Stromversorgung

Neue Generation von Labornetzgeräten

| Redakteur: Sandra Häuslein

Die programmierbaren Netzteile sind dem Unternehmen zufolge besonders interessant für den Einsatz in der Prüf- und Messtechnik aber auch in der Halbleiterherstellung, Wasseraufbereitung, Galvanik und Solartechnik.
Die programmierbaren Netzteile sind dem Unternehmen zufolge besonders interessant für den Einsatz in der Prüf- und Messtechnik aber auch in der Halbleiterherstellung, Wasseraufbereitung, Galvanik und Solartechnik. (Bild: TDK-Lambda)

Bei maximal 5 kW Ausgangsleistung im 1-HE-19”-Rackgehäuse soll das erste Labornetzteil der neuen Generation von TDK-Lambdas Produktfamilie Genesys+ neue Maßstäbe auf dem Markt der Stromversorgungen setzen. Die Serie liefert dem Unternehmen zufolge die momentan höchste am Markt erhältliche Leistungsdichte in einem 1-HE-19”-Rack bei einem Gewicht von 7,5 kg.

Die Labornetzteile der neuen Generation von TDK-Lambdas Produktfamilie Genesys+ sind mit moderner DSP-Technologie (Digital Signal Processing) ausgestattet und mit einem erweiterten Funktionsumfang gepaart. Die programmierbaren Netzteile sind dem Unternehmen zufolge besonders interessant für den Einsatz in der Prüf- und Messtechnik (Luft- und Raumfahrt sowie Automotive) aber auch in der Halbleiterherstellung, Wasseraufbereitung, Galvanik und Solartechnik.

Die 19”-Racks (483 mm in der Breite) bieten fünf verschiedene Nennausgangsspannungsbereiche von 0–10V@500A, 0–20V@250A, 0–30V@170A, 0–300V@17A und 0–600V@8.5A und werden über einen Netzweitbereichseingang (dreiphasig 170 – 265 V AC, 342 – 460 V AC oder 342 – 528 V AC) versorgt.

Wirkungsgrad von bis zu 92 %

Die Laborstromversorgungen können entweder im Konstantstrom- oder im Konstantspannungs- oder im Konstantleistungs-Modus betrieben werden welcher auf Basis einer Simulation eines internen Widerstands arbeitet. Die aktive Leistungsfaktor-Korrektur (PFC) soll zum Wirkungsgrad von bis zu 92 % beitragen.

Darüber hinaus hat sich die Leistungsdichte im Vergleich zum Vorgängermodell Genesys 5 kW verdoppelt. Zudem sind weitere Weiterentwicklungen beim Nachfolger Genesys+ zu entdecken u. a. ein kontrastreiches LCD-Display mit weitem Betrachtungswinkel und verstellbarer Helligkeit inklusive Dimmfunktion für eine verbesserte Ablesbarkeit. Ebenso noch schnellere Anstiegs- und Abfallzeiten sowie eine Slew-Rate-Steuerung.

Ansteuern von externen Geräten

Zum Ansteuern von externen Geräten, z.B. Lasttrennrelais, stehen zwei frei programmierbare Steuerpins für die Ausgänge (Open Drain) zur Verfügung. Es können beliebige Wellenformprofile, z. B. eine Autobatteriesimulation beim Anlassen eines Fahrzeugs mit bis zu 100 Schritten (Steps) erzeugt werden. Diese werden in vier Speicherzellen gespeichert und über die Kommunikationsschnittstellen oder Front abgerufen.

Ein weiterentwickeltes Master/Slave-System soll in einer Kombination eine Dynamik und eine Restwelligkeit vergleichbar mit einem einzigen Netzgerät erlauben. Durch Zusammenschalten von bis zu vier Genesys+-Netzteilen soll sich die Leistungsfähigkeit der Geräte auf bis zu 20 kW erhöhen lassen. Die Master- und Slave-Einheiten konfigurieren sich automatisch, indem sie die parallele Datenverbindung erkennen und deren Parameter entsprechend einstellen. Der Master wird dabei der Einspeisepunkt für die Programmierung, Rücklesen und Statusabfragen der Master- Slave-Einheiten.

Kompatibel zu anderen Genesys- und Z+-Modellen

Die neuen Labornetzgeräten sind kompatibel mit den etablierten Genesys- und Z+-Modellen und verwenden die gleichen Kommunikationsprotokolle und Signale. Sie können sowohl über die Front als auch über die LAN-, USB 2.0- oder RS232/485-Schnittstellen standardmäßig programmiert werden. Eine isolierte analoge Steuer- und Überwachungsschnittstelle (0–5 V oder 0–10 V) ist ebenfalls vorhanden sowie ein optionaler GPIB (IEEE488). Zur Grundausstattung gehört auch ein integrierter Arbiträrgenerator mit Speicherfunktion für bis zu 4 beliebige Kurvenverläufe.

Die Genesys+-Serie enthält die Anybus-Compactcom-Interface-Plattform, um verschiedene Schnittstellenoptionen zu ermöglichen; zum Beispiel Devicenet, Ethercat, Modbus und Profibus. Ein vollständiges Paket von Softwaretreibern, Waveform Creator und ein virtuelles Bedienfeld (GUI) wird ebenfalls zur Verfügung gestellt.

Funktionale Sicherheitseigenschaften

Die gesamte Serie verfügt über funktionale Sicherheitseigenschaften wie „Safe Restart“/„Auto Restart“ und „Last Setting Memory“. Mit „Safe Restart“/„Auto Restart“ soll sich das Verhalten des Netzteils nach einem Stromausfall festlegen lassen. Das Gerät kehrt nach Wiederherstellen der Netzversorgung zu den Einstellungen zurück, die es vor dem Ausfall hatte.

Bei „Auto Restart“ schaltet es auch den Ausgang wieder aktiv, während es bei „Safe Restart“ den Ausgang inaktiv lässt, um potentiellen Gefahren bei unbeaufsichtigten Anwendungen vorzubeugen. „Last Setting Memory“ bezeichnet einen Speicher, in dem automatisch die letzten Einstellungen gespeichert werden, sobald das Netzteil abgeschaltet wird. Hierzu zählen Ausgangsspannung und -strom, OVP (Überspannungsschutz) und UVL (Unteres Spannungslimit). Alle Genesys+-Netzteile tragen das CE-Zeichen gemäß Niederspannungsrichtlinie und verfügen über Sicherheitszulassungen gemäß UL/EN60950-1.

Darüber hinaus entsprechen die Geräte der IEC/EN 61326-1-Norm für Störfestigkeit gegen gestrahlte und leitungsgeführte Störgrößen. (sh)

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