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Anschlusstechnik Phoenix Contact auf dem Weg in die digitale Zukunft

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Auf der Pressekonferenz zur SPS IPC Drives hat Roland Bent, Geschäftsführer von Phoenix Contact, den konjunkturellen Verlauf des vergangenen Jahres aufgezeigt und einen Ausblick für 2016 gegeben. Trotz geringerem Wachstum schreckt das Unternehmen nicht vor Investitionen zurück. So sind einige Umfirmierungen und vor allem Investitionen in Mitarbeiter, Aus- und Weiterbildung geplant.

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Phoenix-Contact-Geschäftsführer Roland Bent präsentiert Zahlen und Fakten aus dem vergangenen Jahr und stellt künftige Vorhaben des Unternehmens vor.
Phoenix-Contact-Geschäftsführer Roland Bent präsentiert Zahlen und Fakten aus dem vergangenen Jahr und stellt künftige Vorhaben des Unternehmens vor.
(Bild: S. Häuslein/konstruktionspraxis)

Roland Bent, Geschäftsführer von Phoenix Contact, hat den konjunkturellen Verlauf des Jahres 2015 erläutert, der sich durch die weltweiten Turbulenzen und politischen Unsicherheiten deutlich abgekühlt hat. Das aktuelle Wachstum der Phoenix-Contact-Gruppe liegt bei 8,5 % in Euro. Eine bereinigte Betrachtung der Marktsituation allerdings zeigt ein Wachstum in lokalen Währungen von rund 4 %, mit dem die Phoenix Contact-Gruppe 2015 immer noch im oberen Bereich des Wachstumsranking der Branche liegt. Es zeigen sich große regionale Unterschiede im Vergleich: Das Wachstum in Europa, ohne Deutschland, von mehr als 8 % in Lokalwährung versus dem Wachstum in den USA mit 15 % in Euro, aber einem leichten Minus in lokaler Währung. China hat ein Wachstum in lokaler Währung von nur 3,5 %, mit dem Währungshebel liegt das Wachstum auf mehr als 20 % in Euro. Der deutsche Markt zeigt bei Phoenix Contact weiter einen positiven Verlauf. So wird Ende 2015 voraussichtlich ein Umsatz von 470 Mio. Euro erzielt. Das entspricht einem Wachstum von rund 3 %, das sich – bereinigt um besondere Projekteffekte – im Vergleich zu 2014 auf 5 % erhöht. Viele der aktuellen geopolitischen Unsicherheiten bestanden schon 2014, so dass Phoenix Contact 2015 entsprechend vorsichtig in den Strukturaufbau eingetreten ist. Trotzdem liegt die Investitionsquote bei 7 %. Weltweit werden Ende 2015 rund 600 Mitarbeiter mehr in der Phoenix-Contact-Gruppe beschäftigt sein. Der Mitarbeiter-Aufbau in Deutschland wird bei 230 Personen liegen. Phoenix Contact wird 2015 voraussichtlich ein Wachstum von rund 8 %, deutlich über 1,9 Mrd. Euro, erreichen.

Phoenix Contact 4.0

Phoenix Contact investiert kontinuierlich in Forschung und Entwicklung. Auch 2015 wurde eine F&E-Quote von 7 % erreicht.

Bestimmend für die technologische Ausprägung der Innovationsfähigkeit bei Phoenix Contact wird zunehmend der Megatrend der Digitalisierung der Industrie – in Deutschland unter dem Begriff Industrie 4.0 zusammengefasst. Digitalisierung der Industrie heißt weit mehr, als nur der Einsatz neuer Technologien in Fabrik und Verwaltung. Digitalisierung der Industrie umfasst auch Überwindung bisheriger Abteilungsgrenzen in Organisationen, neue Formen der Arbeit und vor allem auch die Fähigkeit, das Unternehmen und seine Produkte in eine digitale Wertschöpfungskette der Kunden zu integrieren. Phoenix Contact hat bereits in den letzten Jahren umfangreiche Aktivitäten gestartet, um das Unternehmen technologisch auf den kommenden Wandel vorzubereiten. So engagiert sich das Unternehmen beispielsweise aktiv in Forschungs-Netzwerken wie dem Spitzencluster „It’s OWL“.

Im Jahr 2012 war Phoenix Contact eines der Initial-Unternehmen der Verbände Plattform Industrie 4.0. Als zweite Phase wurde Anfang 2015 die Aktivität in eine neue Plattform-Struktur überführt, die durch die Ministerien für Wirtschaft und Energie sowie Bildung und Forschung geleitet wird. Phoenix Contact ist Mitglied des Lenkungskreises der Plattform und in vier der fünf Arbeitskreise (AG 1: Referenzarchitektur, Standardisierung und Normung, AG2: Forschung und Innovation, AG 3: Sicherheit vernetzter Systeme, AG 5: Arbeit, Aus- und Weiterbildung) aktiv.

Digitalisierung erfordert Veränderung im Unternehmen

Anwendungsbeispiele, die bereits in Produktionsstätten und Entwicklungsbereichen von Phoenix Contact umgesetzt werden, wurden auf der Plattform Industrie 4.0 veröffentlicht. Sie finden sich unter den 200 Anwendungsbeispielen der „Online Landkarte Industrie 4.0“, die am 18.11.2015 anlässlich des IT-Gipfels veröffentlicht wurde.

Die Digitalisierung erfordert auch eine starke Veränderung von Prozessen und Strukturen im Unternehmen. In einer Welt, in der zukünftig Produkte und ihre Produktionsanlagen zeitgleich entwickelt werden, müssen auch die entsprechenden Fachbereiche eng und abgestimmt zusammen arbeiten. Die Teams von Produktentwicklung, Betriebsmittelbau und Produktion sollten schon in der Definitionsphase neuer Produkte Abteilungsgrenzen überwinden und simultan in agilen Teamstrukturen bei der gemeinschaftlichen Aufgabe kooperieren. Bei Phoenix Contact gibt es mit dem Betriebsrat einen aktiven Austausch, welche Veränderungen die Digitalisierung für die Arbeitswelten mit sich bringt. In regelmäßigen Dialogrunden werden frühzeitig Ängste analysiert und gemeinsame Maßnahmen definiert, die der Vorbereitung der Mitarbeiter auf die Veränderungen dienen.

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