Siemens zur SPS IPC Drives 2016 Neues aus der Digital Enterprise-Produktkiste auf dem Weg zu Industrie 4.0

Redakteur: Sariana Kunze

Auf der SPS IPC Drives 2016 in Halle 11 präsentiert Siemens seine Digital Enterprise-Portfolioelemente, die bereits heute für Industrie 4.0 verfügbar sind. Unter dem Motto „Driving the Digital Enterprise“ zeigt Siemens auf der Messe in Nürnberg integrierte Anwendungen und stellt das IoT-Ökosystem MindSphere in den Mittelpunkt.

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Auf der SPS IPC Drives 2016, Halle 11, präsentiert Siemens seine Digital Enterprise-Portfolioelemente, die bereits heute für Industrie 4.0 verfügbar sind. Unter dem Motto "Driving the Digital Enterprise" zeigt Siemens integrierte Anwendungen.
Auf der SPS IPC Drives 2016, Halle 11, präsentiert Siemens seine Digital Enterprise-Portfolioelemente, die bereits heute für Industrie 4.0 verfügbar sind. Unter dem Motto "Driving the Digital Enterprise" zeigt Siemens integrierte Anwendungen.
(Bild: Siemens)

„Siemens treibt die digitale Transformation aktiv voran. Unser Angebot haben wir dazu vor allem im Bereich der Cloud Data Platforms und damit neuer digitaler Geschäftsmodelle konsequent ausgebaut“, erklärt Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands von Siemens. „Damit können unsere mittelständischen wie großen Kunden noch mehr in ganzheitliche Ansätze für die durchgängig digitalisierte Industrie investieren.“

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IoT-Ökosystem MindSphere ist die Grundlage

MindSphere ist die Grundlage für Anwendungen und datenbasierte Services von Siemens und Drittanbietern, etwa im Bereich vorausschauende Wartung, Energiedaten-Management oder Ressourcenoptimierung. MindSphere bietet für Kunden dabei eine Entwicklungsumgebung, in der sie eigene Applikationen und Services integrieren können. In der MindSphere-Lounge – einem über 400 m² großen Bereich – präsentieren Siemens und Partner-Unternehmen am Messestand ihre Ideen und Anwendungen. Zudem erfahren die Besucher, wie einfach sich Maschinen und Produktionsanlagen mit Hilfe von Totally Integrated Automation an MindSphere-Anwendungen andocken lassen.

Exponate sollen digitales Können untermauern

Mit zwei Exponaten will Siemens seine digitale Kompetenz veranschaulichen. Die Applikation für die diskrete Fertigung ist eine modellierte Pilotanlage, die die Leistungsfähigkeit des Mechatronics Concept Designers von Siemens PLM Software veranschaulicht. Dazu wurden alle verwendeten Module in einem kinematischen Modell zusammengeführt. Dadurch entsteht eine detaillierte digitale Kopie aller Komponenten, die deren Funktionsweise abbilden sowie das physikalische Verhalten (Mehrkörperphysik) und das Automatisierungsverhalten simulieren. Anwender können so bereits im virtuellen Abbild die Abfolge aller Einzelbewegungen simulieren und optimieren. Zudem bietet der Mechatronics Concept Designer offene Schnittstellen für andere Werkzeuge und ein Gantt-Diagramm mit allen Phasen und Abhängigkeiten. So lässt sich bereits in der frühen Planungsphase erkennen, wo sequenzielle Bewegungen nötig, beziehungsweise parallele Bewegungen, möglich sind. Für den Anlagenbauer bedeutet das eine spürbare Verkürzung der Projektlaufzeit, eine schnellere Inbetriebnahme und – durch die Wiederverwendbarkeit vorhandener Daten – eine Vereinfachung beim Nachbau gleicher und ähnlicher Anlagen.

