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Automatisierung Mit neuen Bestmarken in die Zukunft

| Redakteur: Jan Vollmuth

Endress+ Hauser blickt auf ein gutes Jahr zurück, ein weiteres 'Best Year', um genau zu sein“. Mit diesen Worten eröffnete Klaus Endress letztmals vor seinem Wechsel in den Verwaltungsrat die Bilanzkonferenz von Endress+Hauser in Basel: Umsatz, Gewinn, Beschäftigung und Investitionen erreichten 2013 neue Höchstwerte.

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Präsentierte letztmals nach seinem Wechsel in den Verwaltungsrat die Unternehmenszahlen: Klaus Endress, Präsident des Verwaltungsrats von Endress+Hauser.
Präsentierte letztmals nach seinem Wechsel in den Verwaltungsrat die Unternehmenszahlen: Klaus Endress, Präsident des Verwaltungsrats von Endress+Hauser.
(Bild: Sariana Kunze)

Die Endress+Hauser-Gruppe mit Hauptsitz in Reinach, Schweiz, hat ihren Umsatz im vergangenen Jahr um mehr als 7 % auf über 1,8 Mrd. Euro gesteigert. Während Währungseffekte das Wachstum bremsten, sorgten Zukäufe vor allem im Bereich der Analyse für zusätzliche Impulse. Neben dem Aufbruch in neue Märkte hat der Wechsel an der Unternehmensspitze das Jahr 2013 geprägt.

Nach 19 Jahren als CEO verabschiedet sich Klaus Endress mit einer gesunden Bilanz aus der operativen Leitung der auf Mess- und Automatisierungstechnik spezialisierten Endress+Hauser Gruppe. Das Betriebsergebnis erreichte mit 277 Mio. Euro einen neuen Höchststand, ebenso der Gewinn nach Steuern mit 187 Mio. Euro. 11.919 Menschen arbeiteten Ende 2013 für das Unternehmen. Die Firmengruppe investierte rund 130 Mio. Euro in ihr weltumspannendes Netzwerk für Produktion und Vertrieb.

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Akquisitionen kennzeichnen die Bilanz

Die Finanzkennzahlen der Endress+Hauser Gruppe sind stark beeinflusst durch Akquisitionen. Neben der Übernahme von Geschäft und Beschäftigten des bisherigen Repräsentanten in Indonesien und dem Kauf der in der optischen Analyse tätigen US-Firma Kaiser Optical Systems fällt in erster Linie die Beteiligung an Analytik Jena ins Gewicht. Damit will Endress+Hauser ein Standbein im Laborgeschäft aufbauen. Das börsennotierte deutsche Unternehmen stellt analytische Instrumente und bioanalytische Systeme her. Endress+Hauser hält inzwischen über 50 % an Analytik Jena; weitere 27 % der Anteile kann die Firmengruppe ab Oktober 2014 erwerben. Ziel ist die vollständige Übernahme.

Mit der Übernahme von Analytik Jena will sich Endress+Hauser „ein zusätzliches Standbein in der Laboranalyse aufbauen“, so Klaus Endress. Dabei handle es sich um die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte. Der neue CEO Matthias Altendorf ergänzt: „Mit dem Eintritt in den Markt für die Laborautomation und Laboranalyse etablieren wir ein neues Geschäftsfeld. Wir diversifizieren unser Geschäft und machen es robuster. Auf lange Sicht bedienen wir den Kunden von zwei Seiten: aus der Produktion und aus dem Labor.“ Allerdings sei das Einbinden von Analytik Jena in die Endress+Hauser Gruppe eine herausfordernde Aufgabe.

Gruppe steht auf solider finanzieller Basis

Rund 2 % des Umsatzwachstums gehen auf diese Akquisitionen zurück. Von den 1853 neuen Stellen im Unternehmen sind knapp 1300 durch die Zukäufe hinzugekommen, weitere 550 Arbeitsplätze wurden in der Firmengruppe organisch geschaffen. Die Übernahme von Analytik Jena wirkte sich auch auf die Eigenkapitalquote aus, die um über 2 Punkte auf 67,8 % sank – „nach wie vor ein beachtlicher Wert für unsere Branche“, betonte Finanzchef Dr. Luc Schultheiss. Die Endress+Hauser Gruppe sei solide finanziert. Den akquisitionsbedingt auf 50 Mio. Euro gewachsenen Bankschulden stehen flüssige Mittel von 384 Mio. Euro gegenüber.

Steife Brise von der Währungsfront

Die Entwicklung der Wechselkurse sorgte im vergangenen Jahr für Gegenwind. Dollar, Pfund, Yen und Yuan verloren gegenüber einem erstarkenden Euro an Wert, und auch der Währungsverfall in den Schwellenländern Indien, Indonesien, Südafrika, Brasilien und Türkei beeinflusste die Zahlen. Das kostete die Firmengruppe dem Finanzchef zufolge 3 % Umsatzwachstum und belastete das Ergebnis mit Netto-Fremdwährungsverlusten von 11 Mio. Euro.

Deutschland bleibt der umsatzstärkste Markt

Überdurchschnittlich entwickelten sich die Geschäfte im vergangenen Jahr vor allem in Afrika und dem Nahen Osten, Südostasien, aber auch Europa. Deutschland, der umsatzstärkste Markt, legte deutlich zu, in der Schweiz erholten sich die Verkäufe. Frankreich dagegen litt unter der schwachen Wirtschaft. China lag nach einem schwierigen Vorjahr zweistellig im Plus. Die USA konnten (wie der gesamte Nafta-Raum) nicht an das starke Wachstum der vergangenen Jahre anknüpfen. Auch in Russland und Indien ließ die Dynamik nach. Brasilien dagegen entwickelte sich kräftig, beflügelt auch durch das neue Werk für Durchfluss-, Füllstand- und Druckmesstechnik in Itatiba.

„Unser Wachstum war breit abgestützt über die verschiedenen Branchen“, berichtete Michael Ziesemer, Stellvertreter des CEO. Für besondere Impulse sorgten nicht zuletzt große Projekte in der chemischen Industrie. Überdurchschnittlich gut entwickelte sich das Geschäft mit Dienstleistungen und Automatisierungslösungen.

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