Suchen

Energiewende Offshore-Windenergie erlebt 2013 deutliches Wachstum in Deutschland

Redakteur: Stéphane Itasse

Die in Deutschland installierte Leistung von Offshore-Windkraftanlagen hat sich 2013 fast verdoppelt. Dies geht aus einer Studie der Deutschen Windguard im Auftrag des VDMA-Fachverbands Power Systems und des Bundesverbands Windenergie (BWE) hervor, wie der VDMA am Dienstag mitteilt.

Firmen zum Thema

Die Stromerzeugung aus Offshore-Windenergie konnte 2013 in Deutschland deutlich zulegen.
Die Stromerzeugung aus Offshore-Windenergie konnte 2013 in Deutschland deutlich zulegen.
(Bild: Siemens)

Demnach gingen im letzten Jahr 48 Offshore-Windkraftanlagen mit einer Leistung von 240 MW neu ans Netz. Somit speisten in Deutschland zum 31. Dezember 2013 insgesamt 116 Offshore-Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee mit einer Gesamtleistung von 520,3 MW Strom ein. Neben den bereits angeschlossenen Offshore-Windkraftanlagen seien weitere 103 (394,6 MW) in drei Offshore-Windparks im Jahr 2013 vollständig errichtet worden, aber noch ohne Netzanschluss gewesen. Die Gesamtleistung der neun zum Ende 2013 im Bau befindlichen Offshore-Windparks betrage 2432,4 MW.

6500 MW Offshore-Windkraftleistung in Deutschland bis 2020 erreichbar

Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems und Vizepräsident der Stiftung Offshore-Windenergie, kommentiert: „Der Durchbruch bei der ersten Ausbaustufe ist damit erreicht. Ende 2013 waren drei Offshore-Windparks am Netz, ein zusätzlicher errichtet und acht im Bau. Die hohe Zahl von 266 verankerten Fundamenten und Teilanlagen beweist, dass die Projekte nun in die finale Fertigstellungsphase gehen.“ Er rechne damit, dass im Jahr 2014 etwa 1500 MW und ungefähr weitere 1000 MW im Jahr 2015 ans Netz gehen können. „Die Klausurtagung in Meseberg und ein konkreter Kabinettsbeschluss müssen das richtige Signal setzen, um Investitionen für weitere gut 3000 MW in einem Volumen von über 10 Mrd. Euro zu sichern“, forderte er. Die neuen Ziele der Bundesregierung von 6500 MW bis zum Jahr 2020 seien so erreichbar.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Sylvia Pilarsky-Grosch, Präsidentin des Bundesverbandes Windenergie, sagt: „Ich bin zuversichtlich, dass die Industrie die Herausforderungen im Bereich offshore meistern wird. Es ist davon auszugehen, dass es in diesem Jahr einen deutlichen Sprung nach vorn gibt. Die industriepolitische Bedeutung von Wind offshore wird sich dann erweisen.“ Voraussetzung für eine weiter positive Entwicklung seien vernünftige Rahmenbedingungen seitens der Politik und die Realisierung aufgezeigter Kostensenkungspotenziale. „Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Fortführung der geltenden Rahmenbedingungen bis Ende 2019 hat die Planungssicherheit für Investoren und Industrie gestärkt. Mit der in den Eckpunkten des Energieministeriums angekündigten Absenkung der Vergütungen in den Jahren 2018 und 2019 wird dies nun wieder in Frage gestellt“, bemängelte sie.

Offshore-Windenergie sichert mittlerweile zahlreiche Arbeitsplätze

Norbert Giese, stellvertretender Vorsitzender der Windenergie Agentur WAB, erläutert: „Die Offshore-Windindustrie wartet auf weitere finale Investitionsentscheidungen für die zweite Stufe des Offshore-Windenergie-Ausbaus in Deutschland. Die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags zur Offshore-Windenergie müssen nun zügig umgesetzt werden. Nur so können Wertschöpfung und Beschäftigung bei Herstellern und Zulieferern in Deutschland mit 1,6 Mrd. Euro Umsatz und knapp 18.000 Beschäftigten bereits im Jahr 2012 an der Küste wie im Hinterland gesichert und weiter ausgebaut sowie weitere Exportpotenziale geschöpft werden.“ Nur mit kontinuierlichem Ausbau könnten die energiewirtschaftliche Bedeutung der Offshore-Windenergie entfaltet und die Kostensenkungspotenziale in Deutschland gehoben werden. Abhängig vom weiteren Ausbaupfad in Deutschland und weltweit lägen diese in den nächsten zehn Jahren bei etwa einem Drittel Kostensenkung.

(ID:42496366)