Der digitale Zwilling bleibt auf dem aktuellen Stand

Das zweite Exponat zeigt am Beispiel einer Pumpenapplikation die Möglichkeiten der systematischen Optimierung über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage anhand realer Anwendungsfälle. Mit Comos als zentraler Engineering- und Datenmanagement-Plattform steht bei der Planung allen Beteiligten eine einheitliche, laufend aktualisierte Datenbank für eine konsistente Datenhaltung zur Verfügung. Anwender können das beim Engineering erzeugte virtuelle, identische Abbild einer Anlage – den digitalen Zwilling – nutzen, um Inbetriebnahme, Betrieb und Instandhaltung zu simulieren und zu optimieren. Mit Comos Walkinside verfügt der Anwender über eine hochauflösende 3D Virtual Reality-Darstellung, die Engineeringdaten visualisiert. So kann schon in der frühen Planungsphase einer Anlage durch das virtuelle Abbild navigiert werden, um zum Beispiel die Zugänglichkeit kritischer Assets zu prüfen. Die Funktionalität des Leitsystems wird mit der Simulations-Software Simit getestet, wodurch mögliche Fehler frühzeitig erkannt und noch vor Inbetriebnahme der Anlage behoben werden können. Durch den bidirektionalen Datenaustausch zwischen Comos und Simatic PCS7 bleibt der digitale Zwilling immer auf dem aktuellen Stand. Anlagenbetreiber profitieren von einem durchgängigen und optimierten Informationsfluss auf allen Ebenen des Produktionsprozesses sowie während des gesamten Betriebs. Die Operations Intelligence Softwarelösung XHQ verwandelt die gewonnenen „Big Data“ der Anlage in „Smart Data“ und stellt aufbereitete Prozess- und Anlagendaten für Management-Entscheidungen nahezu in Echtzeit zur Verfügung. Das Exponat auf dem Siemens-Stand zeigt das optimale Zusammenspiel aller Komponenten zur Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung anhand des realen Pumpenantriebsstrangs. Die einfache Integration energieeffizienter Antriebslösungen in die Kundenapplikation und die Automatisierungsumgebung über den kompletten Lebenszyklus einer Anlage (Integrated Drive Systems) führt zu einem kürzeren Time-to-profit.

Temperaturmesssystem erhöht Standzeit von Anlagen und Produktqualität

Siemens bringt mit dem Sitrans TO500 ein neuartiges Messsystem zur faseroptischen Temperaturmessung auf den Markt. Es ermöglicht komplexe Temperaturmessungen sowie die positionsgenaue Erkennung kritischer Temperaturüberschreitungen, zum Beispiel in Rohr- und Rohrbündelreaktoren. Der Sitrans TO500 zeichnet sich durch eine große Anzahl von Messpunkten (bis zu 48 je Messlanze, abhängig vom Temperaturbereich) sowie einen geringen Durchmesser der Sensormesslanze aus. Anwender können dadurch ein kleineres Schutzrohr im Reaktor einsetzen. Dies erhöht die Messgenauigkeit und damit die Produktivität und Produktqualität. Die genaue Ermittlung des Temperaturprofils ermöglicht es Anwendern, rechtzeitig kritische Betriebszustände zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Dadurch lässt sich die Standzeit der Anlagen verlängern. Das Messsystem ist insbesondere für die Chemieindustrie geeignet. Bei der katalytischen Umsetzung von Gasen und Flüssigkeiten in Rohr- beziehungsweise Rohrbündelreaktoren ist die zuverlässige Ermittlung des Temperaturprofiles innerhalb der Katalysatorschüttung von entscheidender Bedeutung. Sie beeinflusst maßgeblich den Reaktionsverlauf, die Qualität der Stoffumsetzung und den Alterungsprozess des Katalysators. Dabei gilt es, Bereiche mit überhöhten Temperaturen (Hotspots) frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen, also beispielsweise Reaktionsabläufe zu optimieren. Hier setzt der Sitrans TO500 an. Für die Messungen nutzt das Gerät sogenannte Faser-Bragg-Gitter (FBG). Der Sitrans TO500 kann in vier Kanälen je 48 FBG auswerten (insgesamt 192 Messpunkte) und ermöglicht dabei eine genaue Ermittlung von Temperaturverläufen auf engstem Raum. Der Sitrans TO500 ist dabei das erste Gerät, das FBG-basierte Messungen im industriellen Umfeld (d.h. in rauen Anlagenumgebungen und bei hohen Temperaturen) ermöglicht.

