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Maschinenbau Maschinenbau in Deutschland und NRW: Für die Zukunft gut gerüstet

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Die Zuliefermesse FMB hat in diesem Jahr einen Ausstellerzuwachs von 10 % vermeldet und nur noch rund ein Drittel der Aussteller kommen aus der Region. Repräsentanten von Unternehmen und Verbänden des Maschinenbaus haben auf der Pressekonferenz der FMB Stellung zu aktuellen Themen und zur Konjunkturentwicklung.

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Auf der Pressekonferenz der FMB – Zuliefermesse Maschinenbau nehmen traditionell Repräsentanten von Unternehmen und Verbänden des Maschinenbaus Stellung zu aktuellen Themen und zur Konjunkturentwicklung.
Auf der Pressekonferenz der FMB – Zuliefermesse Maschinenbau nehmen traditionell Repräsentanten von Unternehmen und Verbänden des Maschinenbaus Stellung zu aktuellen Themen und zur Konjunkturentwicklung.
(Bild: Clarion Events)

Hans-Jürgen Alt, Clustermanager Produktion NRW und Geschäftsführer des VDMA NRW, erwartet für den Jahresumsatz des nordrhein-westfälischen Maschinenbaus ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr: „Der Umsatz wird sich 2014 voraussichtlich bei 43,8 Milliarden Euro einpendeln und bewegt sich damit auf ähnlichem Niveau wie der Vorjahreswert von 43,3 Milliarden Euro.“ Nach wie vor, so Alt, ist der Maschinenbau die exportintensivste Branche Nordrhein-Westfalens: „Etwa 60 % der hier produzierten Maschinen und Anlagen gehen in den Export. Die Hauptabnehmerländer für Maschinen aus NRW sind die Volksrepublik China mit einem Exportvolumen von gut 3,2 Milliarden Euro, die USA mit 2,7 Milliarden Euro, Frankreich mit 1,6 Milliarden Euro und Russland mit 1,5 Milliarden Euro.“

Für die nahe Zukunft erwartet Hans-Jürgen Alt eine Stärkung des Produktionsstandortes Deutschland durch neue Produktionstechnologien, die unter dem Oberbegriff „Industrie 4.0“ diskutiert werden. Hier gibt das in Ostwestfalen-Lippe (OWL) beheimatete Spitzencluster für Intelligente Technische Systeme „it´s OWL“ – das auch auf der FMB ausstellte – starke Impulse.

Energieeffizienz und die Integration intelligenter Antriebssysteme in übergeordnete Netzwerke

Christian Wendler, Vorstandsvorsitzender der Lenze SE, betont die Bedeutung lokaler Netzwerke auch für einen Global Player der Antriebs- und Steuerungstechnik: „Wir treffen auf der Messe viele Kunden und auch Entwicklungspartner. Die Zeiten, in denen die Ingenieure im stillen Kämmerlein ihre Entwicklungen vorantrieben, sind vorbei. Wir kooperieren heute mit Hochschulen und Partnerfirmen und sind auch im Spitzencluster it´s OWL aktiv.“ Zu den beherrschenden Technik-Themen, die das Unternehmen nicht nur auf der FMB in den Vordergrund stellte, gehören – so Wendler – die Energieeffizienz und die Integration intelligenter Antriebssysteme in übergeordnete Netzwerke: Wesentliche Säulen sind z.B. mechatronische Antriebspakete oder auch standardisierte modulare Software.

Stark wachsenden Bedarf an Automatisierungstechnik für die Zukunft

Dipl.-Ing. Gerd Hoppe, Mitglied der Geschäftsleitung der Beckhoff Automation GmbH, sieht für die Zukunft weiterhin einen stark wachsenden Bedarf an Automatisierungstechnik: „Viele Probleme wie z.B. die Distribution von Nahrungsmitteln können durch Optimierung – und das heißt durch Automatisierung – gelöst oder zumindest deutlich vermindert werden. In den Entwicklungsländern muss die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden (wenn man z. B. an die Wasserversorgung denkt), bei uns in den Industrieländern ist sie modernisierungsbedürftig, um fortlaufend Energie und Material einzusparen. Das sind klassische Aufgabenfelder für die Automatisierungstechnik. Dasselbe gilt für moderne Gebäude, die man – Stichwort ´Smart Home´ – durchaus als Maschine betrachten kann.“

Hoppe ist zuversichtlich, dass der deutsche Maschinenbau und seine Zulieferer von diesen Entwicklungen profitieren werden: „Deutschland ist die ´Shopping Mall´ der Welt für Spitzentechnologie.“

Region Ostwestfalen-Lippe attraktiv für Zulieferbetriebe

Hans-Dieter Tenhaef, Vorstandssprecher OWL Maschinenbau e.V., beurteilt die Konjunktur als stabil: „Als exportstarke Branche sind wir nur vorsichtig optimistisch wegen der vielen Krisenherde in der Welt. Aber im Auftragseingang der Mitgliedsunternehmen in der Region ist das nicht wirklich spürbar.“ Dazu passt, dass Lenze und Beckhoff ihren Umsatz im abgeschlossenen bzw. demnächst abzuschließenden Geschäftsjahr wiederum steigern konnten.

Fazit: Die Zuliefermesse FMB spiegelt das wider: Sie vermeldet einen Ausstellerzuwachs um 10%, und nur noch rund ein Drittel der Aussteller kommen aus der Region. Diese Entwicklung zeigt: Der dichte Besatz an Industrieunternehmen und Maschinenbauern unterschiedlichster Branchen (Holzbearbeitung, Landmaschinen, Automobilindustrie, Haushaltgeräte, Nahrungsmittelverarbeitung) macht OWL attraktiv für Zulieferbetriebe. Deshalb findet die Messe genau am richtigen Ort statt. Gerd Hoppe: „Nordrhein-Westfalen ist die viertgrößte Maschinenbau-Region in Europa.“ (jup)

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