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Leichtbau-BW Konferenz Massiv unter 3D-Druck – der Schlüssel zum Trend-Leichtbau

Redakteur: Peter Königsreuther

Leichtbau bringt dem Standort Baden-Württemberg zahlreiche Vorteile. Die branchenübergreifende Schlüsseltechnologie sichert in Industrie und Wissenschaft im Südwesten Deutschlands den Erhalt von Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen. Zugleich unterstützt die Konstruktionsphilosophie zur Gewichtsreduktion ein Umdenken in Entwicklung, Produktion und Service – etwa im Maschinenbau oder durch 3D-Druck.

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Zur Vermarktung von Innovation im "Leichtbau aus Baden-Württemberg" hat die Leichtbau BW unter anderem den Technologietag Hybrider Leichtbau etabliert. Die Konferenz mit begleitender Fachausstellung findet in diesem Jahr zum dritten Mal am 07. Juni 2016 in Stuttgart statt.
Zur Vermarktung von Innovation im "Leichtbau aus Baden-Württemberg" hat die Leichtbau BW unter anderem den Technologietag Hybrider Leichtbau etabliert. Die Konferenz mit begleitender Fachausstellung findet in diesem Jahr zum dritten Mal am 07. Juni 2016 in Stuttgart statt.
(Bild: Audi AG)

Mittel- bis langfristig geht nach Einschätzung der Leichtbau BW GmbH die Entwicklung im Leichtbau in Richtung Konzept-Leichtbau – exemplarisch steht hierfür die Automobilindustrie. Leichtbau als Querschnittsthema tangiert grundsätzlich zahlreiche Branchen von Bau- und Architektur über Maschinenbau sowie Luft- und Raumfahrt bis hin zur Medizintechnik.

„Leichtbau wird zu einem branchenübergreifenden Innovationstreiber mit einem hohen Mehrwert für die Wissenschaft und Wirtschaft in Baden-Württemberg“, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende der Landesagentur, Baden-Württembergs Forschungsministerin Theresia Bauer.

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„Dafür bietet die Landesagentur Leichtbau BW eine wirkungsvolle Struktur, um die Akteure zu verbinden und zu unterstützen. In Baden-Württemberg hat die Forschung und Entwicklung von Innovationen höchste Priorität. Wir sind mit unserer Hochschullandschaft geradezu prädestiniert, Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet des Leichtbaus auf nationalem und internationalem Parkett voranzubringen. Wir wollen hier unseren Technologievorsprung sichern und Baden-Württemberg in Sachen Leichtbau global ganz vorne positionieren“, betont die Ministerin.

Vom Leichtbau-Trend zum „Trend-Leichtbau“

„Dank der Leichtbauwerkstoffe und -materialien können wir heute mit weniger Gewicht höhere Belastbarkeit und bessere Funktionalität erreichen“, so der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid. Damit erschlössen sich nicht nur enorme wirtschaftliche Potenziale, man könnte damit auch die Ressourceneffizienz erhöhen. Außerdem sichere die Leichtbaubranche viele hochwertige Arbeitsplätze und damit auch die industrielle Leistungsfähigkeit Baden-Württembergs. Die Landesagentur Leichtbau BW leistet laut Schmid als Koordinatorin für Technologietransfer, Forschung für Aus- und Weiterbildung und als Ansprechpartnerin für viele kleine und mittlere Unternehmen einen wichtigen Beitrag für den Leichtbau.

„Die Potenziale des konventionellen Leichtbaus sind zumindest in der Automobilindustrie bekannt und werden voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Fahrzeuggenerationen gehoben werden“, führte der Geschäftsführer der Leichtbau BW GmbH, Wolfgang Seeliger, an. Nun stehe mittelfristig ein grundsätzlicher Umbruch an, der einen Schwerpunkt auf Konzept-Leichtbau lege. Neuartige Konzepte im Leichtbau führen beispielsweise zu besseren Produkten mit höherer Leistungsfähigkeit, was sich auch in mehr Umsatz für die Unternehmen bemerkbar macht, wie Seeliger anmerkt. Weitere wichtige Aspekte des Wandels im Leichtbau seien Prozess-Innovationen sowie die Digitalisierung der Wertschöpfungskette.