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Synchron-Reluktanzmotoren mit High-Performance-Umrichter kombiniert

In der neuen Firmware-Version V4.8 lassen sich die High-Performance-Niederspannungsumrichter Sinamics S120 mit den Simotics Synchron-Reluktanz-motoren kombinieren. Diese Verbindung eignet sich besonders für Antriebslösungen, in denen die Dynamik von Asynchronmotoren nicht mehr ausreichend, die hohe Performance von permanent-erregten Synchronmotoren jedoch auch nicht erforderlich ist. Dies können zum Beispiel Wickler, Extruder und Servopumpen sein. Zusätzlich ermöglicht die auch für den generatorischen Betrieb effizienzoptimierte Regelung weitere Applikationen im regenerativen Bereich. Mit dem Systembaukasten aus Niederspannungsumrichter Sinamics S120 und Simotics Synchron-Reluktanzmotoren lassen sich schnell und flexibel kundenspezifische High-Performance-Maschinenkonzepte im industriellen Maschinen- und Anlagenbau umsetzen. Die Synchron-Reluktanzmotoren bieten dazu eine optimierte Vektorregelung und den hinsichtlich Energieeffizienz und Dynamik optimierten generatorischen Betrieb sowie Safety-Funktionalitäten und Technologiefunktionen. Profibus- und Profinet-Schnittstellen ermöglichen die Einbindung in die Automatisierungslandschaft Totally Integrated Automation. Mit Reluktanzmotoren sind die Systemkosten geringer als bei permanent-erregten Synchron- oder Asynchronmotoren. Zum Beispiel ist im Teillastbereich das Antriebssystem mit einem Reluktanzmotor im Vergleich zum Asynchronmotor energetisch deutlich günstiger. Der Return-on-Investment von High-Performance-Niederspannungsumrichter und Reluktanzmotor ist in weniger als zwölf Monaten erreicht. Im Vergleich zu Asynchronmotoren gleicher Leistung haben Reluktanzmotoren im Teillastbereich einen erheblich höheren Wirkungsgrad. Durch das Synchronprinzip bleibt die Drehzahl konstant und eine geberlose Vektorregelung sorgt für optimales Betriebsverhalten. Beide Eigenschaften vereinfachen die Regelung des Antriebsstranges. Das geringe Eigenträgheitsmoment des Motors in Verbindung mit der optimierten Vektorregelung ermöglicht kurze Hochlaufzeiten. Bezogen auf Drehmomentsprünge ist das Verhalten vergleichbar mit dem von permanent-erregten Synchronmotoren und gestattet es, auch sicherheitsrelevante Applikationen schnell abzubremsen.

