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Automatisierung Pilz mit neuem Umsatzrekord weiterhin auf Wachstumskurs

| Redakteur: Jan Vollmuth

Pilz erzielt erstmals über 300 Millionen Euro Umsatz und investiert am Stammsitz in Forschung und Entwicklung. Zudem wird sich Renate Pilz, Vorsitzende der Geschäftsführung, Ende 2017 aus dem operativen Geschäft verabschieden und die Leitung des Familienunternehmens in die Hände von Tochter Susanne Kunschert und Sohn Thomas Pilz legen.

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Die sichere Robotik ist einer der Zukunftsmärkte des Automatisierungsunternehmens Pilz.
Die sichere Robotik ist einer der Zukunftsmärkte des Automatisierungsunternehmens Pilz.
(Bild: Pilz GmbH & Co. KG / Wolfgang Schlabschi)

Die Unternehmensgruppe der Pilz GmbH & Co. KG ist im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter gewachsen: Das Automatisierungsunternehmen aus Ostfildern bei Stuttgart steigerte sowohl den Umsatz auf 306 Mio. Euro, als auch die Zahl der Mitarbeiter auf rund 2200 in jetzt 40 Tochtergesellschaften, meldete das Unternehmen. Rund sieben Millionen Euro investiert Pilz nach eigene Angaben derzeit am Stammsitz in Ostfildern für den Ausbau der Bereiche Forschung und Entwicklung.

Auf den Wandel eingestellt

„Die Industrie befindet sich in einem Transformationsprozess. Vernetzung und Digitalisierung der Geschäftsprozesse verändern nicht nur die Produktion, sondern auch die Art, wie wir zusammenarbeiten. Wir sind gut aufgestellt, um diesen Wandel zu gestalten“, erklärte Renate Pilz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Pilz GmbH & Co. KG, auch mit Blick auf die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2016.

Pilz steigerte im Geschäftsjahr 2016 seinen Umsatz erstmals auf über 300 Millionen Euro: Er stieg um 6,2 Prozent auf 306 Millionen Euro. Zum Stichtag 31.12.2016 beschäftigte das Unternehmen 2172 Mitarbeiter (+6,9 Prozent) in den Tochtergesellschaften in weltweit 40 Ländern. Am Stammsitz in Ostfildern waren es Ende 2016 1025 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 38 Auszubildende. 2017 will Pilz in der Unternehmensgruppe weitere Arbeitsplätze, insbesondere in den Bereichen Customer Support und Entwicklung, schaffen, gab das Unternehmen bekannt.

Investition in Forschung und Entwicklung

Die F&E-Quote betrug 19,8 Prozent bezogen auf den Umsatz 2016. Der Automatisierer investiert derzeit nach eigenen Angaben am Stammsitz in Ostfildern 7 Millionen Euro im Bereich Forschung & Entwicklung: Nach dem Anlaufen der Produktion im neuen Peter-Pilz-Produktions- und Logistikzentrum baut der Mittelständler den bisherigen Produktionsbereich in ein modernes Forschungs- und Entwicklungszentrum um. Nach Abschluss der Baumaßnahmen sollen rund 330 Ingenieure auf 7300 qm arbeiten.

2016 konnte Pilz seinen Exportanteil um 0,3 Prozentpunkte auf 71,2 Prozent nochmals erhöhen, so das Unternehmen. Um international wachsen zu können, investiert Pilz in den Ausbau seines Vertriebs- und Service-Netzwerks: Mit der feierlichen Eröffnung von Pilz South East Asia 2016 hat Pilz die Zahl seiner Tochtergesellschaften auf 40 erhöht. Gleichzeitig will das Familienunternehmen durch die Neueröffnung zahlreicher Standorte in bestehenden Tochtergesellschaften die Kundenbetreuung vor Ort intensivieren. „Digitale Geschäftsprozesse können den Kundenkontakt nicht ersetzen“, so die Vorsitzende der Geschäftsführung.

Rund 75 Prozent des Umsatzes erzielte Pilz 2016 in Europa, rund 15 Prozent in Asien und knapp 10 Prozent in Amerika. Zu den Töchtern mit dem größten Wachstum zählen 2016 neben den asiatischen Ländern auch die Landesgesellschaften in Indien, Brasilien aber auch in Südeuropa.

Zukunftsmarkt Robotik

Pilz definiert sich nach eigenen Angaben als Lösungsanbieter der Automation, wobei die Sicherheit Kernkompetenz und Bestandteil jeder Lösung ist. Die sichere Steuerungstechnik ist demnach weiterhin wichtigster Umsatzträger. Zum Wachstum würden aber immer stärker auch die Bereiche Sensorik und Antriebstechnik beitragen.

2016 blieb der Produktbereich Steuerungstechnik mit Antriebstechnik absolut gesehen der wichtigste Umsatzträger (66 Prozent) bei Pilz, doch inzwischen tragen die Bereiche Sensorik (15 Prozent) und Dienstleistungen (13 Prozent) jeweils im zweistelligen Bereich einen bedeutenden Anteil zum Umsatz bei. Das Dienstleistungsangebot mit Beratung, Engineering und Schulung sei seit Jahren ein stabiler Wachstumsträger, so das Unternehmen. Von besonderer Bedeutung für die weitere Entwicklung sei die sichere Robotik: Der zunehmende Einsatz von Robotern im industriellen Umfeld steht immer häufiger in Verbindung mit einer möglichst engen Kollaboration zwischen Mensch und Maschine. Pilz versucht sich hier in den letzten Jahren als Experte für die Sicherheit zu etablieren; so unterstützt das Unternehmen beispielsweise deutsche Automobilbauer bei der Umsetzung von Mensch-Roboter-Kollaborationen.

Kapitänin verlässt das Schiff

Ende des Jahres 2017 wird sich Renate Pilz, Vorsitzende der Geschäftsführung, aus ihrer aktiven Rolle in der Geschäftsführung verabschieden und Pilz in die Hände ihrer Tochter Susanne Kunschert und ihres Sohnes Thomas Pilz übergeben. Den Geschäftsbereich „Markt“, für den Renate Pilz noch bis Ende 2017 verantwortlich ist, übergibt sie 2018 an ihre Tochter Susanne Kunschert.

„Die Leitung des Familienunternehmens liegt künftig komplett bei meinen Kindern: Sie werden basierend auf unseren Unternehmenswerten und unserer Strategie auf gute und bewährte Weise das Unternehmen weiterführen“, so Renate Pilz. (jv)

Hannover Messe 2017: Halle 9, Stand D17

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