Suchen

Roboter

Mini-Roboter inspiziert AKW-Leitungen

| Redakteur: Jan Vollmuth

Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben einen Roboter entwickelt, der in den Untergrund-Rohrsystemen von Nuklearanlagen mit einer Kamera nach Korrosion fahnden soll.

Firmen zum Thema

Der Mini-Roboter, der am MIT entwickelt wurde, soll in den Rohrsystemen von Nuklearanlagen mit einer Kamera nach Korrosion fahnden. (Bild: MIT, Harry Asada/d'Arbeloff Laboratory)
Der Mini-Roboter, der am MIT entwickelt wurde, soll in den Rohrsystemen von Nuklearanlagen mit einer Kamera nach Korrosion fahnden. (Bild: MIT, Harry Asada/d'Arbeloff Laboratory)

Im Juni zeigte eine Untersuchung der Associated Press, dass bei drei Vierteln der 104 Atomreaktoren in den USA radioaktives Tritium aus unterirdischen Leitungen ausgetreten ist. Diese Rohre dienen der Zuleitung von Kühlwasser – Lecks stellen eine Gefahr für das Grundwasser dar.

Eine Studie der US-Regierung ergab, dass die Möglichkeiten für Sicherheitschecks in diesem Umfeld sehr beschränkt sind: Derzeit können Inspektoren die Kanalsysteme nur über das Einleiten von elektrischer Spannung und über Ultraschalltests auf Korrosion und Risse überprüfen, erklärt Harry Asada, Direktor der d'Arbeloff-Laboratorien am MIT.

Nun sollen kleine, kugelförmige Roboter diese aufwändigen Kontrollverfahren überflüssig machen, die MIT-Forscher auf der internationalen IEEE-Konferen für Robotik und Automation als Prototyp präsentierten.

Um nicht in den verschachtelten Strukturen eines Reaktors hängen zu bleiben, verzichtet man in Verbindung mit der Kugelform komplett auf mechanische Antriebssysteme wie Propeller oder Ruder. "In diesem Fall müsste man das ganze Kraftwerk abdrehen, nur um den Roboter wieder heraus zu holen. Darum mussten wir unser Design extrem ausfallssicher machen", so Asada.

Ventilsystem wird in 3D-Druckverfahren realisiert

Stattdessen setzen er und sein Doktorand, Anirban Mazumdar, auf die Flusskraft des Wassers. Mit Hilfe eines speziellen Ventils und einem integrierten Netzwerk weiterer Klappen in Y-Form in der Hülle des Roboters, kann das in den Roboter strömende Wasser beliebig umgeleitet werden. Das Ventilsystem wird Schicht für Schicht in einem 3D-Druckverfahren realisiert. "Am Ende haben wir winzige Kanäle, die in alle Richtungen laufen", erläutert Asada.

Je nach gewünschter Schwimmrichtung können verschiedene Kanäle abgeschlossen werden, um das Wasser durch ein bestimmtes Ventil zu befördern. Die mit hohem Druck durchlaufende Flüssigkeit schießt schließlich wieder aus dem Roboter hinaus und erzeugt einen Jetstream, der das Gerät in die Gegenrichtung bewegt.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 28387080)

Kuka; Wolfram Scheible/Lapp; Murrplastik Systemtechnik; Igus; Bild: MIT, Harry Asada/d'Arbeloff Laboratory; Adam Opel AG; Deutscher Zukunftspreis/Ansgar Pudenz; Pöppelmann / RZ-Studio; Michael Gaida / pixabay.com; ©BillionPhotos.com - stock.adobe.com; gemeinfrei; Ziehl Abbeg; VCG; Nico Niemeyer/IFW; Mesago; Hänchen; Ejot; Freudenberg/ Daniel Fortmann.com