Siemens unterstützt Unternehmen bei Umsetzung des IT-Sicherheitsgesetzes

Mit Lösungen, Produkten und Services für Industrial Security unterstützt Siemens Unternehmen, die Vorgaben des deutschen IT-Sicherheitsgesetzes einzuhalten. Für einige der darin erfassten kritischen Infrastrukturen schreibt das Gesetz bereits ab November 2016 eine Meldepflicht für sicherheitsrelevante Vorfälle sowie ab Mai 2017 Mindeststandards bei IT-Security vor. Dies gilt für die Sektoren Wasserversorgung, Telekommunikation, Energieversorgung sowie Nahrungsmittelindustrie. Siemens bietet dazu ein ganzheitliches Industrial-Security-Konzept. Es umfasst industrietaugliche Security-Produkte für Systemintegrität und Netzwerksicherheit. Hinzu kommen Services für die Analyse der Sicherheitslage sowie die Einrichtung und das Management von Security-Systemen, einschließlich eines Frühwarnsystems zur kontinuierlichen Überwachung von Industrieanlagen. Mit diesem können Unternehmen ihrer Meldepflicht bei sicherheitsrelevanten Vorfällen gegenüber den Behörden nachkommen. Darüber hinaus liefert Siemens forensische Analysen der Vorfälle. Kunden können so Berichte erstellen, die internationalen Normen wie ISO 27002 oder IEC 62443 und den Vorgaben des IT-Sicherheitsgesetzes entsprechen. Um Sicherheitsrisiken zu minimieren, setzt Siemens dabei mit dem "Defense in Depth"-Konzept auf eine tiefengestaffelte Verteidigung, die von der Betriebs- bis zur Feldebene reicht. Das Konzept basiert auf drei Komponenten: Anlagensicherheit, Netzwerksicherheit sowie Systemintegrität nach den Empfehlungen der ISA 99 / IEC 62443, dem führenden Standard für Security in der industriellen Automatisierung. Siemens berücksichtigt dabei von der Produktentwicklung bis zur Fertigung Security-Aspekte ("Security by Design"), um die Robustheit seiner Produkte gegen Cyber-Angriffe zu erhöhen. Dies ist eine wichtige Grundlage, um die im IT-Sicherheitsgesetz geforderten Mindeststandards bei IT-Security zu erfüllen. Zu den Security-Produkten gehören unter anderem der Controller Simatic S7-1500 mit integrierten Sicherheitsfunktionen sowie die Security-Komponenten der Scalance S-Familie. Zudem bietet Siemens die Plant Security Services. Diese reichen von Analysen der Sicherheitslage (Security Assessment) über die Einrichtung von Schutzmaßnahmen wie Firewalls oder Virenschutzprogrammen (Security Implementation) bis hin zur kontinuierlichen Überwachung von Anlagen mit den Manage Security Portfolio. Stellen die Siemens-Experten ein erhöhtes Risiko fest, warnen sie Kunden und geben Empfehlungen für proaktive Gegenmaßnahmen. Mit Lösungen, Produkten und Services für Industrial Security unterstützt Siemens Unternehmen, die Vorgaben des deutschen IT-Sicherheitsgesetzes einzuhalten. Siemens bietet dazu ein ganzheitliches Industrial-Security-Konzept. Es umfasst industrietaugliche Security-Produkte für Systemintegrität und Netzwerksicherheit. Hinzu kommen Services für die Analyse der Sicherheitslage sowie die Einrichtung und das Management von Security-Systemen, einschließlich eines Frühwarnsystems zur kontinuierlichen Überwachung von Industrieanlagen.

Zertifiziertes Energiemanagement spart Betriebskosten

Siemens hat seine Energiemanagement-Software zur standortübergreifenden und unternehmensweiten Energieanalyse in der aktuellen Version um vielfältige neue Funktionen erweitert. Simatic Energy Manager PRO V7.0, auch als Upgrade zum Vorgängerprodukt Simatic B.Data 6.0 erhältlich, nutzen Unternehmen vom Energieeffizienz-Controlling, etwa der Kostenstellenabrechnung, bis zur Prognose, um zum Beispiel die Energiebeschaffung zu optimieren. Mit der TÜV-zertifizierten Software von Siemens halten diese die gesetzlichen ISO 50001-Vorgaben für einen energieeffizienten Betrieb ein und sparen zudem Betriebskosten. Die skalierbare Energiemanagement-Software Simatic Energy Manager PRO V7.0 lässt sich mit ihren flexiblen Darstellungs- und Analysemöglichkeiten, etwa Berichten, Dashboards oder Management-KPIs (Key Performance Indikatoren), individuell auf die jeweiligen Unternehmens-Spezifika zuschneiden. Hervorzuhebende Neuerung bei Simatic Energy Manager PRO V7.0 gegenüber dem Vorgängerprodukt ist das Widget-basierte Web-Dashboard zur flexiblen und individuellen Visualisierung und Analyse von Energie-Daten. Der Anwender erstellt online im Web-Browser sehr einfach, schnell und intuitiv seine gewünschte Darstellungs- und Auswerteansicht am Bildschirm. Widgets werden schnell und einfach hinzugefügt und entfernt und so zum individuellen Bildschirmlayout kombiniert. Dazu stehen dem Anwender eine Vielzahl vorgefertigter Widgets zur Verfügung – von Linien-Diagramm, Bericht, Matrix, Torten-Diagramm und Gauge bis zu Ampel, Wert, Text und Bild. Die Widgets lassen sich zwecks besserer Darstellung zoomen oder auch Ausschnitte zur Detailanalyse hervorheben. Neu ist auch die nahtlose Anbindung an die Simatic Energy Suite, in der die Daten der produktionsnahen Energiemesstechnik hinterlegt sind. Dabei senkt die direkte Übernahme der Engineering-Daten in Energy Manager PRO V7.0 deutlich den Engineering-Aufwand. Zudem bieten jetzt die neuen dynamischen Statistik-Funktionen flexible Energie-Analysen im Web Dashboard und Desktop Chart. Die ebenfalls neue Funktion Verbraucher-Effizienz nutzt der Anwender zur kennzahlenbasierten Bewertung der Effizienz von Verbrauchern, etwa von Maschinen. Damit lassen sich automatisch Bewertungsdaten für ganze Zellen, Linien oder auch individuelle Kostenstellen erzeugen. Für die Langzeitarchivierung der Energiedaten steht eine leistungsstarke MS SQL-Datenbank zur Verfügung. Weitere Verbesserungen und neue Funktionen gibt es bei den detaillierten Energiedaten auf Abruf, der automatischen Datenvorverarbeitung, Datensicherung und Wiederherstellung, Authentifizierung und Zugriffsberechtigung mit Active Directory sowie Software-Unterstützung wie unter anderem Windows 10 und Office 2016.