Leichtbau erfährt Wandelprozess

Als Vorbild für Konzept-Leichtbau führte Seeliger etwa die Radaufhängung beim Porsche 918 Spyder an. Dabei wurden die Funktionen von Radträger, Radnabe, Radlager und Gelenkwelle integriert, was an den Achsen acht Kilogramm Gewicht einspart. Generell hat die Gewichtsreduktion bei dem Sportwagen mehr Dynamik und Performance zur Folge.

Eine beispielhafte Prozess-Innovation sieht die Leichtbau BW etwa in Werkzeugen der Aalener Mapal Dr. Kress KG. Diese sogenannten Außenreibahlen werden mithilfe von 3D-Druck gewichtsoptimiert und materialsparend in Serie produziert. Additive Fertigungsverfahren bieten hohe Gewichtseinsparungspotenziale durch bislang nicht machbare und damit revolutionäre Möglichkeiten für Strukturdesign.

Die Vorteile einer durchgängigen Datenkommunikation entlang der gesamten Wertschöpfungskette liegen nach Angaben des Geschäftsführers in einer "drastisch verkürzten time-to-market" durch schnellere Entwicklungszeiten. Auch seien bionische Strukturoptimierungen möglich wie etwa bei einem von der Leiber Group aus Emmingen-Liptingen entwickelten Luftbalgträger, dessen Gewicht auch durch Materialsubstitution um mehr als 50 % habe reduziert werden können.

Neben der Unterstützung von Industrie und Forschung beim anstehenden Wandel im Leichtbau widmet sich die landeseigene Agentur auch der Förderung von Innovation etwa durch Technologietransfer. In einem Anwendungsbeispiel aus dem Maschinenbau, bei dem Leichtbau-Konstruktions-Know-how in einem Maschinenbau-Unternehmen angewandt wurde, konnten an einer Maschinenkomponente durch Topologieoptimierung eine Materialeinsparung von rund 30 % sowie eine Kostenreduktion in Höhe von knapp 7 % erreicht werden.

Im Juni geht es wieder los...

Zur Vermarktung von Innovation im "Leichtbau aus Baden-Württemberg" hat die Leichtbau BW unter anderem den Technologietag Hybrider Leichtbau etabliert – in enger Zusammenarbeit mit der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg (AFBW), Carbon Composites Baden-Württemberg (CCBW) und Leichtbauzentrum Baden-Württemberg (LBZ).

Die Konferenz mit begleitender Fachausstellung findet in diesem Jahr zum dritten Mal am 07. Juni 2016 in Stuttgart statt. Zur Sicherung des Fachkräfte-Nachwuchses hat die Leichtbau BW unter dem Motto "Innovation lernen" ein Aus- und Weiterbildungsprogramm initiiert.

Der Industrie bringt die Arbeit der Leichtbau BW GmbH nach eigener Aussage konkrete Vorteile. Manfred Dienes, Sales Director Automotive Germany bei der Altair Engineering GmbH: „Für Altair mit seinen Lösungen im Leichtbau, sind die Aktivitäten der Leichtbau BW GmbH eine ideale Plattform für Networking, das sich auch mit gesteigertem Umsatz durch Projekte und Software-Vertrieb auszahlt.“ Claus Wilde, Geschäftsführer der Engel Deutschland GmbH, pflichtet bei: „Der Leichtbau BW GmbH ist es in kürzester Zeit gelungen, die "Leichtbauspieler" an einen Tisch zu bringen, ein Forum für geschäftliche und fachliche Diskussionen zu bieten, dem Leichtbau in Baden-Württemberg eine Stimme zu geben sowie die Leistungsfähigkeit des südwestdeutschen Leichtbaus in die weite Welt zu tragen.“

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