und Wachstumszahlen nieder.“

Allein im deutschen Markt verzeichnete die Branche 2015 ein Umsatzplus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beim Export liegt das europäische Ausland an der Spitze: Der Anteil am Gesamtumsatz belief sich 2015 auf 23 Prozent. Asien folgte mit 21 Prozent – wobei China alleine für 9 Prozent am Gesamtumsatz stand. Das Wachstum in China lag im Vergleich zum Vorjahr bei beeindruckenden 19 Prozent. Ebenfalls wachstumsstark war Nordamerika mit einem Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die USA, Kanada und Mexiko machten zusammen 12 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Während Asien und Amerika für dieses Jahr als Wachstumsmotoren gerechnet werden, bleibt die Branche laut dem VDMA bei der Entwicklung in Europa vorsichtig. Risiken und Chancen sind die weitere Entwicklung der Rohstoffpreise, die Wechselkurse und nicht zuletzt politische Krisen.

Industrielle Bildverarbeitung in den Branchen

Der Exportumsatz der deutschen Bildverarbeitung 2015.
Der Exportumsatz der deutschen Bildverarbeitung 2015.
(Bild: VDMA)

Der Trend zur Automatisierung verschiedener Einsatzfelder und die Digitalisierung der industriellen Fertigung sind Treiber für das Wachstum der industriellen Bildverarbeitung. Aufgeschlüsselt nach Branchen bleibt die Automobilindustrie weltweit stärkster Kunde mit 22 Prozent am Gesamtumsatz. Der Umsatz von industrieller Bildverarbeitung stieg hier im Jahr 2015 um 9 Prozent. Nach dem Rückgang im Jahr 2011 sind die Umsätze in der Branche kontinuierlich gewachsen und haben 2015 das Rekordniveau von damals übertroffen. Die Elektro-Elektronikindustrie – einschließlich Halbleiter – war mit einem Anteil von knapp 13 Prozent der zweitgrößte Kunde. In der Elektronikfertigung steigt der Bedarf an Bildverarbeitung für die Qualitätssicherung höherwertiger Produkte. Im Bereich der Bildschirmherstellung (TFT/FPD-Industrie) kommt eine neue Generation an Displays auf den Markt, die höhere Auflösungen und Datenverarbeitungen verlangen.

Industrie 4.0 braucht die Bildverarbeitung

Mit der industriellen Bildverarbeitung entwickeln Unternehmen an Standorten weltweit die intelligente Fabrik der Zukunft. Der Grund dafür sieht der VDMA darin, dass keine andere Komponente im Produktionsprozess in der Lage ist, mit Hilfe der „sehenden Funktion“ so viele Daten zu sammeln und den Systemen zu übermitteln wie die Bildverarbeitung. Maschinen, die „sehen“ und „verstehen“, können erkennen, ob ein Teil gut oder schlecht ist und in der Folge eine intelligente Handlung steuern. In der vernetzten Smart Factory werden auf dieser Datenbasis beispielsweise eigenständige Logistikaufträge erteilt, automatische Reparaturorders versendet oder menschliche Hilfe angefordert. Darüber hinaus kann die Datenanalyse der Bildverarbeitung ermöglichen, den Verschleißzustand zu erkennen oder Wartungszyklen zu steuern. Die industrielle Bildverarbeitung ist damit Wegbereiter und Schlüsseltechnologie bei den Herausforderungen der Industrie 4.0.

Die nicht-industriellen Anwendungen tragen mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 16 % pro Jahr (gemessen von 2011 bis 2015) leut dem VDMA maßgeblich zum Umsatzwachstum von Bildverarbeitung aus Deutschland bei. Die Nachfrage in der Verkehrstechnik, der Medizintechnik und der Logistik steigt sogar stärker als in der industriellen Fertigung. Ein hohes Potential wird zudem in der Landwirtschaft gesehen. Die Entwicklungs- und Wachstumsaussichten sind in den nicht-industriellen Branchen besonders groß.

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