Überwachungssystem Neues Überwachungssystem macht das Anlegen von Ozeanriesen sicherer

Redakteur: Jan Vollmuth

Um Probleme beim Andocken großer Schiffe in Häfen zu vermeiden und die Schiffsdaten für Versicherungszwecke zu sammeln, hat Trelleborg eine Überwachungslösung entwickelt, das den Anlege- und Vertäuungsprozess überwacht und verbessert.

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Fender dienen in erster Linie als Schutzbarriere zwischen Schiff und Kai, Pier oder Uferdamm, indem sie den Aufprall des Schiffsrumpfes dämpfen und dessen parallelen Bewegungen entgegenwirken.
Fender dienen in erster Linie als Schutzbarriere zwischen Schiff und Kai, Pier oder Uferdamm, indem sie den Aufprall des Schiffsrumpfes dämpfen und dessen parallelen Bewegungen entgegenwirken.
(Bild: Trelleborg)

Wenn ein großes Frachtschiff anlegt, ist das ein komplizierter und schwieriger Vorgang, da ein sich bewegendes Objekt mit einem statischen Objekt zusammengebracht werden soll. Dabei sind enorme Kräfte am Werk. Und je größer die Schiffe, desto kritischer wird die Situation. Flüssiggastanker mit einem Fassungsvermögen von 200.000 Kubikmeter und Containerschiffe von 22.000 TEU Kapazität stehen kurz vor ihrer Indienststellung.

Tanker und Massengutfrachter machen meist am Ende einer Pier fest. Wenn hier ein Schiff mit einer Verdrängung von über 100.000 t anlegt, kann selbst ein leichter Aufprall schwerwiegende Konsequenzen haben. Bei Containerschiffen würde das Anlegen an einem Kai mit zu hoher Geschwindigkeit größere Schäden am Schiff als an der Kaianlage anrichten. Selbst wenn das Schiff endlich vertäut ist, besteht die Gefahr, dass die schaukelnden Bewegungen des Rumpfes infolge schlecht gespannter Festmacherleinen die Fender zerstören.

Schutzbarriere zwischen Schiff und Kai, Pier oder Uferdamm

Fender dienen in erster Linie als Schutzbarriere zwischen Schiff und Kai, Pier oder Uferdamm, indem sie den Aufprall des Schiffsrumpfes dämpfen und dessen parallelen Bewegungen entgegenwirken. Jeder Zwischenfall, der zu ungeplanten Ausfällen oder Sicherheitsrisiken führt, hat zwangsläufig finanzielle Folgen. Im Schadensfall bestimmen zu können, wer die Haftung dafür trägt – der Eigner oder Leaser des Schiffes oder die Hafenbehörden und Kaibetreiber –, ist heute wichtiger denn je.

Um solche Zwischenfälle in Häfen zu vermeiden und die Schiffsdaten für Versicherungszwecke zu sammeln, hat Trelleborg eine technische Lösung entwickelt – das so genannte Marine Fender Load Monitoring System (LMS), das den Anlege- und Vertäuungsprozess überwacht und verbessert. Das System kombiniert die gewaltigen Fortschritte der letzten Jahrzehnte im Elektronik-, Computer- und Softwarebereich mit dem Know-how von Trelleborg bei der Fertigung moderner Fendersysteme.

Zweck des LMS-Systems ist, durch höhere Effizienz in den Häfen zu einer Kostensenkung beizutragen, die Sicherheit der Mannschaften und des Hafenpersonals zu verbessern, den Anlege- und Vertäuungsprozess zu optimieren und die Anlagen der Hafenbesitzer zu schützen. Zwei Technologien kommen zum Einsatz: Kraftmessung und laserbasierte Systeme. In beiden Fällen wird der Aufprall des Schiffes auf die Fender sowie die anschließenden Kräfte gemessen, die auf die Fender einwirken.

Von der Einzellösung bis zur integrierten Plattform

„Kraftmessende Überwachungstechnik kann als Einzelinstallation in Fender eingebaut oder in eine gemeinsame Plattform integriert werden, die auch eine Lastüberwachung für Quick-Release-Haken, ein SmartDock Laser-System und ein SmartDock GPS-System umfasst“, erklärt Scott Smith von Trelleborg, der im Asien-Pazifik-Raum als Regionalleiter für Marine Systems tätig ist.

Ein anderes kleineres, weniger kostspieliges System basiert auf Lasertechnik. Es misst die Durchbiegung des Fenders und gibt ein Warnsignal ab, wenn ein bestimmtes Maß erreicht ist. So wird verhindert, dass ein Fender zu stark zusammengedrückt wird.

Als dritte Variante können Laser als Anlegehilfe eingesetzt werden, indem sie die Geschwindigkeit messen, mit der sich ein Schiff dem Kai nähert. „Die über LMS gesammelten Daten sind für Hafenbetreiber eine wertvolle Planungshilfe zur Ermittlung der maximalen Auslastungskapazität, die ohne Infrastrukturerweiterungen möglich ist“, erklärt Smith.

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