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Stromspeicher Megawatt-Projekt nahe der Nordsee

Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Bessere Versorgung mit der oft schwankenden Windenergie: Eine der europaweit größten Hybridbatterien speichert den Strom eines Bürgerwindparks im schleswig-holsteinischen Ort Braderup und speist ihn bei Bedarf ins Stromnetz ein. Bosch hat den stationären Stromspeicher entwickelt, gebaut und in Betrieb genommen.

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Im Vordergrund sind die drei großen Container zu sehen, in denen die Lithium-Ionen-Akkus untergebracht sind. Das Gebäude im Hintergrund beherbergt die Vanadium-Redoxflow-Batterie.
Im Vordergrund sind die drei großen Container zu sehen, in denen die Lithium-Ionen-Akkus untergebracht sind. Das Gebäude im Hintergrund beherbergt die Vanadium-Redoxflow-Batterie.
(Bild: Resenhoeft/Bosch)

Windstrom auch bei Flaute: Ist das Stromnetz überlastet, nimmt eine Riesenbatterie die Energie des Windes auf und speist sie später ein. So lässt sich auch der oft umstrittene Netzausbau verringern. Das von Bosch konzipierte und gebaute Hybridsystem mit einer Gesamtkapazität von 3 MWh besteht aus einem 2 MWh-Lithium-Ionen- und einem 1 MWh-Vanadium-Redoxflow-Speicher. Betrieben wird es mit einer eigens von Bosch entwickelten elektronischen Steuerung und der dazugehörigen Software.

„Der Speicher ermöglicht die Windstromversorgung auch bei Flaute und ist damit ein wichtiger Beitrag zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Energiesystem“, erklärte Dr. Stefan Hartung, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, zum Start.

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Der Hybridspeicher ist über ein rund 10 km langes Erdkabel an das Stromnetz der Schleswig-Holstein Netz AG angebunden. Kann das Stromnetz an der windreichen Küste Norddeutschlands den erzeugten Strom nicht mehr aufnehmen, springen die Batterien ein und speichern die elektrische Energie, um sie später bei Windstille wieder abzugeben. So müssen Windstromanlagen bei Netzüberlastung nicht heruntergefahren oder aus dem Wind gedreht werden. Zudem lässt sich so der Ausbau von Stromnetzen verringern.

Eine Woche lang Strom für 40 Häuser

Die Doppelbatterie kann die Energie sowohl kurz- als auch langfristig speichern. Je nach Windstärke und Ladestatus der Batterie verteilt die von Bosch entwickelte Steuerung die Energie der Windräder auf die passende Batterie. Mit einer Gesamtspitzenleistung von 2325 KW speichert die Hybridbatterie in Braderup so viel Strom, dass sich rechnerisch 40 Einfamilienhäuser über eine Woche hinweg mit Elektrizität versorgen lassen.

Gemeinsam für stabile Stromnetze

Die 200 privaten Investoren des Bürgerwindparks haben die sechs Windräder à 3,3 MW finanziert. Finanzierung und Betrieb des Hybridspeichers erfolgen über eine gemeinsame Gesellschaft. Die Batteriesteuerungstechnik wurde von Bosch entwickelt. Außer dem Bau der Batterien und der Steuerelektronik verantwortet Bosch auch die Systemintegration und den Testbetrieb verschiedener Betriebsvarianten in Braderup. Dazu gehören nicht nur der Eigenverbrauch des gespeicherten Stroms für den Windpark und das Stabilisieren von Stromnetzen, sondern auch das Vermarkten des Stroms im Regelenergiemarkt sowie der Handel an der Strombörse. Das Projekt wird nur von den 200 Investoren und Bosch finanziert und erhält weder staatliche Förderung noch Steuervorteile. (br)

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