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Wind Energy Hamburg 2014 Onshore-Windkraft hat Potential

| Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Vom 23. bis zum 26. September 2014 informieren führende Anbieter aus aller Welt auf der Wind Energy Hamburg über aktuelle Neuentwicklungen, die die Stromgewinnung auch an windschwächeren oder klimatisch extremen Standorten noch effizienter machen.

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(Bild: Nordex)

Innovationen in der Anlagentechnik sorgen für erhebliche Verbesserungen bei der Nutzung von Onshore-Windenergie. Weltweit kommen immer mehr Binnenstandorte für die Windenergienutzung in Frage. Die Wind Energy Hamburg bietet der globalen Industrie eine gute Plattform für Dialog und Präsentation ihrer Neuheiten, Technologien und Dienstleistungen. Die Leitmesse bildet die gesamte Wertschöpfungskette ab. Zur Premiere im September werden mehr als 1000 Aussteller auf dem Gelände der Hamburg Messe erwartet.

Wartung als neues Geschäftsfeld

Wartung und Service werden daher künftig zu einem immer interessanteren Geschäftsfeld für Anlagenbauer und Service-Dienstleister. Bis Ende 2013 wurden an Binnenstandorten weltweit Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 314.000 MW installiert. Sie repräsentieren rund 98 % der weltweit vorhandenen Windkraft-Leistung. Dafür sprechen die Fakten: Der BTM Wind Report von Navigant Research prognostiziert einen Zubau von 250.100 MW neuer Leistung in den nächsten fünf Jahren, davon etwa 89,6 % durch Onshore-Anlagen. Zudem wird fast ein Drittel der Leistung von Windturbinen erbracht, die nicht mehr der Gewährleistung unterliegen. In Wind-Pionierländern wie Deutschland und Dänemark, wo Anlagen zum Teil mehr als zehn Jahre alt sind, wird demnach das Repowering einen wichtigen Stellenwert einnehmen.

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Wirtschaftlich auch in windschwachen Gegenden

„In den letzten Jahren hat der technologische Fortschritt weltweit die Erschließung neuer Gebiete für Windparks möglich gemacht. Außerdem ist ein globaler Trend zu immer größeren und leistungsstärkeren Windkraftanlagen festzustellen“, sagt Christian Schnibbe, Unternehmenssprecher des Projektierers WPD Onshore, der auf der Wind Energy Hamburg ausstellt. Die Weiterentwicklungen im Anlagenbau gehen einher mit höheren Nennleistungen, größeren Rotoren und höheren Türmen. Nennleistungen von bis zu 3 MW bei Rotordurchmessern bis ca. 128 m sowie Nabenhöhen bis zu ca. 150 m sind heute im Mittel- und Schwachwindbereich keine Seltenheit. Windenergie wird so auch in Gebieten mit mittleren (ICE 2) und schwachen (ICE 3) Windstärken wirtschaftlich tragfähig.

N117/2400 Gamma (2,4 MW) Windenergieanlage auf 141 Meter Hybridturm
N117/2400 Gamma (2,4 MW) Windenergieanlage auf 141 Meter Hybridturm
(Bild: Nordex)

Größer, leichter, günstiger

Felix Losada, Sprecher des Wind-Energy Hamburg-Ausstellers und Onshore-Spezialisten Nordex, sagt: „Bis zu 28,6 % Mehrertrag kann die N131/3000, die neueste Generation unserer Schwachwindanlagen, im Vergleich zu ihrem Vorgänger aus Standorten herausholen. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Energie-Entstehungskosten weiter zu senken.“ Die N131/3000 wurde auf möglichst viele Volllaststunden ausgelegt, sodass bei großen Rotorflächen mit einer niedrigen Flächenleistung von 240 kW pro Quadratmeter kostengünstigere Generatoren verwendbar sind. Zudem setzt Nordex beim Rotorblattkonzept auf eine innere Struktur aus Kohlenstoff, die die Blätter insgesamt leichter macht.

Problemlos in Problemregionen

Immer häufiger drehen sich Rotoren auch über den Baumwipfeln von Wäldern, beispielweise in Schweden oder in Süddeutschland. Möglich wird das durch die Entwicklung höherer Türme und das Meistern spezieller logistischer Herausforderungen. Wichtig für die Akzeptanz von Windkraftanlagen in Waldgebieten ist ein minimaler Rodungsbedarf auf den Zufahrtswegen und beim Aufstellen der Anlagen. Hersteller Enercon, führend auf dem deutschen Markt und ebenfalls Aussteller auf der Wind Energy Hamburg, hat auf diese spezielle Anforderung mit einem geteilten Rotorblatt reagiert. Durch diese Zweiteilung eignet sich die Neuentwicklung gerade für Standorte, an denen wenig Platz zur Verfügung steht.

Auch über spezielle Lösungen für klimatisch extreme Regionen informieren Anlagenbauer auf der Wind Energy Hamburg. Für den Einsatz bei bis zu 40 °C stattet z.B. Senvion seine Anlagen mit zusätzlichen Belüftungsaggregaten aus, die insbesondere die Umrichter vor Überhitzung schützen. In der Kaltklima-Version (bis -30 °C) halten Heizelemente die aerodynamisch wichtigsten Flächen der Rotorblätter frei von Eis. Sichere Erträge und maximale Verfügbarkeit können heute daher für nahezu alle Klimazonen gewährleistet werden.

Konkurrenzfähig auch ohne Zuschüsse

Nach Einschätzung führender internationaler Anlagenhersteller wird sich die Onshore-Windenergienutzung weiterhin positiv entwickeln. „Verbesserungen an der Windturbinen-Technologie und geringer werdende Aufwendungen für Betrieb und Wartung haben zu einer Kostenreduktion geführt, die Windstrom auf einigen Märkten – selbst ohne gesetzgeberische Vergütungssysteme – bereits konkurrenzfähig macht“, so die Einschätzung von Roland Schanze, Vorstand des Ausstellers und Projektentwicklers WKN. Aus Sicht von WKN profitieren besonders waldreiche Länder wie Schweden von den Schwachwindanlagen, wo die WKN-Gruppe seit Jahren aktiv ist. Interessantes Potenzial sieht Schanze auch in Südafrika.

Welche Onshore-Märkte in den nächsten Jahren die wichtigste Rolle spielen, hängt nicht zuletzt von den politischen Rahmenbedingungen vor Ort ab. So könnte im Energiewende-Land Deutschland der Zubau der Windkraft an Land pro Jahr auf 2500 MW begrenzt werden. (br)

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