Verbundwerkstoffe Neueste Composite-Markterhebung zeichnet wieder positives Bild

Redakteur: Peter Königsreuther

Gute Nachrichten zur Geschäftslage im Compositesektor – Composites Germany zeigt Daten und aktuelle Marktentwicklungen auf.

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Glasfaserverstärkte Komponenten treiben den deutschen Compositesmarkt weiterhin am stärksten an. Was sonst noch läuft, verrät die mittlerweile 17. Markterhebung von Composites Germany.
Glasfaserverstärkte Komponenten treiben den deutschen Compositesmarkt weiterhin am stärksten an. Was sonst noch läuft, verrät die mittlerweile 17. Markterhebung von Composites Germany.
(Bild: R. Esin)

Befragt wurden zum 17. Mal alle Mitgliedsunternehmen der drei großen Trägerverbände von Composites Germany: AVK, Leichtbau Baden-Württemberg und VDMA-Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien. Um die problemlose Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Erhebungen zu gewährleisten, gab es auch bei den Fragen zum 1. Halbjahr 2021 keine Änderungen, erwähnt Composites Germany. Erhoben wurden wieder meist qualitative Daten, in Bezug auf die aktuelle und zukünftige Marktentwicklung. Und so sieht es momentan aus:

Die Stimmung in der Compositewelt steigt endlich wieder

Nachdem bezüglich der obligatorischen Frage zur aktuellen Geschäftslage, fast zwei Jahre in Folge stetig miese Stimmung war. Zeigte sich bereits in der letzten Befragung eine Trendwende. Die, heißt es weiter, setzt sich nun erfreulicherweise fort. Für alle drei angegebene Regionen (Deutschland, Europa & Welt) kristallisieren sich deshalb durchwegs positive Einschätzungen heraus. So beurteilen fast 80 Prozent die aktuelle generelle Geschäftslage als positiv oder sogar sehr positiv.

Der weltweite Löwenanteil der Unternehmen aus der Compositebranche bezeichnet die aktuelle Geschäftslage als eher positiv, wie die 17. Markterhebung zum Vorschein gebracht hat.
Der weltweite Löwenanteil der Unternehmen aus der Compositebranche bezeichnet die aktuelle Geschäftslage als eher positiv, wie die 17. Markterhebung zum Vorschein gebracht hat.
(Bild: Composites Germany)

Aber nicht nur die Bewertung der generellen Geschäftslage hellt sich im Gegensatz zur letzten Befragung deutlich auf. Auch die eigene Geschäftslage wird noch optimistischer eingeschätzt, als früher (siehe unten).

So zeichnet sich das Bild zur Einschätzung der eigenen Geschäftslage der Compositebranche weltweit – sie ist demnach noch positiver, als generelle.
So zeichnet sich das Bild zur Einschätzung der eigenen Geschäftslage der Compositebranche weltweit – sie ist demnach noch positiver, als generelle.
(Bild: Composites Germany)

Wieder so erfreulich, wie vor den Corona-Zeiten

Im industriellen Umfeld existieren derzeit zahlreiche Herausforderungen, erinnert Composites Germany. Die Corona-Pandemie beispielsweise ist zwar abgeflaut, aber nicht verschwunden. Geschäftsmodelle mussten und müssen auch weiterhin angepasst werden. Logistikketten wurden teilweise erheblich gestört. Und auch heute noch zeigten sich eklatante Engpässe beider Rohstofflage. Die Blockade des Suezkanals durch die „Ever Given“ hat die Empfindlichkeit internationaler Handelsströme mehr als deutlich werden lassen, betonen die Experten. Rohstoffmangel, stark ansteigende Preise vieler Rohstoffe und jetzt auch noch der Chipmangel lassen die Nerven nicht wirklich zur Ruhe kommen. Trotzdem zeigt sich in der Compositesindustrie dieses äußerst optimistische Bild. So positive Stimmen wurden zuletzt bei den Befragungen zum Herbst 2018 respektive zum Frühjahr 2019 eingefangen, erinnert sich Composites Germany.

Gute Zukunftsprognose – wenn nichts dazwischen kommt

Gestützt wird die positive Grundstimmung zusätzlich von positiven Erwartungen auch an die Zukunft. Befragt hinsichtlich ihrer Erwartungen an die zukünftige Geschäftsentwicklung zeigt sich bei den Befragten ebenfalls ein fast durchweg optimistisches Bild. Dabei gehen über 80 Prozent der Befragten von einer Verbesserung der Geschäftslage in Europa im nächsten halben Jahr aus (siehe unten). Für die andern Regionen sieht es genau so gut aus, heißt es.

