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Datenmanagement Produktivitätsspritze für die Elektrotechnik

| Redakteur: Ute Drescher

Schluss mit Suchen: Eine Datenmanagement-Umgebung für elektrotechnische Projekte stellt allen Beteiligten aktuelle, gültige und validierte Entwicklungsdaten bereit.

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Techconsult: 78% der befragten Unternehmen wünschen sich eine eigene Lösung für die Verwaltung der ECAD-Daten.
Techconsult: 78% der befragten Unternehmen wünschen sich eine eigene Lösung für die Verwaltung der ECAD-Daten.
(Bild: Zuken)

Bis zu 45 % ihrer Arbeitszeit suchen Entwicklungsingenieure in Elektronik und Elektrotechnik nach aktuellen Projektdaten und -konfigurationen oder stellen sie bereit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Techconsult im Auftrag von Zuken zum Thema „Design-Daten Management in der Elektrotechnik und Elektronik“ durchgeführt hat. Insgesamt haben die Analysten 163 Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 80 Mio. € in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu ihrer Entwicklung elektronischer und elektrotechnischer Baugruppen und Systeme befragt. Die Mehrzahl der befragten Entwicklungsleiter sowie Produkt- bzw. Projektmanager nannte die wachsende Produkt- und Prozesskomplexität als größte Herausforderungen (52%), gefolgt von der Steigerung der Entwicklungsproduktivität (46%) und der strukturierten Nutzung vorhandener Entwicklungsdaten (45%).

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Einer der Hauptgründe für den wachsenden Zeitaufwand für Bereitstellung und Suche von aktuellen Informationsständen lässt sich auf mangelnde IT-Unterstützung bei der Verwaltung von Entwicklungs- und Bauteilinformationen zurückführen. Die etablierten PLM-Softwaresysteme werden von den Befragten nicht als Lösung angesehen, denn 52 % der Unternehmen, die PLM-Systeme einsetzen, bewerteten diese als nur eingeschränkt tauglich für die Anforderungen von Elektronik und Elektrotechnik und 77 % der Befragten erwarten sich von den etablierten PLM-Technologien keine grundsätzliche Verbesserung der Situation.

Mit der Datenmanagement-Umgebung DS-E3 stößt Zuken genau in diese Lücke. Es handelt sich dabei um eine Bibliotheks-, Stammdaten und Design-Daten-Verwaltung für die Elektrotechnik, die alle für die Planung, Beauftragung und Montage erforderlichen Daten dem Anwender direkt in seiner gewohnten Umgebung – in diesem Fall E³.series von Zuken – bereitstellt. DS-E3 ist auf eine offene, objektorientierte Architektur aufgebaut und damit auch für eine Anbindung an vorhandene PDM/PLM- und ERP-Umgebungen vorbereitet. Mit der Verwaltung von Projektdaten im Originalformat und dem Abgleich mit der mechanischen Produktstruktur wird ein umfassendes elektro-mechanisches Datenmodell möglich, das tiefgreifende Analyse- und Änderungsprozesse für alle Disziplinen unterstützt.

Marktlücke geschlossen

DS-E3 ist in fünf Modulen aufgebaut, die sich auch einzeln einsetzen lassen. Alle Module sind mit einer Änderungs-Management-Funktionalität ausgestattet, die die Implementierung eines kontrollierten Freigabe-, Änderungs- und Revisions-Kontrollprozesses für Bibliotheken, Bibliotheksklassen, Projektdaten und Stücklisten ermöglicht.

Das Modul für die Bibliotheksverwaltung stellt dem Anwender alle Informationen über Bauteiltyp, Schaltplan- bzw Fluid-Symbole, Symbole für Schaltschrankaufbau und Kabelbaumlayout, Klemmen, Steckverbinder und Zubehör zur Verfügung. Über die Stammdatenverwaltung kann der Entwickler alle für ein Projekt erforderlichen Materialstammdaten abrufen. Dazu zählen Preise, Lieferstatus, alternative Bauteile samt aller dazugehörigen Informationen wie Datenblätter oder Spezifikationen, die üblicherweise in einem ERP-System vorgehalten werden.

Das System gleicht diese Daten laufend mit dem ERP-System im Hintergrund ab, so dass der Anwender jederzeit Zugriff auf aktuelle Bauteilinformationen hat. Durch den direkten Zugriff auf validierte und freigegebene Bibliotheken und Stammdaten entfallen zeitaufwändige und fehlergefährdete manuelle Suchen. Das Ergebnis ist ein signifikantes Plus an Entwicklungsproduktivität und Prozess-Sicherheit.

Entwicklungsdaten verwalten

Projektdaten werden gemeinsam mit allen abgeleiteten Optionen und Varianten in „nativer“ Form verwaltet – sie können also ohne Konvertierung geöffnet, analysiert und weiterbearbeitet werden. Die Berechtigungen dafür können mit hinterlegten Rollenprofilen und automatischer Revisionskontrolle genau geregelt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Simulationsdaten, Montageanweisungen und Datensätze für die automatisierte Drahtkonfektionierung und Schaltschrankbearbeitung vorzuhalten.

Mit diesen Konfigurations-Verwaltungs- und Analysefunktionen ermöglicht DS-E3 den Aufbau von Funktionsbaukästen, die in neue Projekte geladen und weiterverwendet werden können. Die Konfiguration von Projekten aus vorhandenen und geprüften Bausteinen gilt als ein Königsweg für die Steigerung von Produktivität und Qualität in der Elektrotechnik, denn der Aufwand für die Entwicklung und Validierung neuer Projekte lässt sich dadurch erheblich reduzieren.

Stücklisten generieren

Für die Übergabe an das Bestellwesen und die Produktion können Stücklisten generiert werden, in denen sämtliche Informationen aus Stromlaufplänen, Kabelplänen, Schaltschrankaufbauten und Kabelsatzdaten und Dokumente vollständig aufgelistet sind. Das System unterstützt auch Such- und Abfragefunktionen. Überdefinierte, so genannte 150-%-Stücklisten werden ebenso unterstützt wie fortgeschrittene Anwendungsfälle in Form von modularen Produktbaukästen. DS-E3 ist mit allen namhaften PLM- und ERP-Systemen integrationsfähig. Darüber hinaus sind generische APIs verfügbar.

Weil sich die elektrotechnischen Projektdaten öffnen und lesen lassen, überwindet DS-E3 die weitverbreitete Gepflogenheit, Kabelpläne als Zip-Container in einer vorwiegend nach den Prinzipien der mechanischen Produktentwicklung organisierten PDM/PLM-Produktstruktur zu verwalten. Durch das Prinzip der „nativen“ Datenverwaltung können Designdaten bis hinab auf Komponenten-Ebene analysiert und mit ihrer physikalischen Repräsentation in der MCAD-Umgebung synchronisiert werden. Mit den umfangreichen Verwaltungsfunktionen für verschiedene Konfigurationen, Varianten und Optionen (V&O) können neue Produkte aus einer Liste mit logischen Attributen ausgewählt werden, in denen einzelne Module und ihre Verwendungsbedingungen (Constraints) definiert sind.

Diese Attribute werden zusammen mit der Datenverwaltung von DS-E3 gepflegt. Wenn eine Variante erstellt wird, erstellt das System automatisch die dazugehörigen Stücklisten und Reports. Damit können gültige Produktvarianten erstellt werden, die automatisch den definierten Eigenschaften und Constraints entsprechen. (ud)

SPS IPC Drives 2017, Halle 6, Stand 236

(ID:44925692)