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3D-Druck Projekt Street Scooter revolutioniert die Produktion von Elektroautos

| Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Die RWTH Aachen hat mit dem Multimaterial-3D-Drucker Objet 1000 von Stratasys in nur 12 Monaten einen voll funktionsfähigen Elektroauto-Prototypen gebaut. Auf der Euromold 2014 stellte Stratasys den Street Scooter C16 aus. Konstruktionspraxis fragte nach.

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Der voll funktonsfähige Prototyp des Elektroautos StreetScooter C16 wurde in nur 12 Monaten entwickelt. Konventionelle Automobilherstellungsprozesse wurden in der Konstruktionshphase durch Stratasys 3D-Druck ersetzt.
Der voll funktonsfähige Prototyp des Elektroautos StreetScooter C16 wurde in nur 12 Monaten entwickelt. Konventionelle Automobilherstellungsprozesse wurden in der Konstruktionshphase durch Stratasys 3D-Druck ersetzt.
(Bild: Stratasys)

Das Street Scooter Projekt wurde am Lehrstuhl für Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) an der RWTH Aachen unter Verwendung neuer Konstruktions- und Produktionsmethoden entwickelt. Das Unternehmen Street Scooter wurde 2010 mit dem Ziel gegründet, ein Elektroauto zu entwickeln, das es mit konventionellen Fahrzeugen in Hinblick auf Preis, realisierbare Leistung, Sicherheit und Nachhaltigkeit aufnehmen konnte. Während die Details der verschiedenen Modelle variieren, wiegt ein Street Scooter C16 ohne Batterie durchschnittlich 450 Kilogramm, hat eine Reichweite von mindestens 100 Kilometern und bietet eine Geschwindigkeit von bis zu 100km/h. Damit ist er das ideale Stadtfahrzeug.

Konstruktionspraxis hat auf der Euromold mit Michael Anton, Materials Business Manager EMEA bei Stratsys, über das Projekt gesprochen:

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Fahrzeug im 3D-Druck-Verfahren hergestellt

Das Kurzstreckenfahrzeug, das eine völlig neue Automobilgattung repräsentiert, wurde mit dem großformatigen Multimaterial-3D-Produktionsystem Objet 1000 hergestellt. Mit diesem wurden alle Kunststoffteile im Außenbereich gedruckt, darunter die großen Front- und Heckpaneele, die Türpaneele, Stoßfängersysteme, Seitenschweller, Radkästen und Scheinwerferblenden sowie einige der Innenraumkomponenten, etwa das Armaturenbrett und eine Reihe kleinerer Komponenten. Die Teile wurden aus dem widerstandsfähigen Material Digital ABS von Stratasys hergestellt. Dadurch konnte das Konstruktionsteam einen Prototypen bauen, der strapaziösen Tests ebenso gewachsen ist wie jedes konventionell gefertigte Fahrzeug. Das 3D-Produktionssystem Objet 1000 wurde während der gesamten Entwicklungsphase zur Herstellung von Teilen für den Prototypen des Street Scooter C16 genutzt. In der finalen Entwicklungsphase wurden mit ihm zudem gebrauchsfertige Bauteile und Fertigungswerkzeuge gedruckt. Durch seine immens große Bauplattform von 1000 x 800 x 500 mm konnte das 3D-Produktionssystem die komplette Palette der bis zu einem Meter langen Komponenten fertigen. (qui)

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