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CAE-Software Neue Tubing-Funktion in Eplan Fluid Professional

Autor / Redakteur: Birgit Hagelschuer / Karl-Ullrich Höltkemeier

Eplan Fluid Professional vereint, was zusammengehört: 2D-Fluid-Plan, einfacher 3D-Montageaufbau und interaktive Verschlauchung.

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Frank Engler, Produktmanager bei Eplan Software & Service, Monheim am Rhein
Frank Engler, Produktmanager bei Eplan Software & Service, Monheim am Rhein
(Bild: Eplan)

Absperren, öffnen, schließen, regeln: Komplexe Abläufe brauchen eine intelligente Steuerung und zuverlässige Antriebe. Für steigende Anforderungen in diesem Segment bieten Hersteller von Fluidtechnik-Komponenten eine ständig wachsende Angebotspalette an pneumatischen Komplettlösungen mit intelligenten Ventilinseln und Kommunikations-Schnittstellen aus einer Hand. Einbaufertige Pneumatik oder Ready to install-Systeme sind hier die Schlagworte.

Durch die hohe Vergleichbarkeit dieser Systeme mit dem elektrotechnischen Schaltschrankbau liegt es nahe, den erprobten Nutzen aus dem virtuellen Schaltschrankbau mittels Eplan Fluid Professional in die Fluidtechnik zu transportieren.

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Einsparpotenziale durch virtuelle Prototypen

Die Entwicklung eines virtuellen Prototyps im frühestmöglichen Stadium der Projektentwicklung erleichtert die Planung. Sie ermöglicht eine präzise Verifizierung der Lösung im Vergleich zu den Kundenanforderungen und garantiert später die perfekte Montage. Reduziertes Time-to-Market des Endproduktes sowie nachhaltige Zeit- und Kosteneinsparung sind das Ergebnis.

Ein wichtiger Teil neben der virtuellen Platzierung der Komponenten ist deren fluidtechnische Verschlauchung. Hier bietet Eplan Fluid Professional mit der neuen Version vielfältige Unterstützung. Virtueller 3D-Montageaufbaubau im Fluid Engineering – das ist es, was Eplan im Rahmen der kommenden Eplan Plattform 2.3 mit dieser Lösung bietet.

Neu: Systemunterstützung beim Tubing

Die direkte Verbindung zwischen dem Fluidplan und dem 3D-Montageaufbau erzeugt auf Knopfdruck die Verschlauchung und Verkabelung vollautomatisch. Danach entscheidet der Projektierer über den idealen Verlauf der Pneumatikschläuche im Schrank. Mindest-Biegeradien und andere Auslegungs-Einflüsse lassen sich im System hinterlegen und werden bei der Layoutdefinition berücksichtigt. Fortan bildet sich weiteres Potenzial zur Standardisierung: Der Projekteur entscheidet nun bereits im virtuellen Prototyp über die Verlegewege, bündelt geeignete Schläuche zu Paketen zusammen und platziert hier auch Verlegezubehör wie beispielsweise Kabelbinder und Schutzschläuche.

So lassen sich Einbauszenarien vordenken und immer wiederkehrende Konstellationen als Standard festhalten. Der Bauraum im Schaltschrank kann so auch in der einbaufertigen Pneumatik optimal ausgenutzt werden. Fertigungs- und Montagezeichnungen werden als sogenannte 2D-Ableitungen aus diesen entstandenen virtuellen Prototypen vollautomatisch abgeleitet.

Neben dem 3D-Layout erhält der Konstrukteur Listen aller Fluid-Verbindungen. Diese können somit vorgefertigt werden – die benötigen Schlauchlängen lassen sich zur Kalkulation in Summenstücklisten aufsummieren. Auch bei nachträglichen Änderungen der Position der Bauteile werden die Leitungen bei Bedarf automatisch nachgeführt und die Werte aktualisiert.

Noch mehr Effizienz erreicht man, wenn der Komponentenhersteller auf Basis hochwertiger Fertigungszeichnungen, präziser Montageanweisungen und vollständiger Informationen für das Bestellwesen, die Konzeption und/oder Umsetzung übernimmt. Die Fertigungstiefe beim Endkunden reduziert sich dadurch erheblich. Das spart Zeit und Kosten und erlaubt die Konzentration auf die eigenen Kernkompetenzen.

Fazit: Eplan Fluid Professional vereint, was zusammengehört: 2D-Fluid-Plan, einfacher 3D-Montageaufbau & interaktive Verschlauchung.

Im Interview: Frank Engler, Produktmanager

Zum Thema sprachen wir mit dem Eplan Produktmanager Frank Engler. Er erklärte wie das alles funktioniert.

Wo werden aus Ihrer Sicht üblicherweise fluidtechnische Verbindungen in Schaltschränken verbaut?

Engler: Einbaufertige Pneumatik ist hier das Stichwort. Komponentenhersteller der Fluidtechnik bieten vermehrt die Pneumatik als komplettes Subsystem an, anschlussfertig in einem Schaltschrank und zum Teil inklusive Steuerung. In diesem Projektgeschäft gilt es, sich zu standardisieren, um effizient und wettbewerbsfähig zu sein.

Zurzeit werden diese Projekte in der Fertigung montiert und verbaut, übrigens mit viel Erfahrung, und jedes Projekt scheint anders. Über den virtuellen Prototypen bietet sich hier nun ein Ansatz, Wiederverwendung und Modularisierung zu erreichen, eben auch in der Verschlauchung.

Wie wird diese Verschlauchung denn zurzeit durchgeführt?

Engler: Im Idealfall anhand von Verbindungslisten, meistens jedoch anhand des Fluidplans direkt vom Techniker in der Montage. Schläuche und Anschlussnippel werden bisher eher als zu vernachlässigendes „Schüttgut“ betrachtet. Doch in der Summe machen auch diese Kleinteile einen Effekt in der Kalkulation aus. Eine vorgeplante Verschlauchung liefert eine bessere Kalkulation und spart Einbauzeit in der Fertigung.

Durchgängige Datenhaltung verspricht deutliche Mehrwerte – welche sind das aus Ihrer Sicht bezogen auf die Fluidtechnik?

Engler: In Eplan Fluid Professional hat der Fluidtechniker erstmals die Möglichkeit, eine Durchgängigkeit der projektierten Geräte in Fluidplan, Stückliste, Elektroplan und dem 3D-Montageaufbau zu erreichen. Mehrwert ist z.B. das hier aufgezeigte Thema, das mit der Verschaltung im Fluidplan direkt die automatische Verschlauchung in 3D ermöglicht.

Größter Mehrwert ist aber das Potenzial zur Standardisierung. Will ein Unternehmen in der Fluidtechnik Standards entwickeln und wiederverwenden, so macht es aus unserer Sicht nur Sinn, wenn mechatronisch und disziplinübergreifend gearbeitet wird.

(hö)

* Birgit Hagelschuer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Eplan Software & Service

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