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Einfache, intuitive Inbetriebnahme und Bedienung für Sinamics V20-Umrichter

Das Angebot der Umrichterfamilie Sinamics V20 wird um eine zusätzliche Option für die drahtlose Inbetriebnahme und Bedienung erweitert. Das Webservermodul "Sinamics V20 Smart Access" ist ein kleines Gerät für den mobilen Zugang, das auf den Umrichter montiert werden kann und einen "Wifi Access Point" bildet: Damit kann der Anwender über eine gesicherte Wifi-Verbindung von einem Laptop oder mobilen Endgerät auf diesen kompakten Umrichter zugreifen, um Funktionen wie Inbetriebnahme, Parametereinstellungen oder Monitoring auszuführen. Das bedeutet, dass auf den Umrichter bequem und mit vertrauten Werkzeugen zugegriffen werden kann, auch wenn dieser in schwer zugänglichen Bereichen installiert ist. Zudem ermöglicht die intuitive Benutzeroberfläche eine schnelle und einfache Inbetriebnahme über den Inbetriebnahme-Assistenten. Sinamics V20 sind die bisher kleinsten verfügbaren Umrichter von Siemens, die sich für den Einsatz in Branchen wie Textil, Verpackung, Lebensmittel und Getränke, Logistik, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik eignen. Mit "Sinamics V20 Smart Access" eröffnet Siemens dem Anwender in den verschiedenen Branchen die Möglichkeit, auf seinen Umrichter von einem Laptop oder mobilen Endgerät aus zuzugreifen. Durch die Webservertechnologie wird der bereits vorhandene Webbrowser des Endgerätes benutzt, ohne zusätzliche Daten oder Applikationen installiert zu müssen. Der Nutzer ist somit flexibel in der Wahl des Endgeräts für die drahtlose Bedienung. Der Anwender kann nun direkt folgende Arbeiten durchführen: den Umrichter in Betrieb nehmen, Parameter einstellen oder ändern, den Zustand des Umrichters überwachen, den Motor im JOG-Modus laufen lassen, Fehler- oder Warnmeldungen diagnostizieren und Einstellungen speichern und zurücksetzen. Zudem können die Einstellungen von einem Umrichter multipliziert und an andere mobile Geräte für die Inbetriebnahme weiterer Umrichter verschickt werden. Durch Umstecken des Webservermoduls können mehrere Sinamics V20 Umrichter über ein mobiles Gerät, das als Bedienfeld (Operator Panel) dient, in Betrieb genommen werden. Dieser bequeme Zugriff und die intuitive Bedieneroberfläche ermöglichen eine schnelle, einfache Inbetriebnahme und die Voreinstellung von Parametern. Darüber hinaus ermöglicht das Tool dem Anwender, jederzeit die Parameter kurzfristig zu ändern. Einfache Bedienung und Robustheit sind die Vorteile des Sinamics V20. Die Umrichter sind für Pumpen, Lüfter, Kompressoren, Mühlen, Flechtmaschinen und Förderanlagen einsetzbar. Zudem eignen sie sich für den gewerblichen Einsatz bei Industriewaschmaschinen, Kühltheken, Fitnessgeräten sowie in der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik.

