Interview

Mikrodosierer weltweit in Dosieranwendungen

| Redakteur: Christian Försch

Thomas Diringer, Geschäftsfeldleiter Preeflow
Thomas Diringer, Geschäftsfeldleiter Preeflow (Bild: Preeflow)

„Kleiner, präziser, wirtschaftlicher“ – so lautet die Devise der Preeflow-Produkte. Seit fast schon zehn Jahren werden die Mikrodosierer weltweit in Dosieranwendungen integriert. Zeit, auf die Anfänge von Preeflow zurück zu blicken und auch einen Blick in die Zukunft zu wagen.

LP: Herr Diringer, seit wann gibt es die Mikrodosierer von Preeflow?

Thomas Diringer: Ende Februar 2008 waren wir erstmals mit unserem Produkt auf der Messe INTEC in Leipzig – und das war auch die Geburtsstunde unserer Mikrodosierer. Das heißt, wir feiern bald unser 10-jähriges Jubiläum: Innovation in der volumetrischen Dosiertechnik!

LP: Die Marke Preeflow ist aus der Firma Visco Tec heraus entstanden – wie ist es dazu gekommen?

Diringer: Da ist die Antwort ganz einfach: Die Nachfrage nach Mikrodosierern auf dem Markt war da. Bei Visco Tec haben wir zahlreiche Anfragen bezüglich der Dosierung immer kleiner werdender Auftragsmengen erhalten, die mit den Dosierern von Visco Tec nicht dosiert werden konnten. Wichtig war den Kunden dabei die prozessgetriebene Wiederholgenauigkeit und die Präzision der Dosierung. Diese Anforderungen konnten wir mit den Mikrodosierern von Preeflow erfüllen.

LP: Und dann haben Sie sich im Hause Visco Tec dazu entschieden, Mikrodosierer herzustellen?

Diringer: Das stimmt nicht ganz… Die Idee, einen kleinen und kompakten Mikrodosierer zu entwickeln, geisterte schon im Jahr 2005 in unseren Köpfen herum. Dabei war von Anfang an klar, dass der Dosierer auf dem Prinzip der Exzenterschneckenpumpe basieren soll. Das ist schließlich das Erfolgsgeheimnis von Visco Tec – und zwar schon seit über 20 Jahren! Im Jahr 2008 ist dann endgültig die Entscheidung gefallen, das erste Preeflow-Produkt auf den Markt zu bringen.

LP: Was ist – neben der Exzenterschneckenpumpe – das Besondere an den Mikrodosierern von Preeflow? Vor allem im Vergleich zur Konkurrenz…

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person Thomas Diringer

Diringer: Die tatsächliche volumetrische Dosierung! Egal, ob es Viskositätsschwankungen aufgrund von Temperatur-, Zeit- oder Druckänderungen gibt, der Auftrag erfolgt immer volumetrisch. Außerdem garantieren wir dem Kunden eine lineare und präzise Justierung des Volumenstroms während des gesamten Dosiervorgangs – auch im laufenden Betrieb. Das zu dosierende Produkt wird schonend gefördert, auch wenn es sich um ein feststoffbeladenes oder abrasives Medium handelt. Am Ende der Dosierung erfolgt mittels Rückzug oder suck-back-Funktion ein sauberer Fadenabriss – daher eignen sich die Mikrodosierer von Preeflow unter anderem sehr gut für einen Raupenauftrag. Abgesehen von dem Dosiervorgang an sich ist die Handhabung sehr einfach. Die Preeflow-Dispenser lassen sich ganz einfach in halb- oder vollautomatische Robotersysteme integrieren.

LP: Sie haben schon von der Dosierung selbst gesprochen – welche Eigenschaften müssen denn die Materialien mitbringen, die mit einem Preeflow-Mikrodosierer aufgetragen werden können?

Diringer: Aufgrund der Entscheidung, für die Herstellung der Preeflow-Produkte spezielle Hightech-Kunststoffe zu verwenden, haben die Dispenser eine extrem hohe chemische Beständigkeit gegenüber fast allen Flüssigkeiten oder Mixturen. Was das zu dosierende Medium betrifft, gibt es so gut wie keine Einschränkungen. Bisher haben wir für fast alles eine Lösung gefunden.

LP: Wie groß ist das Produktportfolio bisher und dürfen Ihre Kunden in Zukunft mit einer Erweiterung des Portfolios rechnen?

Diringer: Mein Motto lautet: Stillstand ist Rückschritt. Wir beobachten natürlich die Entwicklungen auf dem Markt und reagieren dann flexibel mit neuen Innovationen auf immer wechselnde Anforderungen. Derzeit haben wir für den 1K-Bereich fünf Dispenser und einen Sprühdispenser in unserem Portfolio. Im 2K-Bereich bedienen wir unsere Kunden mit drei unterschiedlichen Mischsystemen.

LP: Wie schwierig war es anfangs für Sie, sich mit Ihren Produkten Märkte zu eröffnen und die Marke Preeflow bekannt zu machen?

Diringer: Zu Beginn war es wirklich schwierig, da man unsere Technologie schlichtweg nicht kannte. Wir mussten oft und vor allem viel Überzeugungsarbeit leisten, um etablierte Zeit-Druck-Systeme oder Ventiltechniken in den Schatten zu stellen. Mit der Zeit hatte es sich dann aber herum gesprochen, dass die Systeme von Preeflow qualitativ sehr hochwertig sind und für präzises, wiederholgenaues und verschleißarmes Dosieren von Fluiden stehen.

LP: Nachdem Sie sich auf dem internationalen Markt bewährt haben, was waren die Meilensteine, die Preeflow in fast schon zehn Jahren feiern konnte?

Diringer: Wir haben derzeit ca. 20 000 Preeflow-Systeme am Markt – ich finde, das können wir uns schon auf die Fahne schreiben! Für mich ist es auch beeindruckend zu sehen, dass wir mit Preeflow mittlerweile eine Marke geschaffen haben, die am Dosiermarkt für Aufsehen sorgt. Am Anfang eher belächelt, zählt unsere Technologie heute zu den Dosierlösungen, die vom Markt nicht mehr weg zu denken sind. Diese Entwicklung an sich ist schon ein Meilenstein. Aber: Wo Erfolg ist, gibt es auch Nachahmer. Natürlich beobachten wir unsere Marktbegleiter, die zum Teil dazu übergegangen sind, unsere Produkte zu kopieren. Wir nehmen das sportlich nach einem chinesischen Sprichwort: „Das größte Kompliment, das man einem Konkurrenten machen kann, ist, seinen Erfolg zu kopieren.“ Daher arbeiten wir ständig daran, sowohl unser Produktportfolio zu verbessern als auch die Nähe zum Kunden zu intensivieren. Denn wir leben nach dem Wahlspruch: Der Kunde ist König!

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