So sieht es aus, wenn man die Composite-Player nach der zukünftigen Geschäftsentwicklung fragt. Die Prognosen geben keinen Grund zur Sorge, wie es scheint.
So sieht es aus, wenn man die Composite-Player nach der zukünftigen Geschäftsentwicklung fragt. Die Prognosen geben keinen Grund zur Sorge, wie es scheint.
(Bild: Composites Germany)

Die Luftfahrt ist am pessimistischsten

Die Erwartungen bezüglich ausgewählter Anwendungsbereiche sind nicht wirklich einheitlich. Größere Rückgänge werden, wie auch bei der letzten Befragung, vor allem für die Bereiche Automobil, Luftfahrt und Windenergie erwartet (siehe unten). Es lässt sich aber feststellen, dass der Anteil derjenigen, die eine eher pessimistische Einschätzung haben nochmals deutlich zurückgeht. So gingen bei der letzten Erhebung rund 46 Prozent der Befragten von einer Verschlechterung der Situation im Luftfahrtbereich aus. Heute sind es „nur noch“ 17 Prozent. Für den Bereich Automobil sinkt der Wert von 17 Prozent (2. Hj 2020) auf nunmehr 14 Prozent, wie die Befragung offenbart.

So verteilen sich die Erwartungen der Compositelandschaft auf die einzelnen Anwendungsgebiete. Infrastruktur nebst Bau sowie der Sport- und Freizeitsektor hegen die meiste Hoffung. Im Luftfahrtsektor ist man deutlich skeptischer.
So verteilen sich die Erwartungen der Compositelandschaft auf die einzelnen Anwendungsgebiete. Infrastruktur nebst Bau sowie der Sport- und Freizeitsektor hegen die meiste Hoffung. Im Luftfahrtsektor ist man deutlich skeptischer.
(Bild: Composites Germany)

Vor allem die beiden Bereiche Infrastruktur/Bau sowie Sport und Freizeit zeigen sich schon über einen längeren Zeitraum als die Sektoren, für die die kräftigsten Wachstumsimpulse erwartet werden. Und auch in Zeiten eines eher schwierigen industriellen Umfeldes entpuppen sich diese beiden Bereiche dennoch als sehr stabil. Es bleibt also weiterhin spannend zu sehen, ob die zukünftige Entwicklung der beiden auch so vorangetrieben werden kann.

Glasfaserverstärkte Typen treiben weiter das Geschäft an

Erneut blieben auch in den letzten sechs Monaten Deutschland, Europa und Asien die Regionen, aus denen die wesentlichen Wachstumsimpulse für das Composite-Segment erwartet werden. Die asiatischen Akteure verlieren dabei leicht, und zwar zu Gunsten der europäischen Player. Werkstoffseitig setzt sich der Paradigmenwechsel weiter fort und CFK (carbonfaserverstärkter Kunststoff) verliert in den Augen der Befragten weiterhin an Einfluss, was seine Rolle als Wachstumstreiber angeht, wie Composites Germany erklärt. GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) ist nun schon zum dritten Mal in Folge der Champion, wenn es um den nachgefragtesten Composite-Werkstoff geht (siehe unten). Und der Bereich „übergreifend“ gewinnt stark, weil sich dahinter Composites verbergen, die einen Fasermix beinhalten, was momentan im Trend liegt. Die nächste Markterhebung wird dann das zweite Halbjahr 2021 aufschlüsseln. Sie erscheint im Januar 2022.

Das Tortendiagramm teilt die einzelnen Wachstumstreiber in Bezug auf die Art des Faserverbundwerkstoffs prozentual ein. Der Materialmix und mit Abstand die glasfaserverstärkten Komponenten sind hier die Impulsgeber. Im Vergleich zur letzten Markterhebung (zweites Halbjahr 2020) haben CFK-Bauteile allerdings um 15 Prozent eingebüßt.
Das Tortendiagramm teilt die einzelnen Wachstumstreiber in Bezug auf die Art des Faserverbundwerkstoffs prozentual ein. Der Materialmix und mit Abstand die glasfaserverstärkten Komponenten sind hier die Impulsgeber. Im Vergleich zur letzten Markterhebung (zweites Halbjahr 2020) haben CFK-Bauteile allerdings um 15 Prozent eingebüßt.
(Bild: Composites Germany)

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