Neuer Netzanalysator erfasst und bewertet Qualität von Stromnetzen

Bei den heutigen Stromversorgungsnetzen mit einer stetig zunehmenden Anzahl erneuerbarer Energiequellen gehört eine unzureichende Netzqualität zu den häufigsten Ursachen ungeplanter Ausfallzeiten und Geräteschäden. Um die Netzqualität besser erfassen und bewerten zu können, bietet Siemens nun den Netzanalysator Sicam Q200 an, der alle wichtigen Netzparameter misst und analysiert. Damit lassen sich Schwachstellen, die die Netzqualität beeinträchtigen könnten, frühzeitig identifizieren und unplanmäßigen Störungen vorbeugen. Die Mess- und Analysedaten, die das Gerät liefert, helfen bei der Definition und Ausführung geeigneter Maßnahmen, damit sich die Versorgungsqualität auf einem Niveau halten lässt, das auf die Bedürfnisse des Verbrauchers zugeschnitten ist. So können Ausfallzeiten reduziert und die Lebensdauer der Betriebsmittel in Stromnetz erhöht werden. Einsetzbar ist das Gerät zur Erfassung, Visualisierung, Analyse und Übertragung elektrischer Wechselgrößen wie Strom, Spannung, Frequenz, Leistung oder Oberschwingungen (Harmonische). Der Netzanalysator erfasst und verarbeitet die Messgrößen und Ereignisse gemäß IEC 61000-4-30, Ed. 3. Zudem identifiziert das Gerät die Herkunft einer Störung, indem es die Oberschwingungsleistung mit den dazugehörigen Winkeln erfasst und berechnet. Die Messgrößen überträgt es über einen PC, ein Energieautomatisierungs- oder SCADA-System und zeigt die Werte auf einem Display an. Zusätzlich zu diesen Überwachungsfunktionen sind eine kombinierte Aufzeichnung und Analyse der Messwerte direkt im Gerät möglich. Langzeitdaten und Ereignisse können auch an übergeordnete Netzanalysesysteme wie Sicam PQS oder PQ Analyzer System zur Auswertung übertragen werden. Zum Parametrieren, zu Diagnosezwecken, zur Auswertung und Berichterstellung lässt sich der Netzanalysator über einen integrierten Webserver bedienen. Dies reduziert Inbetriebnahme- und Schulungskosten. Standardschnittstellen und Standardprotokolle wie IEC 61850 und Modbus TCP sowie verschiedene Datenaustauschformate sorgen für Interoperabilität. Sicam Q200 ist ein Power-Quality-Gerät der Klasse A gemäß IEC 62586-1/2 und IEC 61000-4-30, Ed. 3, über Klasse A hinaus und kann sowohl im Einphasennetz als auch in Dreileiter- und Vierleitersystemen (mit Neutralleiter) eingesetzt werden. Multifunktionsmessgeräte für Netzautomatisierungslösungen gehören zum Portfolio der Siemens-Division Energy Management. Als Produktlieferant, Systemintegrator, Lösungs- und Serviceanbieter ermöglicht die Division Stromversorgungsunternehmen und der Industrie die wirtschaftliche, zuverlässige und intelligente Übertragung und Verteilung elektrischer Energie. Das Portfolio reicht von Produkten und Systemen für die Niederspannungs- und Verteilnetzebene, über Smart-Grid- und Energieautomatisierungslösungen bis zu Hochspannungsübertragungssystemen.

