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Mechatronik Positioniereinheit ersetzt Finger beim Testen von Unterhaltungselektronik fürs Auto

| Redakteur: Ute Drescher

Die Wiedergabe von MP3-Musik, Berechnung des Spritverbrauchs oder auch die Navigation zum angepeilten Ziel funktionieren im PKW ohne ein automatisches Bewegungs- und Positioniersystem. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn bis die elektronischen Gerätschaften in einem Serienmodell ihren Dienst unter realen Bedingungen verrichten dürfen, müssen sie umfassend im Labor getestet werden. Dabei leisten einbaufertige Positioniersysteme wertvolle Hilfe.

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Ein DriveSet M309 von Systec übernimmt bei Siemens VDO die automatische Prüfung von Navigationsgeräten und Autoradios.
Ein DriveSet M309 von Systec übernimmt bei Siemens VDO die automatische Prüfung von Navigationsgeräten und Autoradios.
( Archiv: Vogel Business Media )

Radio- oder Navigationsgeräte durchlaufen einen komplexen Entwicklungsprozess, bevor sie endgültig eingesetzt werden können. Zunächst muss ermittelt werden, was das elektronische Helferlein können soll und ob die späteren Nutzerinnen und Nutzer dessen Dienste auch wirklich benötigen und bedienen können. Dann setzt sich ein Programmierer-Team hin und erstellt die Steuerungs-Software für die einzubindenden Anwendungen. Derweil entwickeln Konstrukteure das Gehäuse und die Bedienelemente für das Gerät.

Spannend wird es dann, wenn alle Komponenten aufeinander treffen und zusammengefügt werden. Startet die Anwendung tatsächlich, wenn auf den „Start“-Knopf gedrückt wird? Oder wird dann stattdessen die Lautstärke reduziert? Oder „stürzt“ das System gar ab?

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Solch peinliche Fehler vermeiden sollte ein Projekt-Team

... aus dem Bereich „Produkttest“ beim Automotive-Hersteller Siemens VDO in Wetzlar. Gedacht war an ein automatisiertes Testsystem für Radio- und Navigationsgeräte. Die Idee ist so einfach wie effizient. Ein Bewegungssystem soll automatisch verschiedene Bedien-Handlungen der späteren Nutzer an den Testgeräten durchführen. Über die Steuerung ist es möglich, eine Fülle verschiedener Programme ablaufen zu lassen, um möglichst viele Nutzungs-Szenarien zu simulieren. Ein Auswertungs-System ermittelt wiederum, ob die vorgenommenen Bedien-Aktionen die gewünschten Geräte-Prozesse auslösen.

Die Entwicklung und Programmierung eines solchen Steuerungsprogrammes

... ist sehr zeitaufwändig. Umso hilfreicher fand es das Entwickler-Team, dass es nicht auch noch das Bewegungssystem mühsam selbst konstruieren musste. Über das Internet stießen die Qualitäts-Tester auf die einbaufertigen Positioniersysteme „DriveSets“ von Systec – Komplettsysteme aus Steuerung, Kinematik, Motoren und allen anderen Komponenten. Das einfache Auswahlverfahren führte schnell zur passenden Einheit für die zu realisierende Anwendung: Das DriveSet M309 ist ein Drei-Achs-System in Portal-Bauweise mit einer Präzisionsklasse von 0,1 Millimeter, einer Verfahrgeschwindigkeit von bis zu 0,4 Meter pro Sekunde, und es kann Werkzeuge von bis zu einem Kilogramm Gewicht bewegen.

Um den Anforderungen bei Siemens VDO komplett zu genügen, wurde das DriveSet vom Systec-Team leicht modiziert. Am Endeffektorpunkt ist eine Drehachse angebracht worden, mit der nun Drehregler bewegt werden können.

Mittlerweile sind weitere DriveSets im Einsatz für ähnliche Test- und Prüfsysteme

Besonders überzeugend waren für die Siemens VDO-Entwickler die Integrationsmöglichkeiten der zum DriveSet gehörenden Xemo-R-Steuerung in andere Programmierumgebungen. Systecs Xemo-Motion-Control-Systeme werden in der Programmiersprache „Motion Basic“ mit Ablauf-Details „gefüttert“. MotionBasic zeichnet sich dadurch aus, dass es zu vielen anderen IT-Hochsprachen und Programmierumgebungen hin offen ist. So gehört standardmäßig eine Windows-Gerätedatei (DLL) zum Lieferumfang, die die Programmierung der Steuerung über den heimischen PC in einer Vielzahl gängiger Programmiersprachen gestattet. Diese Produkteigenschaft begeistert nicht nur die Konstrukteure in Wetzlar.

Auf der Motek zeigten sich viele Anwender auch angetan von der Möglichkeit, Xemo-Steuerungen mit der grafikorientierten Programmierumgebung LabView programmieren zu können. Denn auch ein „Virtual Instrument“ (VI) für LabView gehört zum Lieferumfang von DriveSets.

Ob mit diesem oder einem anderen Ausstattungs-Plus,

... auch bei Siemens VDO profitierten die Anwendungsentwickler davon, dass sie mit der Bestellung von DriveSets alle technischen Informationen und Zeichnungen zur Hand und die Bewegungsaufgabe gelöst hatten. Die Möglichkeit, mit der Lieblings-Programmierumgebung zu arbeiten, bot für den weiteren Entwicklungsprozess den Vorteil, dass mit der Entwicklung und Programmierung der verschiedenen Anwendungsszenarien begonnen werden konnte, während bei Systec noch das DriveSet montiert wurde.

Einmal programmiert und in das Xemo-Gerät eingespeist, ist die Bedienung der Steuerung dann ein Kinderspiel. Denn das ausgewählte Xemo-R-Tischgerät ermöglicht die komfortable Bedienung des Positioniersystems. Über verschiedene Funktionstasten können vorher festgelegte Bedien-Szenarien aufgerufen werden. Testläufe können auch von weniger erfahrenen Anwendern ohne große Programmierkenntnisse gestartet werden. Und für alle weiteren Fragen gibt es die ausführliche Dokumentation der Systeme. Natürlich steht auch das Systec-Team für telefonischen und persönlichen Support zu Verfügung.

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