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Formel 1 Mit kühlem Kopf zum Sieg

Redakteur: Katharina Juschkat

Mit dem erfolgreichen Rennen in Japan kann das Mercedes-AMG-Petronas-Formel-1-Team die Konstrukteursweltmeisterschaft* feiern. Der Teampartner EBM-Papst gratuliert im dritten Jahr der Partnerschaft zum dritten Konstrukteurstitel in Folge. Der Hersteller für Kühlsysteme versorgt u.a. den Kommandostand mit kühler Luft.

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Nico Rosberg gewinnt den Großen Preis von Japan. Damit hat sein Team die Konstrukteursweltmeisterschaft der Formel 1 in der Tasche.
Nico Rosberg gewinnt den Großen Preis von Japan. Damit hat sein Team die Konstrukteursweltmeisterschaft der Formel 1 in der Tasche.
(Bild: Daimler AG)

Mit 15 Siegen in bisher 17 Rennen und mit insgesamt 593 Punkten hat das Team um Nico Rosberg und Lewis Hamilton einen Vorsprung, der auch in den letzten vier Rennen der Saison nicht mehr eingeholt werden kann. Das freut auch Teampartner EBM-Papst, die das Team seit der Saison 2014 mit Kühllösungen unterstützen. Die neuste Lösung des Lüftungsherstellers ist die Kühlung des Kommandostandes.

Kühlen Kopf am Kommandostand bewahren

In den kniffeligen Situationen während eines Formel-1-Rennens müssen die Ingenieure am Kommandostand binnen Sekunden die richtigen Entscheidungen treffen. Die Verantwortlichen beim Mercedes-AMG-Petronas-Formel-1-Team können seit Beginn der Saison 2016 besonders gut einen kühlen Kopf bewahren, da sie ein Klimatisierungssystem mit Ventilatoren von EBM-Papst verwenden.

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Am Kommandostand des Formel-1-Teams überwachen die fünf Ingenieure die Leistung der beiden Autos während jedes Rennens – und das bis ins kleinste Detail. Dabei analysieren sie in Echtzeit über 150.000 mögliche Szenarien, um den Plan für den weiteren Rennverlauf festzulegen. Seit Beginn der Saison 2016 wurde die Klimaanlage, die die Teammitglieder als auch die Elektronik am Kommandostand an der Boxenmauer mit kühler Luft versorgt, verbessert. Vorher übernahm diese Aufgabe eine einfache Lüftung mit ungekühlter Luft. „Der Wechsel auf eine echte Klimatisierung macht unsere Arbeit direkt an der Rennstrecke deutlich angenehmer“, erklärt Paddy Lowe, Executive Director (Technical) des Teams. „Selbst in Rennen an heißen Orten wie z. B. in Asien können wir jetzt einen kühlen Kopf bewahren und auch die Elektronik wird bestens klimatisiert.“

Wie viel kühle Luft die Ingenieure bekommen, regeln sie selbst über insgesamt zehn Luftauslässe, die zwischen Tischplatte und den Monitoren des Kommandostands angebracht sind. Zwei Klimaeinheiten an den Seiten der Strategiezentrale erzeugen die kühle Luft, ehe sie einseitig saugende Radialgebläse mit vorwärtsgekrümmten Schaufeln zu den Auslässen und zur Elektronik führen. Die Auswahl des Lieferanten der Ventilatoren für die Anlage fiel dem Team leicht. „Wir haben bereits bei einigen Projekten mit unserem Teampartner EBM-Papst bereits erfolgreich zusammengearbeitet, etwa bei der Boxenklimatisierung oder dem Kühlen der Autos in der Box“, erklärt Paddy Lowe. „Deshalb lag es nahe, dass wir uns an das Unternehmen wenden.“

Energieverbrauch der Klimaanlagen senken

Die Kühlung des Formel-1-Autos ist eine wichtige Aufgabe, die der Hersteller seit 2014 übernimmt. Der Rennwagen erzeugt eine enorme Leistung. Auf der Strecke kühlt aufgrund der hohen Geschwindigkeit des Fahrzeugs der Fahrtwind. Sobald der Wagen in der Box zum Stehen kommt, regelt ein Kühlkonzept die Stauwärme über die Seitenkästen- und die Überrollschutz-Öffnungen. Einige der 850 Mitarbeiter in der Zentrale im englischen Brackley nutzen ebenfalls die Ventilatoren und arbeiten neuerdings in wohltemperierten Räumen bei geringer Geräuschbelastung. Das Formel-1-Team konnte auch den Energieverbrauch der Klimaanlagen um 64 % mit der Green-Tech-EC-Technologie senken.

Thomas Borst, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der EBM-Papst-Gruppe, sagt: „Die Formel 1 und Ventilatorentechnik haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick vermutet. Uns verbindet das Streben, durch Hightech eine höhere Effizienz zu erreichen.“ So gilt es z. B. bei der Aerodynamik, turbulente Strömungen so weit wie möglich zu verringern – beim Auto wie beim Ventilator.

Das Winglet am Hyblade-Flügel der Axialventilatoren des Lüftungsherstellers verringert den Energieeinsatz und erhöht daher den Wirkungsgrad. Der flexible Verbundwerkstoff Carbon wird beim Auto eingesetzt, um Gewicht zu sparen und damit schneller beschleunigen zu können. EBM-Papst verwendet für seine Axialventilatoren glasfaserverstärkten Kunststoff, denn auch hier gilt: Je geringer die Masse eines Ventilators, umso geringer die Belastung der Mechanik. Ein weiteres Beispiel für Gewichtsreduktion ist die Hohlprofilschaufel beim Radipac Radialventilator. „Effizienz und Qualität durch Hightech zahlt sich eben aus. Wir sind stolz, Partner eines solch erfolgreichen Teams zu sein“, erklärt Borst weiter. (kj)

*Vorbehaltlich der offiziellen Bestätigung der Ergebnisse der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2016 durch die FIA

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