Kompaktleistungsschalter 3VA nun weltweit einsetzbar

Siemens präsentiert auf der diesjährigen SPS IPC Drives mit dem 3VA5 und 3VA6 zwei neue Baureihen seiner Kompaktleistungsschalter, die jetzt auch den nordamerikanischen Standard UL489 erfüllen und damit weltweit einsetzbar sind. Kompaktleistungsschalter schützen in Gebäuden oder industriellen Anlagen Leitungen und elektrische Verbraucher vor Schäden und Ausfällen, die durch Störungen wie Kurzschluss oder Überlast hervorgerufen werden können. Neben der europäischen Norm IEC60947-2 erfüllen die Geräte jetzt auch den Standard UL489. Global agierende Schaltanlagenbauer können somit die Kompaktleistungsschalter 3VA sowohl in Europa als auch in Nordamerika einsetzen. Neben der kompakten, platzsparenden Bauweise zeichnen sich die Kompaktleistungsschalter 3VA durch eine einfache Handhabung aus. So sind beispielsweise die technischen Informationen der Geräte direkt über QR-Code abrufbar und umfangreiche CAx-Daten erleichtern die Planung sowie Projektierung. Die Geräte sind flexibel einsetzbar für den Anlagenschutz, als Schutzschalter für Motorstartkombination und als Molded Case Switch. Mit über 500 Zubehörkomponenten können Anlagenbauer alle individuellen Anforderungen in der elektrischen Energieverteilung erfüllen. Underwriters Laboratories (kurz UL) ist eine unabhängige Organisation, die Produkte hinsichtlich ihrer Betriebssicherheit prüft und zertifiziert. Das UL-Prüfzeichen steht für die nachgewiesene Konformität eines Produkts mit den Sicherheitsbestimmungen der USA. Viele Maschinenhersteller, Schaltanlagenbauer und deren Kunden in der Industrie sowie aus dem Infrastruktur-Geschäft setzen Kompaktleistungsschalter in ihren Anlagen ein und errichten diese für den Export in die USA nach amerikanischem Standard. Das UL-Prüfzeichen ist für diese Unternehmen ein notwendiger Qualitätsnachweis. Die neue Baureihe 3VA5 optimierte Siemens für Standardanwendungen in der Energieverteilung. Der Kompaktleistungsschalter 3VA5 mit thermomagnetischem Auslöser ist in 1- und 3- poliger Ausführung für den Anlagenschutz verfügbar. Siemens bietet den 3VA5 in zwei Baugrößen an, einmal mit einem Bemessungsstrom von 125 Ampere (A) bei einer Schaltleistung bis zu 65 Kiloampere (kA) und zum anderen mit 250 A bei einer Schaltleistung von 100 kA bei 480 Volt (V). Die neuen Geräte sind neben Varianten für den Anlagenschutz auch als Schutzschalter für Motorstarterkombinationen und als Molded Case Switch verfügbar. Die Baureihe 3VA6 eignet sich mit einem Bemessungsstrom von 600 A und einem elektronischen Überstromauslöser (ETU) für erweiterte Anwendungen. Je nach Anforderung stehen die ETUs in drei verschieden Reihen (3er-, 5er-, 8er-Reihe) mit unterschiedlichen Funktionalitätsabstufungen zur Verfügung. Beispielsweise misst die ETU der 8er-Reihe Spannungs-, Strom- und Energiedaten und überträgt diese mittels optionaler Kommunikationsanbindung direkt an übergeordnete Energiemanagement- oder Automatisierungssysteme. Die Baureihe 3VA6 verfügt über Kommunikationsanbindung über Profibus, Profinet, Ethernet (Modbus TCP) und Modbus RTU. Der Kompaktleistungsschalter in den Baugrößen 150 A, 250 A, 400 A und 600 A zeichnet sich durch hohe Schaltleistungen bis zu 150 kA bei 480V aus. Zusätzlich bietet Siemens neue "100 % rated"-Ausführungen der Kompaktleistungsschalter an, die mit 100 Prozent des angegebenen Nennstroms dauerhaft betrieben werden. Typischerweise können die UL-Geräte nur bis etwa 80 Prozent des Nennstroms dauerhaft betrieben werden. Bei höheren Anforderungen muss ein Schalter der nächsthöheren Baugröße eingesetzt werden. Dies bedeutet Mehrkosten für den Anwender. Die "100 % rated"-Ausführungen werden eigens geprüft und zertifiziert und bringen deutliche Kostenvorteile. Der Kompaktleistungsschalter 3VA6 ist ebenfalls als Schutzschalter für Motorstarterkombinationen bis 500 A und als Molded Case Switch bis 600 A verfügbar. Für beide Baureihen bietet Siemens umfangreiches Zubehör an, wie beispielsweise manuelle Antriebe mit Bowdenzug vom Typ Max Flex. Diese Antriebe werden in der Schaltschranktür verbaut; der Leistungsschalter kann manuell ein- und ausgeschaltet werden.

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