Stellzylinder

Raffiniertes elektrisches Antriebskonzept ersetzt Hydraulik

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Ausstoß der Anlage um 85 % gesteigert

Die präzisere Positionsregelung reduziert die Zykluszeiten und erhöht damit weiter die Leistungsfähigkeit der Thermoformer: Der Ausstoß der Anlagen wurde von 20 auf 37 Einheiten um enorme 85 % gesteigert. Auch der für einen thermischen Prozess kritische Zeitablauf kann jetzt genau auf die mit Sensoren erfassten Temperaturen abgestimmt werden. Insgesamt führt dies dazu, dass trotz einer leichten Reduzierung der Materialstärke die Stabilität der Schalen deutlich verbessert wurde. Der geringere Materialeinsatz, zusammen mit der schnelleren Aushärtung der EPS-Verpackungen, trägt ebenso zu einer Steigerung des Ausstoßes bei.

Neben der erhöhten Leistungsfähigkeit der Anlagen bietet die veränderte Antriebstechnik weitere Vorteile: Bei Hydraulikantrieben lässt sich ein Leckagerisiko nie vollständig vermeiden. Dieses Risiko besteht beim neuen Antriebskonzept nun nicht mehr. Dadurch lassen sich die im Lebensmittelbereich besonders strengen Hygienevorgaben sowie bestehende Umweltanforderungen leichter erfüllen. Durch diese Veränderung bei gleichzeitig entsprechend großzügig dimensionierten Zylindern konnte der Wartungsbedarf der Commodore-Thermoformer deutlich reduziert werden.

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Mechatronik-Module als Alternative zu Hydraulik- und Pneumatikzylindern

Das Systemhaus für Antriebstechnik A-Drive Technology GmbH befasst sich bereits seit 1990 zusammen mit seinen Partnern mit der Entwicklung von Mechatronik-Modulen als Alternative zu Hydraulik- und Pneumatikzylindern.

Die Bandbreite hydraulischer und pneumatischer Systeme lässt sich nicht mit nur einer Antriebstechnologie sinnvoll ersetzen, um Vorteile zu erschließen. Ziel der Entwicklungsarbeit von A-Drive ist es, bestehende Systeme zu übertreffen und durch die Optimierung die Mehrkosten auszugleichen, die durch den Einsatz elektrischer Stellzylinder entstehen.

Weitere Optimierungen geplant

„Die Umrüstung der Thermoformer auf den elektrischen Stellzylinder rechnet sich auf ganzer Linie. Das geregelte Antriebssystem mit dem elektrischen Stellzylinder erweitert das Anwendungsspektrum der Anlagen und erhöht den Output. Durch reduzierte Wartungskosten und verlängerte Laufzeiten ergeben sich für die Anwender der Thermoformer weitere Einsparungen. Damit werden die auf den ersten Blick höheren Kosten für den Stellzylinder schnell kompensiert“, fasst Metz zusammen.

Und weil das ausgearbeitete Paket durch Effizienz und Nachhaltigkeit überzeugt, denkt man bei Commodore Technology bereits an das nächste gemeinsame Projekt: Zukünftig ist die Umstellung auf besonders kompakte Stellzylinder der Baureihe GSX mit extrem hoher Kraftdichte geplant, um die Baugröße der Anlagen weiter zu reduzieren.

Auch sind durch die jetzt optimierte Auslegung geringere Kräfte erforderlich, die den Einsatz eines kleineren Stellzylinders erlauben. Außerdem wird darüber nachgedacht, dezentrale Technik zum Einsatz zu bringen, die die Installationskosten der Maschinen weiter reduzieren soll. (sh)

* Manfred Brucksch-Richter ist Manager Business Development bei der A-Drive Technology GmbH in Taunusstein

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